Kleiner Rotation geht die Luft aus – 46ers unterliegen mit 80:95 in Bayreuth

Foto: Marcus Förster

Kleiner Rotation geht die Luft aus – 46ers unterliegen mit 80:95 in Bayreuth

Die Eröffnung des 23. Spieltags der easyCredit Basketball Bundesliga hätte für die GIESSEN 46ers beim Gastspiel gegen medi bayreuth nicht schlechter laufen können. Nach dem bereits Lischka und Pjanic ausgefallen waren, musste Max Landis kurz vor Spielbeginn aufgrund eines Infekts passen. So gingen die Mittelhessen mit einer kleinen Rotation ins Rennen und mussten dem hohen Tempo im letzten Viertel Tribut zollen, was zu einer 80:95-Niederlage führte. Neben 46ers-Topscorer Larry Gordon (21 Punkte) zeichnete sich John Bryant mit 16 Zählern sowie 17 Rebounds mit einem Double-Double aus.

Die GIESSEN 46ers reisten bereits einen Tag zuvor ohne die verletzten Benjamin Lischka und Alen Pjanic nach Bayreuth. Am Spieltag verabschiedete sich zu allem Überfluss noch Max Landis kurz vor Tip-Off mit einem Magen-Darm-Infekt in den Krankenstand. Da der Shooting Guard für die Startformation von Cheftrainer Ingo Freyer somit nicht zur Verfügung stand, war dort in erster Linie mit Jared Jordan, David Bell, Brandon Thomas, Larry Gordon und John Bryant Routine gefragt. Die Gastgeber präsentierten ihren Zuschauern zu Anfang Kyan Anderson, Kassius Robertson, Adonis Thomas, De´Mon Brooks und Eric Mika.

Der letztgenannte Bayreuther Center Mika, sein Big Men-Kollege Brooks sowie Thomas setzten gleich mit einem 5:0-Run Akzente (2.). Die Gäste ihrerseits stoppten mit einem Dreipunktewurf durch Thomas und einem krachenden Dunking von Gordon den Lauf und stellten auf 5:5 (3.). Die Angriffssequenzen sollten in der Folgezeit für die Mittelhessen durch Kapitän Bryant und seine vier Punkte weiter erfolgreich gestaltet werden (9:7, 5.). Mitte des ersten Abschnitts waren die Mittelhessen besonders unter dem gegnerischen Korb präsent, schnappten sich den Offensivrebound und versenkten durch Bell den Distanzwurf zum 12:9 (6.). Während die Freyer Truppe beständig am Punktekonto durch Bryant, Jordan und Gordon arbeiteten, waren auch die Hausherren fleißig durch Mika und Anderson am Punktesammeln, was ein 19:17 auf der Anzeigetafel für die 46ers bedeutete (8.). Die eingewechselte Andreas Seiferth und Gregor Hrovat brachten medi neue Energie – beide zeigten sich beim Offensivrebound Handlungsschnell und sorgten für 21:19-Führung (9.). Hrovat war es dann auch vorbehalten, die letzten Zähler in einem munteren Viertel per Korbleger zum 23:21 zu erringen.

Nach dem kurzen Break kamen beide Teams schwungvoll ins zweite Viertel. Besonders Seiferth zeigte sich zielsicher und verbuchte fünf persönliche Zähler. Die Antwort kam von Gordon und einem Dreipunktespiel von Mahir Agva, die somit auf 26:27 (13.) verkürzten. Die Schlagdistanz wurde von den Gästen weiter nach oben geschraubt. So folgten Punkte von Bastian Doreth, Hrovat und Nik Raivio, was zum 34:28 führte (15.). Freyer zog aus dem gegnerischen Lauf seine Konsequenzen und beantragte für sein Team ein Timeout. Die Auszeit schien zu fruchten: Thomas und Gordon waren jeweils mit einem Korbleger erfolgreich (32:34, 16.). Als der US-Amerikaner Thomas dann noch seinen Wurf aus der Ecke versenkte, war die 38:36-Führung zurückerobert (17.). Gießen behielt die Übersicht, agierte in der Defense geschickt und wusste durch Bryant unter dem Korb zu überzeugen, was zu weiteren zwei Zählern führte (40:36, 17.). Auf diesem aufkommenden 46ers-Run reagierte medi-Headcoach Korner mit einer Auszeit. Doch nach einem Dreier von Jordan konnte Brooks den Gießener-Punkteregen per Freiwürfe durchbrechen (38:43, 19.). Auf der anderen Seite war Bryant mit seinem elften Rebound tätig und scorte anschließend für seine Farben zum 45:38 (19.). Während der 46ers-Kapitän schon längst 2.000 Defensivrebounds überschritten und somit einen weiteren persönlichen Meilenstein erreicht hatte, ging es mit einem 46:42 für die Mittelhessen in die Halbzeitpause.

Angriffslustig strebten die zwei Mannschaften in die zweite Hälfte und jeweils auf beiden Seiten fanden die Würfe von Gordon und Anderson den Weg in die Reuse (48:45, 21.). Doch zielstrebiger wirkten die Bayreuther, die zunächst durch einen Dreier von Robertson den Ausgleich generierten. Im Anschluss zeigte man dann schnelle Hände, was zu einem Dunking von Anderson führte und somit die Führung wechseln ließ (50:48, 22.). Eine folgende Auszeit von Freyer ließ das Gießener Team wieder in die Spur kommen und nach Zählern von Bryant, Jordan und Gordon wurde wieder ein marginaler Vorteil erarbeitet (55:54, 24.). Der 46ers-Kapitän, der bereits ein Double-Double sein Eigen nenne durfte, war ebenfalls als Passgeber aktiv und verhalf Gordon zu einem And-One (58:55, 25.). Es blieb heiß auf dem Parkett und es kam die Zeit von David Bell, der mit einem Dreier nicht nur seinen 3.000 Karriere-Punkt erzielte, sondern das 61:57 für seine Farben generierte (27.). Nach Bells Meilenstein präsentierten sich die Teams im Einklang – ein Highlight in dieser Zeit war das Anspiel von Bryant auf Thomas, der darauf mit einem Ally-Oop einschweißte (65:61, 29.). Doch die letzten Punkte gingen an medi durch einen Dreier von Doreth, was somit das 67:67-Viertelende bedeutete.

Mit einem Unentschieden ging es also ins entscheidende Viertel. Doreth hatte sein Wurfglück gefunden und sorgte in den gleichen Maßen wie zum Ende des vergangenen Viertels für das 70:67 für seine Farben (31.). Den Bayreuther Lauf am Leben hielt im Anschluss Seiferth, bis Bryant sein Durchsetzungsvermögen unter dem Korb zeigte (69:74, 33.). Die 46ers waren gefordert und warfen sich mit allem, was sie hatten, rein. Doch die Hausherren waren in dieser Phase unter anderem durch Hrovat und Doreth treffsicherer (80:71, 35.). Die kurze Rotation und die mittlerweile aufkommende Foulproblematik von Gordon und Bell machte sich auch im Scoring bemerkbar. So zogen die Gastgeber dank Hrovats Punkte 13 und 14, sowie Zählern von Mika auf 84:71 (37.) davon. Das Gießener Spiel sollte auch in der Crunchtime nicht mehr den erhofften Anschluss finden und so ging die Reise nach Oberfranken mit 80:95 verloren.

Am Sonntag, den 17. März um 18.00 Uhr heißt es dann für den Traditionsclub Heimspiel gegen den Vizemeister ALBA BERLIN. Online im Ticketshop und in allen bekannten Vorverkaufsstellen sind noch Karten für die Begegnung erhältlich.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Glückwunsch an Bayreuth. Sie haben natürlich durch das letzte Viertel ganz verdient gewonnen. In den ersten drei Vierteln haben wir ganz stark gespielt. Natürlich immer mit dem Hintergrund, dass wir heute eine so kurze Bank hatten. Und wenn dann die Bank nicht die Aggressivität aufbringt, die ich mir vielleicht erhofft hatte, dann war das unter anderem vielleicht auch ein Grund, warum uns im letzten Viertel die Luft ausging. Hinzu kommt dann wieder, dass wir dadurch mental auch gar nicht mehr da waren, was man besonders an den Turnovern gegen die Presse sieht. Hinzu kamen dann die drei oder vier Dreier durch Doreth die genau in der Phase kamen, in der das Spiel gekippt ist. Wir haben insgesamt wirklich eine Menge richtig gemacht, aber dann kam der Punkt, an dem wir das Spiel aus der Hand gegeben haben.“

Raoul Korner (Cheftrainer medi bayreuth): „Wir haben ein sehr gutes und intensives Spiel erlebt. Wir haben uns eine Menge vorgenommen, was insbesondere die Defensive betrifft. Wir wollten Gießen ins Halbfeld nehmen, was bestimmt den einen oder anderen Turnover dann erzwungen hat. Außerdem wollten wir Bryant aus dem Spiel nehmen. Da schaut man das Spiel und denkt sich, dass das eigentlich ganz gut gelungen ist und wirft aber anschließend einen Blick auf den Statistikzettel und dann hat er trotzdem 16 Punkte und 17 Rebounds. Das ist unfassbar, was er diese Saison leistet. Außerdem wollten wir dann das Tempo hochhalten und letztendlich hat die Zeit dann für uns gesprochen. Es hieß dann: aggressiv bleiben, an sich glauben und sich nicht verunsichern lassen, wenn Gießen Würfe trifft. Denn Gießen ist wirklich eine sehr gute und erfahrene Mannschaft mit starker Balance zwischen innen und außen und Tempo und Kontrolle. Ich freue mich, dass wir heute dann eine sehr starke Mannschaft geschlagen haben.“

medi bayreuth – GIESSEN 46ers 95:80 (42:46)

Viertelergebnisse: 23:21, 19:25, 25:21, 28:13 

medi bayreuth: Eric Mika (13 Punkte), Adonis Thomas (8), Kassius Robertson (9), Kyan Anderson (10), Bastian Doreth (12), Andreas Seiferth (10), Gregor Hrovat (16), Lukas Meisner, De´Mon Brooks (13), Nik Raivio (4), Johannes Krug 

GIESSEN 46ers: Siyani Chambers (3), Bjarne Kraushaar, Mahir Agva (7), Max Landis, Tim Uhlemann, Larry Gordon (21), Jared Jordan (12, 6 Rebounds), Brandon Thomas (13), David Bell (8), John Bryant (16, 17 Rebounds) 

Zuschauer: 3.121 

Nächstes Spiel: So., 17.03.2019, 18:00 Uhr: GIESSEN 46ers – ALBA BERLIN

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