Rackelos unterliegen Iserlohn trotz starker Charakterleistung 68:73

Rackelos unterliegen Iserlohn trotz starker Charakterleistung 68:73

Dramatischer Schluss im Heimspiel der GIESSEN 46ers Rackelos: Dreißig Sekunden waren in der Sporthalle Gießen-Ost noch zu spielen, als Iserlohns Nikita Khartchenkov beim Stand von 68:68 in Ballbesitz kam. Dicht bedrängt von Johannes Lischka erarbeitete sich der 30-Jährige einen schweren Dreipunktewurf, traf und brachte die Gäste am Ende einer kleinen Aufholjagd wieder in Front. Jeril Taylor verpasste auf der Gegenseite knapp, an der Freiwurflinie stellte Julian Scott schließlich den Endstand von 68:73 (25:28) aus Sicht der Rackelos her.

Vorausgegangen war eine Partie mit zwei Gesichtern. Während die Körbe auf beiden Seiten des Feldes in der ersten Halbzeit wie vernagelt schienen, fanden beide Mannschaften im zweiten Spielabschnitt ihren offensiven Rhythmus. Die Mittelhessen mussten unter anderem auf Bjarne Kraushaar und Leon Okpara verzichten, die wegen der ausgedünnten Personaldecke mit dem Bundesligakader der GIESSEN 46ers nach Oldenburg fuhren. Gerade Kraushaar fehlte zu Spielbeginn schmerzlich, als die Kangaroos mit einer Ballraumverteidigung die Zone abriegelten. Lischka und Scott brachten an der Freiwurflinie ein 4:2 auf die Anzeigentafel, Donte Nicholas bestellte per Dreier die erste Führung der Westfalen. In einer punktearmen Partie mussten die 46ers bis in die siebte Spielminute warten, bevor Taylor den ersten Feldkorb erzielte (7:5, 3:20 Minuten). Am Ende des ersten Spielabschnitts stand nach einem weiteren Dreier Taylors und Freiwurfpunkten von Nick Hornsby ein 12:10 für die Rackelos zu Buche.

Danach lief der Ball zunächst bei den Kangaroos runder. Erst nach einem 9:0-Punktelauf gelangen Taylor per Tip-in die ersten Zähler für die Gastgeber (14:19, 6:11 Minuten). Obwohl es sich die Gießener weiterhin schwertaten, erfolgreiche Abschlüsse zu erarbeiten, konnte das Spiel durch konsequente Reboundarbeit und eine bessere Freiwurfquote offen gehalten werden (90% in Halbzeit eins). Hornsby kam im Fastbreak zu Punkten (18:26), im Gegenzug war es aber Sören Fritze, der wieder in den zweistelligen Bereich erhöhte. „Wir standen uns gerade in der ersten Halbzeit oft selbst im Weg, produzierten zu viele Einzelaktionen und kamen so nicht ausreichend zu Punkten“, erklärt Rackelo-Cheftrainer Rolf Scholz nach Partieende. Erst nach einer Auszeit fanden die Mittelhessen zurück ins Spiel und legten in den letzten drei Minuten des zweiten Viertels einen 7:0-Run aufs Parkett. Mit viel Traute penetrierte kurz vor dem Pausentee zunächst Leo Vrkas die gegnerische Zone, bevor die 46ers einen Steal im vermeintlich letzten Angriff der Gäste generierten, Hornsby gefoult wurde und die Hausherren so bis auf 25:28 herankamen.

Bestach das Match im ersten Durchgang durch maue Quoten aus dem Feld und zahlreiche Ballverluste, präsentierte sich das Spiel beider Mannschaften danach wie ausgewechselt. Ein Tip-in Lischkas im ersten Angriff stellte die Weichen für eine kompakte Vorstellung der Gießener, die im dritten Viertel mehr Punkte erzielen sollten als in der gesamten ersten Hälfte. Hornsby bestellte per Dreier aus der Ecke nach dreieinhalb Minuten den Führungswechsel, ein freier Jumper Taylors aus dem Lauf erhöhte wenig später auf 41:38 (4:46 Minuten). Die Nummer fünf der Rackelos bediente den frei lauernden Pjanic, der in einem nun offenen Schlagabtausch das Pendel zurück auf hessische Seite schlagen ließ.

Durch die verkürzte Acht-Mann-Rotation hatten die 46ers nun verstärkt mit ihrer hohen Foulbelastung zu kämpfen: Vrkas wurde nach seinem vierten persönlichen zunächst auf die Bank zurückbeordert, in der Schlussphase des Spielabschnitts fehlte zudem Lischka, der sich eine leichte Schnittwunde im Gesicht zuzog und blutend vom Feld musste. Zuvor erarbeitete sich der Kapitän jedoch einen offensiven Rebound, den er zum 51:47 veredelte. Pjanic erhöhte per Dreier gegen die Zonenverteidigung der Kangaroos, weshalb die dezimierten Rackelos mit einem 54:48 in die letzten zehn Minuten starten konnten.

In diesen waren es die Westfalen, die den besseren Start für sich verbuchten. Khartchenkovs Dreier markierte den Schluss eines 7:0-Runs, der Gießen zur Auszeit zwang. Mit dem Rücken zum Korb brachte Hornsby danach die nächsten rot-weißen Punkte aufs Tableau. Es folgten zwar Dreier von Simon Kutzschmar und Nicholas auf der Gegenseite. Danach schlug jedoch die Stunde Hornsbys, der zunächst am Brett und in der folgenden Angriffssequenz via Dreier die Führung zurückeroberte (63:62, 4:52 Minuten). Der 22-jährige Power Forward sollte am Ende ein lupenreines Double-Double erzielen (19 Punkte, 12 Rebounds). Selbiges gilt für Lischka (18, 11) und Taylor (20, 11, 7 Assists), die die 46ers bei noch 140 zu spielenden Sekunden gar mit 68:62 in Front brachten.

„In der Schlussphase profitierte Iserlohn nun aber davon, dass sie in der Verteidigung härter zur Sache gehen konnten“, so Scholz nach dem Spiel. Während Gießen mit vielen foulbelasteten Spielern auf dem Feld stand, war bei den Kangaroos die Teamfoulgrenze noch nicht ausgereizt. Ein Dreier Kutzschmars im Fastbreak brachte die Gäste schließlich zurück in Schlagdistanz (65:68, 1:22 Minuten).

Nach einem technischen Foul gegen Pjanic erzielte Fritze an der Linie schließlich den 68:68-Ausgleich, bevor Khartchenkovs tiefer Dreier die Vorentscheidung brachte. Die Rackelos verloren damit ihr erstes Spiel auf heimischen Parkett und stehen nach dem neunten Spieltag auf dem fünften Tabellenplatz. Für Iserlohn war es der dritte Sieg in Folge, weshalb die Sauerländer mit nun vierzehn Punkten weiter Kontakt zum Tabellenführer Elchingen halten.

Rolf Scholz (Headcoach GIESSEN 46ers Rackelos): „Wir haben uns mit allen Mitteln durchzubeißen versucht und dabei über weite Strecken auch keine schlechte Figur abgegeben. Am Ende hat Iserlohn besser verteidigt und einige schwere Würfe getroffen, die man nicht jeden Tag versenkt.“

Weiter geht es für die GIESSEN 46ers Rackelos mit zwei Auswärtsspielen. Zunächst führt die Reise zu den Dresden Titans (19.11.), bevor am 02.12. der FC Bayern München II Gegner der Mittelhessen ist. Vier Tage kommt es dann ebenfalls gegen Bayern am Nikolaustag (06.12., 20:00 Uhr) zum nächsten Heimspiel.

GIESSEN 46ers Rackelos – Iserlohn Kangaroos 68:73 (25:28)

Viertelergebnisse: 12:10, 13:18, 29:20, 14:25

GIESSEN 46ers Rackelos: Jeril Taylor (20 Punkte, 11 Rebounds, 7 Assists), Daniel Thurau, Alen Pjanic (5), Johannes Lischka (18, 11 Rebounds), Marian Schick (4), Leo Vrkas (2), Anthony Okao, Nick Hornsby (19, 12 Rebounds)

Iserlohn Kangaroos: Sören Fritze (18), Gabriel de Oliveira (2), Simon Kutzschmar (7), Kristof Schwarz, Julian Scott (12), Donte Nicholas (16), Nikita Khartchenkov (13), Ruben Dahmen (2), Dejon Mitch Giddens

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