Rackelos fackeln Offensivfeuerwerk ab – Dreierflut setzt Itzehoe Schachmatt

Foto: Sven Kuczera Photography

Rackelos fackeln Offensivfeuerwerk ab – Dreierflut setzt Itzehoe Schachmatt

Mit einem 100:76-Heimsieg sind die Depant GIESSEN 46ers Rackelos am Sonntagabend erfolgreich in die Playoffs gestartet. Eine sensationelle Dreierquote von 55% ließ die Gäste aus Itzehoe phasenweise verzweifeln. Mit sechs Treffern von Downtown wurde Youngster Tim Uhlemann Topscorer seiner Farben. Ausschlaggebend war allerdings die enorme Teamleistung, dank derer die Mittelhessen in der Best-of-3-Serie mit 1:0 in Führung gehen.

Zwei Gründe waren für den späteren Sieg äußerst förderlich. Neben der Treffersicherheit von außen, die allerdings erst im zweiten Viertel ins Maß des Traumwandlerischen eintreten sollte, war dies die engagierte Defensivarbeit der Rackelos. Vor allem Eagles-Topscorer Kevin Mickle setzte kaum einen Stich und wurde unter anderem von Thomas Tshikaya über vierzig Minuten kontrolliert. Nachdem sich der US-Amerikaner im Anfangsviertel spektakulär verstopfte, markierte er aus der Halbdistanz das 12:13. Während dies seine einzigen Punkte aus dem Feld bleiben sollten, war es in der Anfangsphase vor allem Routinier Johannes Lischka, der enorm viel Verantwortung schulterte. In einer etwas nervösen Anfangsphase trug der Kapitän sein Team mit zwölf Punkten im ersten Durchgang. Per Dreier, der eines Regenbogens gleich nach hoher Flugbahn durchs Netze flutschte, erhöhte Lischka auf 19:14 nach acht Minuten. Zwei Abstauberpunkte nach Offensivrebounds durch Jestin Lewis und Tim Köpple ließen Gießen dann erstmals auf 23:16 enteilen.

Was danach geschah, lässt sich mit Worten nur unzureichend beschreiben. Ob Lewis, Leon Okpara oder Uhlemann: Von der Dreipunktelinie liefen große Teile des Gießener Teams heiß und knackten so die mit verschiedenen Verteidigungsarten dagegenhaltenden Eagles. Als auch Bjarne Kraushaar vom „Parkplatz“ abdrückte und so auf 45:27 (16.) stellte, schien die Vorentscheidung zum Greifen nah. Trotz einer von Itzehoe-Coach Pat Elzie genommenen Auszeit legten die Rackelos nach. Sehenswert blockte Lischka Aufbauspieler Kraushaar frei, der mit Karacho in die Zone penetrierte und nach einem Kick-out-Pass Köpple fand: Auch dieser Dreier saß. Trotz engagierter Verteidigung ließ Uhlemann einen weiteren Distanztreffer folgen. Nach dem so erspielten 51:30 zweieinhalb Minuten vor dem Ende kam aber ein Bruch ins Spiel der Gießener. Die Störstädter ließen bis zur Pausensirene keinen Gegentreffer mehr zu und verkürzten so bis auf 39:51. Der Gang in die Kabine kam für die Gastgeber somit zur goldrichtigen Zeit.

Dort fand das Trainergespann der Rackelos offensichtlich genau die richtigen Worte. „Wir haben den Jungs gesagt, sie sollen so spielen als würde es nochmal bei 0:0 losgehen“, erklärt Lutz Mandler. Nach einem zerfahrenen Auftakt sprengte Okpara mit seinem Zug zum Korb die Zone der Eagles und markierte die ersten Punkte. Kraushaar legte im Fastbreak ab, störte Itzehoe erfolgreich beim Einwurf, mopste den Ball und legte auf Okpara ab, der per Dreipunktespiel abschloss. Dreier von Uhlemann trotz enger Deckung von Mickle und Lewis machten beim Stand von 68:46 früh den Deckel drauf. Uhlemann ließ sich von der hohen Führung jedoch nicht beirren und verwandelte die Sporthalle Gießen-Ost mit zwei weiteren Dreiern endgültig in ein echtes Tollhaus.

Mit einem 74:52 im Rücken ging es in den Schlussabschnitt. Obschon Itzehoes Thorben Haake die ersten Zähler gehörten, war es Lewis, der einen clever herausgespielten Dreier versenkte und so an die Scoring-Power des dritten Viertels anknüpfte. Center-Hüne Lars Kröger warf nochmals alles in die Waagschale und sorgte durch fünf Punkte in Folge dafür, dass die Eagles ein letztes Mal auf 62:79 heranschnupperten. Tatsächlich waren die Rackelos in der folgenden Angriffssequenz drauf und dran, sich nach einem Ballverlust die nächsten Fastbreakzähler einzufangen. Okpara stahl den Ball aber zurück und holte im Fastbreak selbst die nächsten Punkte.

Neben einem Tomahawk-Dunk von Jordan Williams war es die Wechseltaktik der nun siegesgewissen Gießener, die die nächsten Highlights setzte. Zeitweise standen mit Lucas Mayer, Köpple, Tim Kordyaka, Lischka und Uhlemann ausschließlich Eigengewächse auf dem Parkett. Letztgenannter war es, der seinen sechs Dreiern einen kraftvollen Fastbreakdunk nach Steal hinzufügte. An der Linie sorgte Uhlemann in den Schlussminuten mit den Punkten 99 und 100 schließlich für den stimmungsvollen Schlussakkord eines an Spektakel reichen Abends. Die Zuschauer in der Osthalle hatten sich längst zu Standing Ovations erhoben und skandierten bei der – natürlich von Uhlemann angeleiteten – Humba-Folklore fröhlich mit.

Am kommenden Samstag können die Depant GIESSEN 46ers Rackelos durch einen weiteren Sieg das Viertelfinalticket ziehen. Bei einer Niederlage käme es am 15. März zum Entscheidungsspiel auf heimischen Parkett.

Depant GIESSEN 46ers Rackelos – Itzehoe Eagles 100:76 (51:39)

Viertelergebnisse: 23:16, 28:23, 23:13, 26:24

Lutz Mandler (Co-Trainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Die Anzahl unserer Assists [27] zeigt, dass wir heute einen guten Teambasketball gespielt haben. Wir haben Itzehoes Topscorer Kevin Mickle gut kontrolliert, Thomas Tshikaya hat hier einen super Job gemacht.“

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Lucas Mayer, Bjarne Kraushaar (10 Punkte, 8 Assists), Tim Köpple (11), Jordan Williams (7), Tim Uhlemann (22), Tim Kordyaka, Leon Okpara (19), Johannes Lischka (14), Thomas Tshikaya (4), Jestin Lewis (13, 5 Steals).

Itzehoe Eagles: Justinas Zirlys (4), Thorben Haake (5), Kevin Mickle (3), Milen Zahariev (14), Lucas Wilke, Stefan Schmidt (13), Lars Kröger (9), Joachim Feimann, Tim Lang (6), Flavio Stückemann (8), Fabio Galiano (2), Erik Nyberg (12)

 

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