Gute erste Hälfte reicht GIESSEN 46ers nicht – 75:96-Auswärtsniederlage bei medi bayreuth

Foto: Thorsten Ochs

Gute erste Hälfte reicht GIESSEN 46ers nicht – 75:96-Auswärtsniederlage bei medi bayreuth

Am 7. Spieltag zeigten sich die Mittelhessen in der Oberfrankenhalle in der ersten Hälfte von ihrer besten Seite und führten zur Halbzeit mit 50:44. In der zweiten Halbzeit gelang es den Gießenern nicht mehr an dieser Leistung anzuknüpfen und so Riess die Siegesserie von zuletzt drei Siegen in Folge beim 75:96 gegen medi bayreuth. Mit 16 Zählern war Jamar Abrams der beste Werfer auf Gießener Seite.

Die GIESSEN 46ers begannen die Auswärtsbegegnung mit Max Landis, Dee Davis, Austin Hollins, Jamar Abrams und Kapitän John Bryant. Die Gastgeber beorderten Gabe York, Nate Linhart, De´Mon Brooks, James Robinson und Assem Marei zum Sprungball.

In der Anfangsphase präsentierten sich beide Teams unter dem Korb treffsicher und so sorgten Bryant sowie Landis für die ersten vier Punkte für die 46ers (4:6, 2.). Jenseits der Dreierlinie waren es dann Hollins auf der einen und York auf der anderen Seite, die den Knoten lösten (7:9, 4.). Marei und Bryant, die beiden Big Men waren es, die im Inside-Spiel immer wieder für Akzente sorgten (9:11; 5.). Als Point Guard Davis dann von der 6,75-Meter-Linie in die Reuse traf, sowie Lischka einen Korbleger versenkte, wechselte die Führung zu Gunsten der Mittelhessen (14:11, 6.). Der quirlige US-Amerikaner und der Gießener-Junge legten weiter nach, sodass beim Stand von 18:13 (7.) für die Gießener, medi-Headcoach Raoul Korner eine Auszeit nehmen musste. Aus diesem kurzen Break kamen die Barockstädter gestärkt und sorgten mit vier verwandelten Freiwürfen durch Linhart und Brooks für den Anschluss (16:18, 8.).  Die Gäste präsentierten sich weiterhin sehr aggressiv in der Defense, aber auch der Playoff-Anwärter wusste in der Defensive zu überzeugen und kam im Angriff durch Andreas Seiferth zum 18:18-Ausgleich (9.).  Mit einem 20:20-Unentschieden ging es dann auch in die Viertelpause.

Das zweite Viertel begann für die 46ers mit einem verwandelten Freiwurf von Kapitän Bryant zum 21:20 (11.). In der Verteidigung waren die Mittelhessen weiterhin sehr engagiert und belohnten sich mit Punkten durch ein Abrams´Dunking und einem Korbleger von Hollins zum 25:20 (12.). Das Spiel blieb weiterhin sehr umkämpft, aber die gut eingestellten Gäste hatten immer wieder ein schnelles Händchen präsent und zogen dank dem gutaufgelegten Guard Hollins auf 29:23 davon. Headcoach Korner nahm eine weitere Auszeit in dieser ersten Hälfte –  aber die Gießener behielten die Konzentration weiter oben und Hollins sorgte mit seinem Lay-up für Punkte auf der Anzeigetafel (31:23, 15.). Nach einem 4:0-Run durch die Gastgeber, nahm Abrams die Zügel in die Hand und ließ fünf Zähler am Stück folgen (36:29, (16.). Nun schienen sich die 46ers von außen warm geschossen zu haben und Hollins setzte den nächsten Dreier in die Reuse (39:29, 16.). Aber die Bayreuther wussten zu reagieren. Marei per Korbleger und York per Dreipunktewurf fanden wieder den Bayreuther-Anschluss (34:39, 17.). Diesen Oberfränkischen-Lauf unterbrach 46ers-Cheftrainer Ingo Freyer mit einer Auszeit. Die wohl gewählten Worte des Gießener Cheftrainers schienen zu wirken und Abrams verwertete einen weiteren Dreier zum 42:34 (18.). Darauf fanden die Barockstädter eine schnelle Antwort durch York und Linhart (39:42, 18.). Die Begegnung war nun auf beiden Seiten sehr intensiv geführt in der Defense, aber die Gießener fanden an der Dreierlinie durch Davis und Abrams ihren gewünschten Output (50:41, 19.). Anschließend schlug die Stunde von Gäste-Center Marei der mit einem Dreipunktespiel auf 44:50 (19.). verkürzte. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Beide Teams gingen mit der identischen Starting Five wie zu Beginn des Spiels in die zweite Hälfte. Abrams eröffnete mit einen Freiwurf das Viertel für die 46ers (51:44, 21.). Die Gastgeber hingegen begannen mit einem Dreier von Linhart, der anschließend mit zwei Freiwürfen auf 49:53 (23.) verkürzte. Unter dem Korb bahnte sich ein wahrer Abnutzungskampf zwischen Bryant und Marei an, der ebenfalls mit Freiwürfen sein Farben weiter ran brachte (51:53, 24.). Als der Center dann noch mit einem Korbleger zum 53:53 (25.) erfolgreich war, berief 46ers-Cheftrainer Freyer eine Auszeit. Unter dem Korb wurde es dann weiter heiß und Bryant setzte sich mit vier Zählern in Szene (57:53, 25.). Nun waren es wieder die Gastgeber durch Linhart, der mit seinen fünf Punkten, für den Führungswechsel sorgte (58:57, 26.). Der US-Amerikaner wirkte wie aufgedreht und legte weitere Zähler zum 60:57 nach. Es war in dieser Phase ein hin und her, sowohl die Gießener, als auch die Bayreuther rieben sich förmlich in der Zone auf und so stand es nach 27 Minuten 63:61 für die Barockstädter. Nach dem fünften Mannschaftsfoul der Mittelhessen, gab es wieder einmal Freiwürfe für Bastian Doreth und Andreas Seiferth, die die Führung zum 67:61 ausbauen konnten (28.). Seiferth lieferte zum Schluss des Viertels weitere zwei Punkte ab, die Abrams per Sprungwurf zum Viertelende beantwortete (64:69).

Das letzte Viertel war am Anfang geprägt von der Wurfungenauigkeit beider Teams. So war es Seiferth der per Lay-up nach zwei Minuten für die ersten Punkte sorgte. Der deutsche Center lief nun heiß und baute seinen persönlichen Punktestand mit einem Dreipunktespiel auf acht Zähler aus. Seine Farben führten mit 74:64 (32.). Jetzt lief bei den Gießenern nicht mehr viel zusammen und zu allem Überfluss musste Hollins nach seinem fünften Foul vom Feld. Als Seiferth weitere Punkte folgen ließ, nahm Freyer die dringend benötigte Auszeit (76:66, 33.). Das Wurfglück blieb den Mittelhessen aber weiterhin nicht mehr hold und die Bayreuther nutzten durch York diesen Vorteil gnadenlos aus (78:66, 34.). Die Gastgeber drückten weiter aufs Tempo, spielten deutlich physischer, und nahmen die Würfe aus der Mitteldistanz. Diese verwandelten York und Doreth mit traumhafter Sicherheit zum 84:68 (36.). Nach einer Gießener-Auszeit kamen die Mittelhessen durch Zähler von Lischka nach langer Zeit wieder zu Punkten (70:84, 37.). Die Oberfranken konterten dieser aber wiederum im Inside-Play durch den überragenden Marei zum 86:70 (38.). Die Mittelhessen waren anschließend nicht mehr in der Lage den berühmten Bock umzustoßen und mussten sich letztendlich mit 75:96 geschlagen geben.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Glückwunsch an Bayreuth. Sie haben zurecht gewonnen, weil in der zweiten Halbzeit Bayreuth einfach physischer gespielt hat. Wir wussten natürlich, dass sie sich genau das vornehmen: Wir haben aber in der zweiten Halbzeit kein Mittel gefunden, dagegen zu halten. Die Schiedsrichter haben durch die Fouls, die auf beiden Seiten gepfiffen wurden, ihr Übriges dazu getan. Durch das Verhältnis der Freiwürfe und der Fouls sind wir natürlich schon aus dem Rhythmus gekommen. Mit der Foulbelastung hatten wir schon in der ersten Halbzeit zu kämpfen. Der Hauptpunkt ist einfach, dass wir in der zweiten Halbzeit nur mitgelaufen sind. Bayreuth hat es geschafft, uns Pick and Roll-Verteidigung wegzunehmen, wir haben es andersrum nicht geschafft. Das hat etwas mit Physis, mit Toughness, mit Aggressivität zu tun. Und da war Bayreuth einfach in der zweiten Halbzeit sehr viel stärker als wir, darum haben wir am Ende so hoch verloren.“

Raoul Korner (Cheftrainer medi bayreuth): „Danke für die Glückwünsche. Ingo hat es im Endeffekt schon gesagt, wir waren in der zweiten Halbzeit defensiv physischer und sind Gießen auf den Füßen gestanden. Wir haben den Speed aus dem Spiel genommen. Ich glaube, der Schlüssel gegen Gießen ist es, die hohe Pace, die sie gehen wollen, und in der sie extrem gut sind, wegzunehmen. Wenn man sie dann noch von der Dreipunkte-Linie weg in Richtung Korb treibt, haben sie zwar immer noch eine Antwort in Form von John Bryant. Ihn haben sie gut eingesetzt. Nachdem wir ihn gegen Ende gedoppelt haben, haben wir ihn besser in den Griff bekommen. Am Ende haben wir in der Defensive die Schrauben so angesetzt, wie wir es von Beginn an machen wollten. Wir sind physischer geworden und haben das Spiel besser in den Griff bekommen. Das spricht sehr für die Mannschaft und für die einzelnen Spieler, die sich nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit ins Spiel gekämpft haben. Letztendlich haben wir das Spiel über die Defense unter Kontrolle bekommen.“

medi bayreuth – GIESSEN 46ers  96:75 (44:50)

Viertelergebnisse: 20:20, 24:30, 25:14, 27:11

medi bayreuth: James Robinson (13 Punkte), John Cox (2), Nate Linhart (13, 9 Rebounds), Bastian Doreth (4), Andreas Seiferth (15), Steve Wachalski (2), De´Mon Brooks (9), Gabe York (14), Assem Marei (24)

GIESSEN 46ers: Mahir Agva (2), Max Landis (9), Dee Davis (7), Benjamin Lischka (11, 8), Austin Hollins (14), Jamar Abrams (16, 9), Jahenns Manigat (2), Mauricio Marin, Marco Völler (1), John Bryant (13, 9)

Zuschauer: 3.199

Nächstes Spiel:        Samstag, 04.11.2017, 20.30 Uhr: GIESSEN 46ers – Mitteldeutscher BC

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