Offensiv-Festival ohne Happy End – GIESSEN 46ers mit 98:82-Niederlage bei den EWE Baskets Oldenburg

Foto: Ulf Duda

Offensiv-Festival ohne Happy End – GIESSEN 46ers mit 98:82-Niederlage bei den EWE Baskets Oldenburg

Im nächsten Highscore-Spiel mit Beteiligung der diesmal ersatzgeschwächten GIESSEN 46ers unterlag die Truppe von Cheftrainer Ingo Freyer beim Champions League-Teilnehmer der EWE Baskets Oldenburg mit 98:82. In der mit 5.079 Zuschauern gefüllten EWE Arena reichten die 23 Punkte von Topscorer Austin Hollins nicht, um gegen die angriffslustigen Oldenburger rund um Spielmacher Bryon Allen (15 Punkte) und Forward Maxime de Zeeuw (21 Punkte) zählbares mit nach Hause zu nehmen.

Nach dem dritten Heimsieg in Folge aus der Vorwoche gegen den Mitteldeutschen BC hatten die GIESSEN 46ers mit dem Vizemeister aus Oldenburg eine besonders große Herausforderung vor der Brust: Gegen die zweitstärkste Offensivmannschaft der Liga fehlten gleich zwei Guards verletzungsbedingt. Max Landis und Mauricio Marin hatten sich im Spiel gegen den MBC verletzt, wodurch die Backcourt-Rotation entschieden geschwächt wurde.

John Bryant und Dee Davis, die neben Austin Hollins, Jamar Abrams und Jahenns Manigat die Starting Five für die GIESSEN 46ers bildeten, sorgten überraschend für die schnelle 5:0-Führung nach zwei Minuten. Hollins legte nach, doch die Gastgeber hatten in einer Highspeed-Partie ebenfalls früh Fahrt aufgenommen – zwei Oldenburger Dreier besiegelten den ersten Führungswechsel (10:8, 4.). Manigat rechtfertigte seine Starter-Nominierung mit einem Dreipunktespiel, Hollins finishte nach Oldenburger Turnover in einer hart umkämpften Phase per Dunking – das Spiel war wieder ausgeglichen (12:12, 5.). Der Vorteil wechselte nun mehrfach, Manigat und der eingewechselte Benjamin Lischka punkteten gegen die enge Verteidigung des ehemaligen 46ers Karsten Tadda (17:16, 7.). Doch die Gießener Ballverluste mehrten sich, nur Abrams’ Freiwürfe und Völlers Layup konnten zum Ende der ersten zehn Minuten einen zu großen Abstand zu den energischen Donnervögeln von Headcoach Mladen Drijencic verhindern (29:22, 10.).

Das zweite Viertel verlief ebenfalls zugunsten der Gastgeber. Trotz Manigats Dreier zogen die Baskets, angeführt von Bryon Allen, innerhalb von drei Minuten auf 38:25 davon. Manigat assistierte bei Davis’ Distanztreffer, Lischka setzte sich erneut unter dem Brett durch, doch die Niedersachsen konnten durch zielstrebige Offensivaktionen und weiteren Ballverlusten der 46ers den zweistelligen Vorsprung halten (42:30, 5.). Es waren nun die Gießener Center Mahir Agva und John Bryant, die mit je vier Punkten dafür sorgten, dass die Freyer-Truppe dennoch im Spiel blieb (49:38, 17.). Der entscheidende Mann auf dem Platz war in dieser ersten Hälfte jedoch der glänzend aufgelegte Oldenburger Shooting Guard Allen, der sein Team vor der Halbzeitpause sowohl als Vorbereiter, als Distanzschütze als auch unter dem Korb zu einer verdienten 15-Punkte-Führung warf (58:43, 20.).

Mit Elan kamen die GIESSEN 46ers aus der Kabine. Austin Hollins setzte mit seinem Fernschuss eines von mehreren Gießener Ausrufezeichen, die die Oldenburger durch Routinier Rickey Paulding jedoch jeweils konterten. 64:50 stand es nach 22 Minuten. Erneut war es Hollins, der per Tip-In nach erfolglosem Manigat-Dreier auf 64:53 verkürzte. Das Tempo zog nochmal an, Oldenburg erspielte sich erstmals eine Führung von 17 Zählern, weil den 46ers in der Zone nun der letzte Feinschliff fehlte (70:53, 25.). Nach starkem Assist von Bjarne Kraushaar, der immer wieder auf der Guard-Position aushalf versenkte Hollins den nächsten von insgesamt fünf Dreiern. Abrams’ Korbleger nach Offensivrebound stellte in einer nun wieder fokussierteren 46ers-Phase auf 74:61 (27.). Man merkte den Mittelhessen den Willen deutlich an, doch die kurze Rotation der Aufbauspieler forderte ihren Tribut. Am Ende sollten 19 Turnover der 46ers auf dem Scoutingbericht verzeichnet sein. Austin Hollins übernahm wiederholt die Verantwortung, netzte den nächsten Dreier ein. Davis, der mit 34 Minuten Spielzeit neben Hollins ein Dauerticket auf dem Parkett gebucht bekam, schloss nochmal einen Fastbreak ab, doch der sichere Maxime de Zeeuw versenkte im Gegenzug aus der Distanz. Völler und Manigat setzten sich zum Ende des Viertels nochmal unter dem Brett durch und stellten auf ein 81:68.

Das letzte Viertel: Abrams blies per Korbleger zum letzten Aufbäumen (81:70, 31.). In einer schnellen aber zerfahrenen Phase ohne viele Korberfolge auf beiden Seiten, schafften die 46ers es, erstmals wieder auf einen einstelligen Rückstand zu reduzieren. Auch wegen Austin Hollins’ nächstem Downtown-Treffer gelang 4 Minuten vor dem Ende das 83:75 – der Sieg war wieder im Bereich des Möglichen. Die Rebounderfolge der Mittelhessen mehrten sich pünktlich zur Crunchtime, der Fokus war nun wiederhergestellt. Erneut war es aber de Zeeuw, der den Hoffnungen ein jähes Ende setzte und die erneute zweistellige Führung zum 88:78 bei noch 90 Sekunden auf der Uhr brachte. Und spätestens der Fastbreak-Slamdunk von Oldenburg-Ikone Rickey Paulding (92:79, 39.) machte dann doch klar, dass der zweite Auswärtssieg der GIESSEN 46ers noch auf sich warten lassen sollte. Daran änderte auch Manigats Halfcourt-Dreier zur Schlusssirene nichts mehr. Am Ende zeigte die Anzeigetafel ein deutliches und verdientes 98:82 für die EWE Baskets aus Oldenburg.

Die nächste Partie für die GIESSEN 46ers steht am kommenden Samstag wieder vor heimischem Publikum an. Gegen die Mannschaft von Science City Jena gilt es dann, die Heimsieg-Serie weiter auszubauen, um sich im Mittelfeld der Tabelle festzusetzen.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Es ist immer schwer, hier in Oldenburg zu spielen. Am Ende haben wir es aber ganz gut gemacht. Da haben dann alle in der Halle wohl gedacht, dass es doch nochmal kippen könnte. Kurz vor Schluss haben wir den Hebel aber nicht mehr umgelegt, von der Aufholjagd bis dahin, die Partie vielleicht doch noch cool nach Hause zu spielen. Ich hatte zwar Austin Hollins gesagt, er soll viel auf eigene Faust machen. Aber es waren dann einfach zu viele Turnover.“

Mladen Drijencic (Cheftrainer EWE Baskets Oldenburg): „Wir wussten, dass das kein einfaches Spiel für uns werden würde. Das kann man grundsätzlich diese Saison für die ganze Liga sagen, dass es keine klaren Prognosen gibt. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben unseren Gameplan umgesetzt und in der ersten Halbzeit hervorragende Offense gespielt. Wir hatten die Kontrolle über das Geschehen und haben dann Gießen wieder ins Spiel kommen lassen. Das haben sie gnadenlos ausgenutzt. Wir dürfen nicht zu sehr an den Score denken sondern müssen vielmehr unsere Defensive im Blick haben.“

EWE Baskets Oldenburg – GIESSEN 46ers  98:82 (58:43)

Viertelergebnisse: 29:22, 29:21, 23:25, 17:14

EWE Baskets Oldenburg: Bryon Allen (15 Punkte), Karsten Tadda (2), Frantz Massenat (6), Maxime de Zeeuw (21), Rickey Paulding (10), Rasid Mahalbasic (15), Isaiah Philmore (2), Mickey McConnell (9), Philipp Schwethelm (14), Brad Loesing (4)

GIESSEN 46ers: Bjarne Kraushaar, Mahir Agva (7, 6 Rebounds), Dee Davis (15), Benjamin Lischka (4), Austin Hollins (23), Jamar Abrams (8), Jahenns Manigat (14), Marco Völler (2, 5 Rebounds), John Bryant (9, 9 Rebounds)

Zuschauer: 5.079

Nächstes Spiel:        Samstag, 18.11.2017, 20.30 Uhr: GIESSEN 46ers – Science City Jena

Letzte News