Dritter Sieg in Folge bleibt verwehrt – GIESSEN 46ers unterliegen Würzburg mit 84:101

Foto: Richard Stephan - der Stadtfotograf

Dritter Sieg in Folge bleibt verwehrt – GIESSEN 46ers unterliegen Würzburg mit 84:101

Im letzten Viertel gab es nochmal Hoffnung für die GIESSEN 46ers. Doch das Team von s.Oliver Würzburg blieb am Ende gnadenlos und holte einen 84:101-Auswärtserfolg in der mit 3.752 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Gießen-Ost. Die Gießener kamen im letzten Viertel noch einmal auf sieben Punkte ran, verschenkten aber anschließend das Momentum. Für die Mittelhessen legte ALLSTAR John Bryant 16 Punkte, 7 Rebounds und 8 Assists auf das Parkett. Bei den Gästen konnte Xavier Brooks mit 21 Punkten und 13 Rebounds ein Double-Double sein eigen nennen.

Beide Teams hatten zuletzt mit Siegen überzeugen können; die 46ers mit zwei, die Gäste aus dem Frankenland mit gar drei Bundesligaerfolgen in Serie. Der gerade zum „ALLSTAR-Center National“ gewählte 46ers-Kapitän John Bryant führte die Starting Five aufs Parkett. Jared Jordan, Larry Gordon, Brandon Thomas und Benjamin Lischka komplettierten das Startaufgebot und waren somit Teil einer sehr flotten Anfangsphase. Diese wurde vom Würzburger Center Mike Morrison dominiert. Auf der Gegenseite bewiesen Bryant, Thomas und Gordon jedoch durch erfolgreiche Abschlüsse das gute Teamspiel der 46ers (6:6, 4.). Das Tempo blieb hoch, was der Freyer-Truppe entgegen kam: Jared Jordan besorgt mit seinem Dreier die erste Gießener Führung der Partie (11:8, 5.). Kleine Fehler mischten sich in der Folge jedoch in die Gießener Offensive, die von den Gästen eiskalt ausgenutzt wurden. Allen voran Ex-46er Gabriel Olaseni zeigte in dieser Phase sein Können in der Zone.  Erst Lischka konnte etwa eine Minute vor dem Viertelende per Dreier wieder ausgleichen (16:16). Zum Ende folgte nach erneuten Gießener Fahrlässigkeiten ein 6-Punkte-Run des Teams von Denis Wucherer (16:22).

Das zweite Viertel wurde von David Bells Distanztreffer nach Chambers-Assist eingeläutet, Lischka traf wenige Szenen später ebenfalls von der Dreierlinie. Die 46ers hielten den Anschluss, doch Cameron Wells bewies seinen großen Einfluss auf das Würzburger Spiel und hielt sein Team, trotz eines Layups von Agva sowie Lischkas 199. und 200. Freiwurferfolg in der Liga, in Front (26:31, 12.). Mit mehr Erfolgen in der Defense und einem sicheren David Bell von der Freiwurflinie glichen die 46ers wieder aus (32:32, 14.). Das Spiel verlief jetzt erneut auf Augenhöhe, Bowlin scorte für die Gäste, Bryant für das Heimteam. Als Gordon der erneute Führungswechsel gelang, nahm Würzburg Coach Wucherer die Auszeit (36:34, 15.). Der Spielfluss versiegte auf beiden Seiten, womit die Franken besser klar kamen und das Momentum wieder auf ihre Seite zogen (40:43, 17.). Bowlin und Loesing erhöhten den Vorsprung jeweils mit drei Punkten (42:51, 19.). In der letzten Spielminute der ersten Hälfte konnte kein Team mehr einen Erfolg verzeichnen.

Nach der Pause ging es zunächst ernüchternd für die Mittelhessen weiter. Ein Dreier von Cooks, ein Layup von Morrison und vergebliche eigene Angriffsbemühungen verbesserten die Siegchancen nicht (42:56, 22.). Brandon Thomas holte mit seinem 1000. Feldwurferfolg in der Liga endlich wieder Punkte für das Heimteam, insgesamt fanden die 46ers aber nicht zurück ins Spiel, während die Franken erbarmungslos nachlegten (45:65, 24.). Agva warf alles in die Waagschale, erkämpfte sich erst ein Dreipunktespiel und wenig später einen Dreier mit Ablauf der Shotclock. Weil anschließend auch Bell, erneut nach Vorlage von Siyani Chambers, dreifach punktete, ging nochmal ein Ruck durch die Mannschaft (54:68, 26.). Vor allem Xavier Cooks war es aber jetzt, der den 46ers immer wieder schmerzhafte Punkte einschenkte (56:72 (28.). Die Mannschaft machte aber klar: Man wollte sich hier nicht aufgeben, was auch durch das hervorragende Teamplay bewiesen wurde, das zum Fernwurferfolg von Max Landis in der 29. Minute führte (59:74). Landis verbesserte in der letzten Minute des Viertels noch die heute auffällig schwache 46ers-Wurfquote von der Freiwurflinie. Tatsächlich hatten sich die Gießener vor dem Schlussviertel auf nur zehn Punkte herangekämpft (64:74).

Über eine Minute dauerte es im finalen Akt dann, bis die ersten Punkte fielen. John Bryant verkürzte auf acht Punkte, Lischka kurz danach auf sieben. Ein unsportliches Foul gegen Lischka bei heimischem Ballbesitz führte dann aber wohl zur Entscheidung, da es in die aufstrebenden Bemühungen der 46ers drei Punkte für die Gäste einbrachte. Immer wieder war es nun Allrounder Cooks, der s.Oliver Würzburg nun eine erneut deutlichere Führung bescherte (68:82, 34.). Brandon Thomas und Jared Jordan netzten nochmal aus der Ferne ein (76:93, 37.), was jedoch keinen großen Effekt mehr brachte. Die Gäste spielten das Match nun souverän herunter und holten sich mit einer routinierten Leistung den 84:101-Auswärtssieg in Gießen.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Wenn man mit 17 Punkten gewinnt, ist das natürlich ein verdienter Sieg. In der einen Phase waren wir aber ganz klar oben auf. In der Zeit ist das Spiel völlig offen gewesen und wir waren von der Körpersprache her super drauf. Wenn man sich dann aber provozieren lässt und die anderen zwei Freiwürfe mit Seiteneinwurf bekommen, ist das natürlich der Killer in so einer Situation. Außerdem ist auch das Selbstvertrauen an der einen oder anderen Stelle vielleicht nicht mehr so da, wenn man so viele Freiwürfe vergibt. Insgesamt ist es also sehr schade, dass wir das hier heute nicht genutzt haben.“

Denis Wucherer (Cheftrainer s.Oliver Würzburg): „Insgesamt war das eine gelungene Auswärtsfahrt. Ich glaube, man hat gemerkt, dass wir dieses Mal zwei Tage länger Zeit hatten uns vorzubereiten – auch auf die Art und Weise wie man gegen John Bryant spielen muss. Wir haben das über weite Strecken ordentlich ausgeführt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben 28 Assists verteilt und hatten dabei nur neun Turnover. Das ist eine Quote, mit der kannst du auch auswärts in einem schwierigen Umfeld gegen ein starkes Team bestehen und gewinnen. Insofern haben wir alles richtig gemacht und ich bin stolz auf die Truppe.“

GIESSEN 46ers – s.Oliver Würzburg 84:101 (42:51)

Viertelergebnisse: 16:22, 26:29, 22:23, 20:27

GIESSEN 46ers: Siyani Chambers (1 Punkt), Bjarne Kraushaar, Mahir Agva (10), Alen Pjanic, Max Landis (7), Leon Okpara, Benjamin Lischka (12), Larry Gordon (10), Jared Jordan (8), Brandon Thomas (8), John Bryant (16, 7 Rebounds, 8 Assists)

s.Oliver Würzburg: Gabriel Olaseni (8), Jordan Hulls (14), Joshua Obiesie (12), Johannes Richter (2), Xavier Cooks (21, 13 Rebounds), Skyler Bowlin (10, 7 Assists), Florian Koch (6), Cameron Wells (6), Mike Morrison (15), Felix Hoffmann (2), Brad Lösing (5)

Zuschauer: 3.752 (ausverkauft)

Nächstes Spiel: Sa., 09.02.2019, 18:00 Uhr: GIESSEN 46ers – ratiopharm ulm

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