Drei Viertel auf Augenhöhe – Im Topspiel unterliegen die 46ers mit 79:94

Foto: Hans Rauchensteiner

Drei Viertel auf Augenhöhe – Im Topspiel unterliegen die 46ers mit 79:94

Am 9. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga-Saison 2018/19 kam es zur Partie an der Spitze zwischen dem Tabellenführer FC Bayern Basketball und den drittplatzierten GIESSEN 46ers. Vor 5.011 Zuschauer agierte der Underdog aus Mittelhessen drei Viertel auf Augenhöhen mit den FC Bayern Basketball. Doch am Ende reichte nicht mehr die Luft, um mit dem ungeschlagenen Tabellenführer Schritt zu halten und so verloren die Gießener in einer ansehnlichen Partie mit 79:94. Für die Mittelhessen waren die beiden Ex-Bayern Brandon Thomas mit 10 Punkten und John Bryant mit einem Double-Double (30, 12 Rebounds) die erfolgreichsten Werfer auf dem Parkett. Die Gießener erwarten am 08. Dezember in der Sporthalle Gießen-Ost den forschen Aufsteiger RASTA Vechta.

Eine riesen Überraschung hatten die Gießener, einem Topspiel würdig, in ihrem Kader zu präsentieren. Für den pausierenden Jeril Taylor konnte Rekonvaleszent David Bell schneller als gedacht auf das Parkett zurückkehren und so gab es schon vorab einen schönen Überraschungseffekt für die kleine Schar 46ers-Fans im Audi Dome. Doch der erfahrene Akteur gehörte nicht zur Anfangsformation, sondern Cheftrainer Ingo Freyer baute zunächst auf die altbewehrte Starting Five mit Siyani Chambers, Brandon Thomas, Larry Gordon, Benjamin Lischka und John Bryant. Die ungeschlagenen Gastgeber beriefen zu Beginn Maodo Lo, Vladimir Lucic, Nihat Dedovic, Danilo Barthel und Devin Booker in die Line-Up.

Die Anfangsphase war geprägt von Fehlversuchen auf beiden Seiten, obwohl insbesondere die Gießener im Reboundverhalten hellwach waren und sich somit zweite Chancen kreierten. Doch es waren die Bayern, die nach fast drei Minuten die ersten Zähler durch Dedovic markierten. Trotzdem blieb das Spiel zäh, erst Bryant löste den Knoten für die 46ers zum 2:2 (4.). Langsam nahm die Begegnung Fahrt auf und die Mittelhessen agierten kämpferisch. Ein Hustle-Play von Gordon vergoldete Lischka per Layup zum 4:4 (5.). Der Tabellenführer ließ sich aber nicht beeindrucken, setzte durch Booker und Djedovic einen 4:0-Lauf an, was Freyer zur Auszeit bewegte (5.). Nach diesem Break gab es die ersten Minuten für David Bell und Max Landis. Doch es waren Lischka und Bryant, die Gießen auf 9:11 (6.). ran führten. Als Bell seinen Wert per Assist schon unter Beweis stellte, war Landis mit einem erfolgreichen Dreier zur Stelle (12:13, 7.). Die Münchner blieben zwar unbeirrt, doch die Gießener gefielen mit schnellen Händen und setzen Impulse in der Offensive, wie durch Thomas per Korbleger zum 14:17 (8.). Dank eines Mitteldistanzwurfs von Kapitän John Bryant kurz vor Ende des Viertels ging es mit einem 16:21 ins zweite Quarter.

Zum Start des zweiten Viertels sorgte Cheftrainer Ingo Freyer für frischen Wind mit Youngster Bjarne Kraushaar. Mahir Agva und der treffsichere Max Montana sollten jedoch für den ersten Output sorgen (21:26, 12.). Dann war es Kraushaar mit Cut-Pass zu Bryant, der mit einem And-One den Anschluss zum 24:26 schaffte (13.). Der Youngster schien seine Minuten nutzen zu wollen und schweißte von außen in die Reuse (27:28, 15.). Die Mittelhessen behaupteten sich unter dem Korb und setzten durch Fastbreaks Akzente – Lischka konnte nur regelwidrig gestoppt werden und sorgte mit den fälligen Freiwürfen für die 29:28-Führung (15.). Der Tabellenführer reagierte cool auf die erste Führung der Gießener und legte durch Stefan Jovic sowie Petteri Koponen einen 5:0-Lauf das Parkett (16.). Dies brachte Bryant auf den Plan, der gemeinsam mit seinen Mannen binnen einer Minute für den 33:33-Ausgleich sorgte (16.). Dies veranlasste nun Bayern-Headcoach Dejan Radonjic dazu, eine Auszeit zu verlangen. Die 46ers kamen fokussiert und beherzt aus der kurzen Pause – so schnappte sich Chambers den Ball von Barthel, der seinerseits den US-Amerikaner foulte. Dieser wurde somit an die Linie geschickt, was das 34:33 (17.). bedeutete. Doch dieser marginale Vorteil ging schnell dahin und die Münchner vollbrachten einen 4:0-Run zum 37:34 (17.). Gießen reagierte auf die kleinen Unachtsamkeiten mit einem weiteren Timeout. Es war aber der Ex-Gießener Braydon Hobbs, der sich jenseits der Dreipunktelinie für das Scoring verantwortlich zeigte (40:34, 18.). Doch die Mittelhessen waren nicht gewählt abreißen zu lassen – Chambers und Thomas waren es, die die Gießener mit einem knappen 40:46-Rückstand in die Halbzeitpause gingen lassen.

Zur zweiten Halbzeit waren die 46ers auf Schlagdistanz und wollten mit Max Landis, Brandon Thomas, Larry Gordon, Benjamin Lischka und John Bryant weiter am Punktekonto bauen. Abermals waren es jedoch die Bayern, die durch Lucic und Williams erstes Zählbares verbuchten (51:40, 21.). Die schwarzgekleideten Mittelhessen waren gefordert. Larry Gordon übernahm an beiden Enden des Spielfeldes und brachte seine Farben ran. Als im Anschluss Thomas einen wohlüberlegten Dreier in die Reuse brachte, nahm der FC Bayern Basketball  nach  einem 7:0-Lauf der 46ers die folgerichtige Auszeit (47:51, 23.). Aus dieser kamen beide Teams kämpferisch heraus, aber insbesondere die Einstellung von Gordon und Bryant setzen den Bayern zu (51:55, 25.). Von den beiden angesteckt, fasste Landis sich ein Herz und zog mit einem energischen Drive zum Korb, der zum 53:55 (25.) endete. Gießen zeigte sich ebenbürtig, was Dank eines Dreiers von Gordon und Korbleger von Bryant zu einer 58:57-Führung münzte (27.). Es ging hin und her – während Bryant für die Mittelhessen scorte, war Williams für den Tabellenführer verantwortlich. Die Geschichte schien doch enger zu werden als gedacht, zumal Bell nun auch von außen den Ball in die Reuse versenkte (65:62, 28.). Der Dreipunkterückstand veranlasste den Bayern-Headcoach Radonjic dazu, bei einer Auszeit nach zu justieren. Lucic hörte auf seinen Headcoach am besten zu und sorgte mit seinem Dreipunktewurf für den 65:65-Ausgleich (29.). Williams vermochte anschließend noch zwei Freiwürfe ins Ziel zu bringen, was für die Mittelhessen einen knappen 65:67-Rückstand zum Viertelende bedeutete.

Auf Augenhöhe ging es für die 46ers in den letzten Abschnitt, den Koponen für die Münchner standesgemäß aus der Mitteldistanz eröffnete (69:65, 31.). Während Agva auf der einen Seite die Nerven an der Straflinie behielt, war sein Pedant Williams nicht ganz so nervenstark (67:70, 32.). Aber der Tabellenführer hielt sich mit gekonntem Spiel über Wasser. Erst Jovic per Jump-Shot, anschließend Radosevic und zu guter Letzt Lucic an der Freiwurflinie zum 75:68 (33.). Als Barthel sich dann noch energisch unter dem Korb durchsetzen konnte, war Cheftrainer Freyer zur Auszeit gezwungen (77:68, 33.). Mit neuem Personal sollte noch einmal die Wende eingeleitet werden. Kraushaar und Bell kamen auf das Feld, doch das Münchner Starensemble hatte seine Flow gefunden. Ein Steal von Jovic und dessen anschließende Punkte veranlasste Freyer zu einem erneuten Timeout (70:83, 35.). Auch wenn es keinen Anschein mehr machte, dass sich die Gießener noch einmal zurückarbeiten konnten, waren es Szenen wie ein erfolgreicher Dreipunktewurf von Jungspund Kraushaar, die immer wieder Highlights auf 46ers-Seite brachten. Am Ende war es Bryant, der mit einem beeindruckenden Double-Double (30 Punkte, 12 Rebounds) den Schlusspunkt setzte. Die GIESSEN 46ers unterlagen am Ende dem Tabellenführer aus München mit 79:94, die somit weiterhin ungeschlagen in der easyCredit BBL bleiben.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Gratulation an die Bayern zum Sieg. Wir haben gut 32 Minuten hier auf einem Level gespielt, was unglaublich ist. Die letzten siebeneinhalb Minuten dann aber nicht mehr, weil meine Spieler dann mental nicht mehr auf der Höhe waren und weil die Schiedsrichter Situationen einfach anders beurteilt haben. Ich kann das verstehen, weil das hier eine wirklich laute Halle ist und es auch für die Schiedsrichter nicht einfach ist.“

Dejan Radonjic (Cheftrainer FC Bayern Basketball): „Ich will heute gar nicht über den Zeitplan dieser Woche reden, sondern nur über dieses Spiel. Wir sind gestartet, wie wir das wollten, mit einer guten Defensive haben wir das Spiel kontrolliert. Aber Gießen spielt stark in dieser Saison, das muss man anerkennen. Im letzten Viertel haben wir dann aber alles getan, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben stark verteidigt und hatten Steals. Gratulation an mein Team.“

FC Bayern Basketball – GIESSEN 46ers 94:79 (46:40)

Viertelergebnisse: 21:16, 25:24, 21:25, 27:14

FC Bayern Basketball: Braydon Hobbs (3 Punkte), Alex King, Petteri Koponen (11), Leon Radosevic (5), Vladimir Lucic (12, 10 Rebounds), Maodo Lo (2), Nihad Dedovic (17), Robin Amaize (2), Stefan Jovic (7), Danilo Barthel (10), Derrick Williams (13), Devin Booker (12)

GIESSEN 46ers: Siyani Chambers (3), Bjarne Kraushaar (6), Mahir Agva (4), Alen Pjanic, Max Montana (3), Max Landis (5), Benjamin Lischka (6), Larry Gordon (9, 7 Rebounds), Brandon Thomas (10), David Bell (3), John Bryant (30, 14 Rebounds)

Zuschauer: 5.011

Nächstes Spiel: Sa., 08.12.2018, 18:00 Uhr: GIESSEN 46ers – RASTA Vechta

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