Rackelos nach Seitenwechsel energischer – 80:68-Sieg über Bayern-Nachwuchs

Foto: Sven Kuczera Photographie

Rackelos nach Seitenwechsel energischer – 80:68-Sieg über Bayern-Nachwuchs

Die Depant GIESSEN 46ers Rackelos konnten am Samstagabend gegen die Zweitvertretung des FC Bayern in der ProB-Süd ihren vierten Saisonsieg feiern. Mit nun zwei Siegen in Folge halten die Gießener Anschluss auf einen hinteren Tabellenplatz. Grundlage dafür war eine verbesserte Verteidigungsleistung in der zweiten Halbzeit, in der die Bayern nur 27 Punkte markieren konnten.

Dabei konnten sich die Rackelos erstmals über die Dienste des nachverpflichteten Innenspielers Jordan Williams freuen, der auch in der Startformation stand und im Nachfassen das 4:2 nach zwei Minuten erzielte. Drei Fastbreakabschlüsse in Folge der Gäste zwangen Cheftrainer Rolf Scholz dann aber zur Auszeit. Per Spinmove vernaschte Johannes Lischka danach seine Gegenspieler und legte trotz eines Fouls von Jannick Jebens zum 8:10 ab. Auch der Bonusfreiwurf passte. Einen schweren Mitteldistanzschuss versenkte kurz darauf Thomas Tshikaya, bevor Bjarne Kraushaar seinen Gegenspieler Viktor Frankl-Maus stehenließ und unterm Brett Lischka fand, der zum 13:13 ablegte. Bayern hielt in einem völlig ausgeglichen Auftaktviertel in Form von Nelson Weidemann  dagegen. Auf der Gegenseite war es aber erneut Tshikaya, der einen Dreier direkt ins Gesicht von Jacob Knauf abfeuerte und das 16:16 bestellte. Leon Okpara, der in der Verteidigung gegen Weidemann einen guten Job machen sollte, tat es ihm gleich und traf aus der Ecke zur Führung.

Mit einem 23:22 im Rücken starteten die Gießener ins zweite Viertel und durften sich über einen weiteren Dreier Okparas freuen. Auf beiden Seiten wurde das Spiel aber ballverlustreicher, weshalb Gäste-Trainer Demond Greene seine Schützlinge zur Auszeit bat. Tatsächlich traten die Bayern im Spielaufbau nun ruhiger auf und erarbeiteten sich fünf Punkte in Folge auf Basis eines flüssigen Angriffsspiels. Mit viel Traute legte Kraushaar dann zwar zum zwischenzeitlichen 28:31-Anschluss ab. Defensiv setzten die Bayern dem Heimteam aber durch ihre Ganzfeldpresse zu, die zu einer Reihe von Ballverlusten im Vorfeld führte. So ging auch einem Korbleger von Bruno Vrcic ein Abspielfehler beim Einwurf der Gießener voran, der ein 38:30 aus bayerischer Sicht nach 17 Minuten bedeutete. Im Fallen fand Kraushaar danach Williams, der das 32:38 erzielte, bevor Okpara nach einem Steal zu leichten Zählern kam. Den letzten Korb erzielte aber Knauf kurz vor Ablauf der Uhr per Dunk, weshalb die Münchner mit einem 41:35 in die Kabine gehen durften.

War es den Rackelos zuvor über Minuten nicht gelungen, den herausgespielten Punktepuffer des FCB zu eliminieren, reichten nun siebzig Sekunden. Williams, Lischka per Jumper und Alen Pjanic, der von Kraushaar bedient wurde, der seinerseits einen Wimpernschlag zuvor einen Pass von Knauf in der bayerischen Zone antizipiert hatte, brachten ein 41:41 auf die Anzeigetafel. Auf Licht folgte jedoch Schatten, weshalb zwei Ballverluste auf Gießener Seite im Handumdrehen von Julius Düh und erneut Knauf zur neuerlichen Führung umgemünzt wurden.

Die Partie wurde nun zerfahrener: Überhastete Abschlüsse auf beiden Seiten ließen die Wurfquoten sinken. Gießen aber ging mit etwas mehr Biss zur Sache, weshalb Pjanic sich nach zweifachem Offensivrebound selbst belohnte und das 48:48 erzielte (25. Spielminute). Per Alley-oop-Anspiel ließ Kraushaar, der an diesem Abend acht Assists verteilte, erneut Pjanic einfliegen, der die Murmel kraftvoll durchs Nylonnetz drosch. Die daraus resultierende Führung sollten die Gießener bis zum Ende verteidigen. Während Bayern nun reihenweise gute Gelegenheiten liegen ließ, schienen die 46ers nach Dreiern von Adam Klie aus der Ecke und Tim Uhlemann das Momentum auf ihre Seite zu ziehen (56:48, 28.). Angeführt von Frankl-Maus und Matej Rudan konnten die Isarstädter bis zum Viertelende aber Schadensbegrenzung betreiben, weshalb es mit 60:54 aus Sicht der Gießener ins Schlussviertel ging.

Gleich zu Beginn schienen die 46ers den Ball im Vorfeld einmal mehr preiszugeben. Klie rettete das Spielgerät auf Höhe der Mittellinie aber elegant, befreite sich mit einer Drehung am Spielfeldrand und passte sofort auf den enteilten Uhlemann, der bereits unterm Bayern-Korb gelauert hatte. Per Dreier zum 57:62 bewies Vrcic, dass die Gäste das Spiel noch lange nicht abgeschlossen hatten und ließ prompt einen weiteren Treffer von Downtown folgen. Danach ging die Schlagzahl merklich runter. Mit Ausnahme von Freiwurfpunkten Okparas schienen Reuse und Ball über drei Minuten jeden Kontakt zueinander abbrechen zu wollen. Am Ende einer zerfahrenen Phase war es Routinier Lischka, der das 66:60 für Gießen erzielte und für eine gute Ausgangssituation vor den vier Schlussminuten sorgte. Während die Bayern noch zwei weitere Minuten auf ihre nächsten Zähler warten mussten, erhöhte Williams am Brett weiter. Kilian Binapfls Lebenszeichen per Jumger zum 62:68 (37.) kam so zu spät: Am Ende einer 45sekündigen Angriffssequenz der Gießener und zwei Offensivrebounds von Lischka war es selbiger, der per Layup für die Vorentscheidung sorgte. Coach Greene verordnete seiner Mannschaft in der siebzig Sekunden vor Spielende genommenen Auszeit die Verlegung auf taktische Fouls. Statt so jedoch heranzukommen, bauten Okpara, Lischka, Klie und viermal Kraushaar die Führung eher noch aus.

Für die Gießener war es der zweite Sieg in Folge. Nach der Hinrunde steht das Team mit acht Punkten so auf Platz 11. In Ulm gilt es am kommenden Sonntag (9.12., 17:00 Uhr) nun nachzulegen. Das letzte Heimspiel vor Weihnachten findet eine Woche später gegen Frankfurt statt.

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Einen Schönheitspreis haben wir heute vielleicht nicht gewonnen, dafür aber ein sehr wichtiges Spiel. Es war ein hartes Stück Arbeit, unser energisches Auftreten im zweiten Durchgang war der Schlüssel zum Sieg.“

Lutz Mandler (Assistenztrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Wenn du in der zweiten Hälfte nur 27 Punkte zulässt, dann musst du das Spiel zu Hause gewinnen. Das ist klar. Ein Sonderlob gebührt Leon Okpara, der Bayerns Topscorer Nelson Weidemann über weite Strecken an die Leine legen konnte und gerade defensiv einen tollen Job gemacht hat.“

Depant GIESSEN 46ers Rackelos – FC Bayern Basketball 80:68 (35:41)

Viertelergebnisse: 23:22, 12:19, 25:13, 20:14

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Adam Klie (9 Punkte), Bjarne Kraushaar (12, 8 Assists), Tim Köpple, Jordan Williams (9), Alen Pjanic (9), Tim Uhlemann (5), Leon Okpara (12), Johannes Lischka (19), Thomas Tshikaya (5), Jannis Hahn

FC Bayern Basketball II: Nelson Weidemann (6), Viktor Frankl-Maus (5), Rudan Matej (9), Erol Antonio Ersek, Jannick Jebens (7), Bruno Vrcic (14), Kilian Binapfl (10), Nemanja Markovic, Constantin Schmitt (2), Jacob Knauf (9), Julius David Düh (6)

Letzte News