46ers fahren mit Niederlage im Gepäck zum anstehenden Hessenderby – Gießen unterliegt mit 81:92 bei RASTA Vechta

Foto: Christian Becker

46ers fahren mit Niederlage im Gepäck zum anstehenden Hessenderby – Gießen unterliegt mit 81:92 bei RASTA Vechta

Den Auftakt des letzten Doppelspieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga-Saison 2018/19 begann für die GIESSEN 46ers mit einer starken ersten Halbzeit in Vechta, wo man zur Pause mit 40:31 in Front lag. Anschließend sollte der Tabellenvierte RASTA Vechta aber seinen Rhythmus wiederfinden und angeführt durch den starken TJ Bray (20 Punkte) das Spiel zu ihren Gunsten drehen. So fahren die Mittelhessen mit ihren drei heutigen Topscorern Larry Gordon (18), Brandon Thomas (16) und David Bell (16) mit einer 81:92-Niederlage im Gepäck am kommenden Sonntag zum letzten Spieltag nach Frankfurt (18.00 Uhr).

Der Gießener Cheftrainer Ingo Freyer ließ zunächst Jared Jordan, David Bell, Brandon Thomas, Alen Pjanic und John Bryant auflaufen. Pedro Calles, der frischgekürte Trainer des Jahres der verletzungsgebeutelten Hausherren – die auf Seht Hinrichs und Clint Chapman verzichten mussten – beorderte trotz allem mit dem wiedergenesenen Maximilian DiLeo, ALLSTAR TJ Bray, Ex-46er Austin Hollins, Robin Christen und Michael Kessens eine starke Starting Five auf das Parkett.

Diese erwischten mit Hollins, Bray und DiLeo zwar den perfekten Auftakt mit acht Zählern, doch die Mittelhessen fanden mit Punkten durch Jordan und Bryant ebenfalls gut in die Begegnung (5:8, 2.). Die Anfangsphase gestaltete sich intensiv und auf beiden Seiten wurden zwei Chancen zum Weg des Erfolgs genutzt. Während Kessens ein Tip-In als Mittel veranschlagte, zeigten sich Thomas und Bryant zum 12:12 nach zuvor starker Offensiv-Reboundarbeit erfolgreich (4.). Ausgeglichen und geprägt von viel Zug zum Korb ging es weiter: Während Agva sich gleich zweimal in Folge zwei Möglichkeiten erarbeitete, war Hollins auf der Gegenseite ähnlich unterwegs (16:16, 7.). Die Reihen rotierten bei diesem kräfteraubenden Viertel, doch die Schlagzahl blieb die gleiche. Durchschlagskräftig unter dem Brett präsentierten sich Kessens und Agva (18:19, 8.). Doch die Gastgeber hatten die letzte Luft und setzten einen 7:0-Lauf an, der abgeschlossen durch Philipp Herkenhoff zum 25:19-Viertelergebnis führte.

Das couragierte Pressing der Hausherren nutzte wiederum gleich Herkenhoff zum 27:19 (11.). Gießen fand zwar durch zweite Chancen ins Viertel, doch die Trefferquote sollte sich besonders in der Mitteldistanz nicht merklich erhöhen (33%). Erst Bryant vermochte per Korbleger Punkte auf das Tableau zu bringen (21:27, 12.). Doch der Vechtaner Angriffsfluss kam ins Stocken, sodass Bell von jenseits des Perimeters verkürzen konnte (25:27, 13.). Jetzt lag es an Big Man Kessens, seine Farben durch zweimalige Lay-Ups wieder auf Position zu bringen (31:25, 15.). Die 46ers ließen sich aber nicht so einfach abschütteln und initiierten einen 7:0-Run durch Gordon, Thomas und Bell, was gleichzeitig die 32:31-Führung bedeutete (16.). Nach zweimaliger Auszeit von Headcoach Pedro Calles blieb der Gießener Rhythmus erhalten, erst Pjanic und der gutaufgelegte Bell sorgten für Ausbeute zum 35:31 (17.). Während die Gastgeber vergeblich ihr Wurfglück suchten, war Youngster Pjanic mit einem Floater erfolgreich (37:31, 19.). Der Gießener Lauf sollte durch einen Dreier aus der Ecke von Thomas noch auf 15:0 anwachsen und zur 40:31-Halbzeitführung führen.

Nachdem sie im zweiten Viertel lediglich sechs Punkte verbuchen konnten, kamen die Niedersachsen nach der Halbzeitpause direkt durch Kessens und Christen zu Punkten (36:42, 22.). Aber die 46ers blieben weiter beharrlich in der Defense und konnten vorne durch Bryant reagieren 47:40 (24.). Doch die RASTAner waren wieder zielgerichteter, schlugen aus der Distanz durch Hollins und dem mid-range Jumpshot durch Young zu (45:47, 25.). So nahm Cheftrainer Ingo Freyer das Timeout, welches zu einem Triangel-Spiel zwischen Jordan, Bryant und Gordon führte (50:45, 27.). Der letztgenannte US-Amerikaner verschwendete keine Zeit und legte vier Zähler in Folge zum 54:47 (27.) nach. Doch ein unsportliches Foul von Chambers ließ die Niedersachsen durch DiLeo und Bray wieder auf erleben (53:54, 28.). Der Dreierhagel der Gastgeber durch Carter und Bray ging weiter, sodass die Begegnung kippte (61:58, 19.). Mit einem Buzzerbeater stellte David Bell von Downtown zum 61:61 und so ging es mit einem Ausgleich ins letzte Viertel.

Es ging also pari ins entscheidende Viertel, bei dem Youngster Bjarne Kraushaar seine ersten Punkte erzielen konnte (63:61, 31.). Die Mittelhessen übten wieder Druck aus und Gordon drückte aus der Ecke ab zum 66:61 (32.). Die Partie blieb auf Schlagdistanz, denn Bray sorgte mit einem Dreipunktespiel und einem folgenden Dreier postwendend für die 67:66-Führung (33.). Es lag nun an den Gießenern, wieder das Handeln in die Hand zu nehmen. Dies übernahm Agva mit Zug zum Korb, Durchsetzungsvermögen und fünf Zählern in Folge (71:67, 34.). Die Manier und couragierte Leistung unter dem Korb ging auf 46ers-Seite weiter. Agva auf Gordon und der US-Amerikaner ließ ein And-One sprechen (74:69, 35.). Die Partie bog in seine Zielgraden ein, dabei waren die Dreierfähigkeiten von Thomas und Herkenhoff gefragt, die zum zwischenzeitlichen 77:73 für Gießen führten (36.). In der Crunchtime kam der Tabellenvierte hellwach rein und erkämpfte sich durch schnelle Hände von Hollins zum 77:77 Ausgleich (36.). Das Momentum schien immer weiter zu Gunsten der Hausherren zu kippen. Dabei waren die Mittelhessen mit vermeidbaren Turnovern nicht ganz unschuldig. So war abermals Hollins geistesgegenwärtig zur Stelle und schlug nach Steal per Dunking zum 81:77 zu (37.). Der Balldieb des Spiels war mit Hollins gefunden, als der Shooting Guard wieder seine Hände dazwischen hatte. Nachdem Christen ein And-One verwandelte, prangerte ein 84:77 (38.) auf der Anzeigetafel. Diesen Rückstand vermochten tapfer kämpfende 46ers nicht mehr aufzuholen und unterlagen dem Playoff-Teilnehmer mit 81:92.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Zweimal Glückwunsch an Pedro Calles! Einmal zur Auszeichnung Trainer des Jahres, die er zurecht erhalten hat – ich habe ihn auch gewählt – und natürlich zum Sieg hier heute. Wir haben die erste Halbzeit sehr gut gespielt, uns nur vier Turnover erlaubt. In der zweiten Halbzeit waren es dann 14 – das war der Knackpunkt. Diese Ballverluste sind uns nicht unterlaufen, weil RASTA besser gedoppelt oder überhaupt besser verteidigt hat als in der ersten Halbzeit. Es lag einfach daran, dass wir sehr viele individuelle, dumme Fehler gemacht haben. Und das ist der Grund, warum wir am Ende viel, viel weniger Würfe genommen haben – kein Wunder, wenn man sich so viele Turnover erlaubt.“

Pedro Calles (Cheftrainer RASTA Vechta): „Vielen Dank für die Glückwünsche! Für uns war das heute ein ganz wichtiger Sieg. Einer, mit dem nicht viele Leute unbedingt gerechnet haben. Es gab einige, die mir im Vorfeld gesagt haben, dass es heute ja eigentlich um nichts geht. Aber da liegen sie falsch – es ging heute Abend um einige wichtige Dinge. Was für mich noch wichtiger ist als das Ergebnis, als der Sieg, ist, dass man das Spiel respektiert und den Fans Respekt entgegenbringt. Denn sie sind es, die die Tickets kaufen, um Profisport sehen zu können. Und natürlich schulden wir selbst uns diesen Respekt, wegen der Arbeit, die wir hier seit dem ersten Tag reinstecken. Dass mit Clint Chapman, Tyrone Nash und Seth Hinrichs drei Spieler ausfallen, macht es für uns natürlich nicht leichter. Und weitere zwei, das wissen wahrscheinlich nicht alle, gehen über das Limit, kommen zum Training und unterstützen das Team. Und sie spielen nicht nur in der Offense, sondern geben auch in der Defense alles – sie opfern sich für die Mannschaft. Ich bin mir sicher, dass unser erstes Playoff-Spiel ausverkauft sein wird. Aber ich möchte die Vechtaer nicht nur als Zuschauer hier im RASTA Dome haben. Ich möchte, dass unsere Fans am Sonntag mit derselben Einstellung zum Spiel kommen wie wir, dass sie daran glauben, dass diese Saison noch nicht vorbei ist. Einige denken das nämlich. Aber wir werden unser Ding durchziehen und ich weiß nicht, wo das enden wird – wir werden jedenfalls immer 100% geben.“

RASTA Vechta – GIESSEN 46ers 92:81 (31:40)

Viertelergebnisse: 25:19, 6:21, 30:21, 31:20

RASTA Vechta: Chris Carter (8 Punkte), Maximilian Di Leo (4), Thomas Joseph Bray (20), Michael Kessens (14), Josh Young (12), Tim Insinger, Luc Slooten, Philipp Herkenhoff (14), Austin Hollins (12), Robin Christen (8)

GIESSEN 46ers: Siyani Chambers, Bjarne Kraushaar (2 Punkte), Mahir Agva (11), Alen Pjanic (3), Larry Gordon (18), Jared Jordan (3), Brandon Thomas (16), David Bell (16), John Bryant (12)

Zuschauer: 3.140 (ausverkauft)

Nächstes Spiel: So., 12.05.2019, 18:00 Uhr: FRAPORT SKYLINERS – GIESSEN 46ers

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