Monday Night Game geht an Würzburg – 46ers unterliegen mit 79:96

Foto: Viktor Meshko

Monday Night Game geht an Würzburg – 46ers unterliegen mit 79:96

Der ungewohnte Montagabend sollte für die GIESSEN 46ers kein gut gewählter Termin sein. In einer phasenweise zerfahrenen Partie fanden die Gastgeber Mitte des zweiten Viertels zu ihrem Spiel und verbuchten am Ende einen verdienten 96:79-Sieg. Auf der Gießener-Seite scorten mit Max Landis (11 Punkte), Dee Davis (11), Austin Hollins (10) und John Bryant (21) vier Akteure zweistellig. Auf der Gegenseite waren Robin Benzing (24), Maurice Stuckey (16), Kresimir Loncar (16) und Clifford Hammonds (15) am erfolgreichsten.

Mit kompletter Besetzung gingen die GIESSEN 46ers in die schwere Auswärtspartie. Zur Freude der Gießener Anhänger stand der lange Zeit verletzungsbedingt fehlende Guard Max Landis in der umformierten 46ers-Starting-Five. Ihm zur Seite beorderte Cheftrainer Ingo Freyer: Dee Davis, Austin Hollins, Benjamin Lischka und Kapitän John Bryant. Die Gastgeber aus der Residenzstadt agierten zu Anfang mit Clifford Hammonds, Maurice Stuckey, E.J. Singler, Robin Benzing und Kresimir Loncar.

Einen verheißungsvollen Beginn fanden die Gießener, die gleich mit einem Alley-oop durch Austin Hollins durchstarteten (1.). Hammonds und Stuckey sorgten anschließend mit schnellen fünf Punkten für die Würzburger 5:2-Führung (2.). Beide Teams zeigten sich in der Anfangsphase wenig zielsicher, weder im Inside-, noch im Outside-Play sollten die Würfe fallen. Erst Bryant mit einem Layup und darauffolgend mit einem Dreipunktewurf markierte die nächsten Zähler für seine Farben (9:7, 5.). Nachdem Benzing den Ausgleich per Jumpshot einschweißte, kassierten die Gastgeber das fünfte Teamfoul, was Davis an der Freiwurflinie gekonnt zu nutzen wusste (11:9, 7.). Die Gäste agierten weitestgehend mit einer Zonenverteidigung, was zu vielen Würzburger Würfen von außen führte, die meist nicht das Ziel in die Reuse fanden (1/12). So konnte Gießen sich einen marginalen Vorteil durch Rückkehrer Landis sichern (15:11, 8.). Dieses defensiv geprägte erste Viertel endete mit 15:13 für die 46ers.

Die Mittelhessen kamen durch einen beherzten Drive von Maurice Marin zu ihren ersten Punkten in diesem zweiten Abschnitt, die im direkten Gegenzug durch Loncar´s Dreier beantwortete wurde. Als dann noch Abdul Gaddy einen erfolgreichen Korbleger produzierte, nahm 46ers-Cheftrainer Freyer die nötige Auszeit (18:17, 12.). In dieser Phase war ein Abnutzungskampf unter dem Korb zu verzeichnen, den sich insbesondere Bryant und Loncar lieferten. Es waren die Distanzschützen Marin und Hammonds die jeweils für ihre Farben punkteten. Lischka mit einem Dreipunktespiel ließ die 46ers wieder in Führung gehen (25:23, 15.). Die körperbetonte Partie wog hin und her – während die Mittelhessen immer wieder an die Freiwurflinie geschickt worden, forcierten die Unterfranken durch Loncar und Leon Kratzer das Spiel unter dem Korb, was den erneuten Führungswechsel zum 29:28 (17.) einbrachte. Dies bewegte den 46ers-Headcoach zur einen weiteren Auszeit, um die Seinen neu zu instruieren. Aber Würzburg war es, die frischer aus der kurzen Pause kamen und Hammonds sowie Gaddy einen 5:0-Run auf das Parkett brachten (34:28, 18.). In die Halbzeit ging es für die 46ers mit einem 30:35-Rückstand.

In die zweite Halbzeit fanden die Unterfranken durch Loncar und Benzing schnell zu ihrem Flow, was die 39:30-Führung bedeutete (22.). Die Gastgeber fanden immer weitere Lösungen, um die insbesondere im ersten Viertel griffige Zonenverteidigung der Gießener zu durchbrechen. Der treffsichere Benzing aus dem Halbfeld, wie auch Stuckey von der Freiwurflinie vergrößerten den Abstand auf 48:39 (25.). Die Mittelhessen hingegen hielten sich durch Dreier von Landis und Hollins über Wasser. Als Mahir Agva vier Zähler in Folge auf das Tableau der Gießener fabrizierte, nahm Headcoach Dirk Bauermann beim Stand von 48:43 (25.) ein Timeout, um den aufkommenden Lauf der Mittelhessen zu unterbrechen. Diese Maßnahme schien auf beiden Seiten Früchte zu tragen, so war Miles Jackson-Cartwright auf den einen, und Jamar Abrams auf der anderen Seite per Dreier erfolgreich (53:46, 26.). Die Hände der Mittelhessen waren in dieser Phase justiert und Hollins jagte den nächsten Distanzwurf in die Reuse (49:53, 27.). Abermals reagierte Cheftrainer Bauermann und beorderte sein Team zum Gespräch. Stuckey und Benzing nahmen sich die Worte ihres Coaches zu Herzen und vergrößerten den Abstand wieder auf 60:49 (28.). In dieser Phase gelang den Mittelhessen recht wenig. Erst Landis mit zwei Dreierwürfen vermochte die Gießener auf 55:64 ran zubringen.

Das letzte Viertel begann für die 46ers mit Bryant und vier Zählern in Folge, was ein 59:64 (32.) für die Anzeigetafel bedeutete. Das Ensemble um Bryant hielt den anfänglichen Schwung aber nicht hoch und so waren es wieder die Würzburger ihrerseits, die den Abstand ausbauten (61:71, 34.). Nach einer dringend benötigten Auszeit von Cheftrainer Freyer, war es wieder Kapitän Bryant der mit einem Dreipunktespiel für den Anschluss sorgte (63:71, 35.). Während Lischka sich im Nahkampf unter dem Korb durchsetze, waren die Unterfranken von der Ferne erfolgreich. Immer wieder waren es Benzing und Stuckey die einen Lauf für ihre Farben kreierten (83:68, 35.). Zwar waren die Mittelhessen stetig bemüht zu Zählern zu kommen, aber der Ertrag war überschaubar.  Vier Minuten vor Schluss, war Lischka mit einem Layup zum 70:84 erfolgreich. Die Crunchtime war angebrochen – die Gießener fanden zwar gelegentlich aus der Distanz Lösungen, wie durch Marin, aber die Hausherren waren jederzeit in der Lage diese zu übertrumpfen. So mussten sich am Ende die Gießener deutlich mit 96:79 geschlagen geben.

Nahtlos geht es für die GIESSEN 46ers in dieser Woche weiter. Am kommenden Samstag, den 17.03.2018 um 20.30 Uhr steht die Heimpartie gegen den Tabellendritten MHP RIESEN Ludwigsburg an. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit den letztjährigen Gießenern Justin Sears und Dwayne Evans.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Glückwunsch an Würzburg, sie haben zurecht gewonnen. Wir hatten uns viel vorgenommen und haben viel versucht. Am Ende war in diesem auch durch die Schiedsrichter sehr zerfahrenen Spiel Würzburg in ihren einzelnen Positionen tougher als wir, und das ist auch in Ordnung so. Wir haben alles gegeben, aber wenn man auf einen Gegner trifft, der von der Mentalität her so auftritt wie Würzburg heute, dann wird es schwer. In der ersten Halbzeit hatten wir noch eine Chance, auch dank unserer Zonenverteidigung. Am Ende hat Würzburg es mit Robin Benzing routiniert runtergespielt, ähnlich wie im Hinspiel. Wir waren nicht clever genug ihn zu attackieren und ihm sein fünftes Foul anzuhängen.“

Dirk Bauermann (s.Oliver Würzburg): „Wir hatten einen wackligen Start, weil Gießen uns mit der Zonenverteidigung überrascht hat und wir eine Weile gebraucht haben bis wir wussten, wie wir dagegen anzugreifen haben. Wir haben zu Beginn den Ball nicht gut genug laufen lassen und zu viel von außen geballert, statt das Herz der Verteidigung zu attackieren. Wenn man aber in solchen Situationen weiter defensiv investiert und im Spiel bleibt, dann stellt sich irgendwann der Rhythmus ein. Man darf sich nur nicht in seiner Konzentration und Intensität schwächen lassen. Das ist ein Prozess, in dem wir mittlerweile viel weiter sind als am Anfang der Saison. Gegen die Überraschungsmannschaft der Liga so überzeugend zu gewinnen ist ein wichtiges Zeichen nach der knappen Niederlage in Frankfurt. In den letzten 30 Minuten haben wir sehr guten Basketball gespielt, auch am defensiven Brett haben wir uns im Vergleich zum Frankfurt-Spiel deutlich gesteigert. Leon Kratzer war heute unser bester Verteidiger gegen John Bryant, er hat seine Sache sehr gut gemacht.“

s.Oliver Würzburg – GIESSEN 46ers 96:79 (35:30)

Viertelergebnisse: 13:15, 22:15, 29:25, 32:24

s.Oliver Würzburg: Abdul Gaddy (8 Punkte), Owen Klassen (2), Miles Jackson-Cartwright (5), Leon Kartzer (6), Maurice Stuckey (16), Kresimir Loncar (16), E.J. Singler, Vytenis Lipkevicius (4), Robin Benzing (24), Dejan Kovacevic, Clifford Hammonds (15), Felix Hoffmann

GIESSEN 46ers: Jeril Taylor (2), Mahir Agva (4), Alen Pjanic, Max Landis (11), Dee Davis (11), Leon Okpara, Benjamin Lischka (9), Jamar Abrams (3), Austin Hollins (10), Mauricio Marin (8) John Bryant (21)

Zuschauer: 3.009

Nächstes Spiel:        Samstag, 17.03.2018, 20.30 Uhr: GIESSEN 46ers vs. MHP RIESEN Ludwigsburg

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