Rackelos wackeln, fallen aber nicht – 74:70 bei hart kämpfenden Rhöndorfern

Foto: Sven Kuczera Photography

Rackelos wackeln, fallen aber nicht – 74:70 bei hart kämpfenden Rhöndorfern

Beim Tabellenvorletzten aus Rhöndorf lagen die Depant GIESSEN 46ers Rackelos ab dem ersten Viertel kontinuierlich in Führung. Beim Stand von 69:49 aus hessischer Sicht schien das Spiel zu Beginn des Schlussabschnitts bereits entschieden. Die Drachen, bei denen neben dem am Bizeps verletzten US-Guard Kwan Waller auch Double-Double-Garant Zygimantas Riauka ab dem dritten Viertel nicht mehr mitwirken konnte, warfen jedoch alles in die Waagschale und kämpften sich in die Partie zurück. Offensiv konnten die Rheinstädter aber auch in dieser Phase nicht ausreichend Akzente setzen, weshalb die Rackelos das Spiel am Ende so knapp wie unterm Strich verdient mit 74:70 gewinnen sollten.

Für die Gießener war es der vierte Auswärtserfolg der laufenden Saison und der fünfte Sieg in Serie. Mit nun 22 Punkten auf der Habenseite machen Bjarne Kraushaar, Jestin Lewis und Co. einen riesigen Schritt in Richtung Playoffqualifikation.

Riauka eröffnete die Partie mit einem Korbleger über Johannes Lischka erfolgreich für die Rhöndorfer. Nach Zählern von Bo Meister und Julian Jasinski durften sich die Gastgeber dann gar über eine 4:2-Führung freuen. Dreier von Alen Pjanic und kurz darauf Thomas Tshikaya brachten danach jedoch die 46ers erstmals in Front. Immer wieder liefen die Gießener scharfe Fastbreaks, die etwa Leon Okpara trotz eines Fouls erfolgreich abschloss. Per Dreier konnte Jasinski für Rhöndorf ein letztes Mal ausgleichen. Kraushaars Distanzwurf zum 14:11 (5.) markierte kurz darauf jene Führung, die die Mittelhessen nicht mehr hergeben sollten. Gerade am offensiven Brett rackerten die Rhöndorfer weiter unermüdlich. Riauka und David Falkenstein vermochten Fehlversuche ihrer Mitspieler noch in Körbe umzumünzen. Lewis‘ Steal vier Sekunden vor dem Ende unterstrich aber die Stärke der Gießener an diesem Abend: Der US-Guard machte das Spiel schnell, fand Tim Uhlemann im Mittelkreis, der seinerseits auf Tim Köpple durchsteckte, der per Layup den 24:19-Viertelentstand markierte

Diesem Stil blieben die 46ers auch nach der Pause nahtlos treu. Köpple, der in dieser Phase viel Energie von der Bank brachte, bediente Alen Pjanic per Touchdownpass, der per Dunk vollstreckte. Nach weiteren Fastbreaks lagen die Gäste bereits mit 30:19 in Front und zwangen Drachen-Coach Thomas Adelt zur frühen Auszeit. Aus dieser kam Anish Sharda mit einem Dreier heraus. Uhlemann zahlte es seinem Gegner wenig später aber mit selber Münze zurück und erhöhte zum 33:22. Während Rhöndorf über das gesamte Spiel am offensiven Brett Rebounds wie am Fließband sammelte, kontrollierte Pjanic vier Minuten vor der Halbzeit einen der seltenen Gießener Abpraller nach eigenem Fehlwurf und erhöhte zum 41:27. In der Ecke fand Kraushaar den lauernden Jannis Hahn, der einen von insgesamt sieben Gießener Dreiern in der ersten Hälfte netzte. Nach einem Steal forcierte danach Pjanic das Tempo und erhöhte per Dunk im Fastbreak auf 48:27. Dreier von Jannick Kneesch und Abstauberpunkte durch Riauka brachten Rhöndorf kurz vor der Halbzeit aber wieder auf 32:48 heran.

Die Adelt-Truppe schalte nach dem Seitenwechsel in der Defensive gefühlt zwei Gänge rauf und kam nach Offensivrebounds zu weiteren Punkten. Wirklich nutzen konnten es die Adenauerstädter jedoch nicht, dass ihre Gäste zweieinhalb Minuten ohne Korberfolg blieben. Erst Pjanic, der mit 20 Punkten Topscorer werden sollte, brachte nach einem Fastbreak die nächsten Gießener Punkte auf die Anzeigetafel. Während Rhöndorf offensiv zu unstrukturiert wirkte, lief der Ball auf der Gegenseite nun deutlich besser. Ob Jordan Williams im Schnellangriff oder Lischka nach No-look-Pass von Kraushaar per Dreier: Bis zur Viertelmitte zogen die Gießener bis auf 58:38 davon. Daran änderte auch eine Auszeit der Dragons wenig, konnte Lischka direkt danach doch nach Belieben durch die Zone spazieren und am Brett ablegen oder Lewis per Layup das 62:41 markieren. Lewis war es dann zugleich auch, der einen von Center Alexander Möller initiierten 6:0-Lauf der Dragons aus der Halbdistanz stoppte. Die letzten Punkte gehörte schließlich Rhöndorfs Meister, der so den 49:64-Anschluss bestellte.

Die Auftaktminute des vierten Viertels war vom Tempobasketball der Rackelos bestimmt, die nach einem Steal von Okpara vorne Tshikaya fanden, der zum 49:67 vollstreckte. Per Jumper bestellte Pjanic rasch die nächsten Zähler und brachte Gießen neun Minuten vor dem Ende vorentscheidend in Führung. Ohne den nun auf der Bank verweilenden Riauka, der in nur 20 Minuten Einsatzzeit auf 12 Rebounds und ebenso viele Punkte kam, kämpften sich die Rhöndorfer Schritt für Schritt ins Spiel zurück. Zweimal kam zunächst Möller unbedrängt zu Abschlüssen am Gießener Brett. Danach war es offensiv zwar übermäßig Stückwerk, welches die Dragons zeigten. Hinten verriegelten die mit einer Ganzfeldzonenpresse agierenden Rheinländer aber exzellent. Während die Rackelos zu pomadig agierten, war es Jasinski, der immer wieder nach Offensivrebounds und per Freiwurfzählern die Hoffnung auf ein Comeback nährte. Als Lischka zur Viertelmitte Möller ein Foul anhing und zur Linie ging, waren dies die ersten Zähler, die Gießen nach fast vier Minuten erzielen sollte (71:61, 35.). Obwohl Rhöndorf weiter mit viel Herz agierte, blieben Erfolgserlebnisse in der Offensive Mangelware. Ein Dreier von Uhlemannn aus der Ecke 35 Sekunden vor dem Schluss besiegelte damit die 15. Saisonniederlage der Dragons, an deren Gang in die Relegation nun endgültig kein Weg mehr vorbei führt. Die Depant GIESSEN 46ers Rackelos indes können mit einem Sieg über Coburg am nächsten Sonntag den Deckel auf die neuerliche Playoff-Qualifikation endgültig drauf machen. Los geht’s am 10.02. um 19:00 Uhr.

Rolf Scholz (Trainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Wir sind natürlich sehr froh über den Sieg und die wichtigen Punkte. Obwohl wir heute in wichtigen Bereichen wie beim Rebound unterlegen waren, haben wir phasenweise sehr guten Teambasketball gezeigt. Leider ist es uns heute, wie bereits gegen Köln, nicht gelungen die Intensität und die Konzentration bis zum Ende hoch zu halten. Das nervt und macht die Spiele unnötig knapp. An dieser Stelle müssen wir uns weiterentwickeln.“

Dragons Rhöndorf – Depant GIESSEN 46ers Rackelos 70:74 (32:48)

Viertelergebnisse: 19:24, 13:24, 15:16, 21:10

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Bjarne Kraushaar (3 Punkte), Tim Köpple (4), Jordan Williams (4), Alen Pjanic (20), Tim Uhlemann (9), Leon Okpara (3), Johannes Lischka (13), Thomas Tshikaya (8), Jannis Hahn (3), Jestin Lewis (7)

Dragons Rhöndorf: Lotola Otshumbe, Karl Dia (6), Yannik Kneesch (3), Julian Jasinski (18), Alexander Möller (10), David Falkenstein (5), Bo Meister (8), Joachim Koschade (5), Anish Sharda (3), Zygimantas Riauka (12)

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