Spiel der Läufe geht an Bonn – Die GIESSEN 46ers mussten sich starken Baskets knapp mit 80:86 geschlagen geben

Foto: Richard Stephan - der Stadtfotograf

Spiel der Läufe geht an Bonn – Die GIESSEN 46ers mussten sich starken Baskets knapp mit 80:86 geschlagen geben

Die GIESSEN 46ers und die Telekom Baskets Bonn zeigten eine abwechslungsreiche Partie an diesem 29. Spieltag. Die 3.437 Zuschauer sahen ein Spiel der Läufe, das nach einer Halbzeitführung der Gießener, noch am Ende mit 86:80 an die Bonner Gäste ging. Im Playoff-Rennen sammelten so die Baskets einen Big Point ein, während sich die Mittelhessen im Kampf um eine mögliche Endrunden-Teilnahme nun sehr strecken müssen. Der Topscorer der Begegnung war der 46er John Bryant mit 27 Zählern. Auf der Gegenseite war es Ex-Gießener Anthony DiLeo, der mit 18 Punkten mit den größten Anteil am Sieg seiner Farben hatte.

Nach dem kurzfristigen Ausfall von Point Guard Dee Davis (Knieprobleme) musste 46ers-Cheftrainer Ingo Freyer seinen Kader beim schweren Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn umformieren. Dabei half es, dass nach den Abitur-Klausuren Bjarne Kraushaar wieder mit an Bord war und dem Backcourt zusätzliche Tiefe gab. So wurde die in den letzten Wochen gewohnte Starting-Five ziemlich durchgewürfelt.  So begannen neben Max Landis, Jamar Abrams und John Bryant wieder einmal die beiden US-Amerikaner Jeril Taylor und Austin Hollins. Auf der Gegenseite, war die vertraute Formation präsent. Headcoach Predrag Krunic baute dabei auf Josh Mayo, die Ex-Gießener Anthony DiLeo und Yorman Polas Bartolo, Tomislav Zubcic und Julian Gamble.

Eben jener Gamble hatte auch die erste Aktion mit einem In-an-Out, welches auf der Gegenseite mit einem Korbleger von Landis ausgenutzt wurde. In der Anfangsphase zeigten sich die Gießener in der Defensive hellwach und vorne war Point Guad Landis per Dreier parat (5:0, 2.). Nach drei Minuten lösten sich dann auch die Ketten bei den Gästen in der Offensive und nach einem Dreipunktespiel von Gamble stand es 8:8 (4.). Der kleine 5:0-Lauf der Baskets wurde anschließend gestoppt von Taylor, der zum 10:8 eindrückte (5.).  Mitte dieses Auftaktviertels ging es hin und her – doch die Mittelhessen waren es, die sich durch den eingewechselten Benjamin Lischka und Bryant Dreier ein wenig absetzen konnten (16:12, 7.). Aber auch der Gießener Run wurde von den Gästen gekontert und von den Big Men Zubcic und Gamble beantwortet (16:16, 8.). Dann waren die Hausherren wieder an der Reihe. Zunächst legte Jungspund Bjarne Kraushaar auf den freistehenden Bryant ab, der einen Dreier zum 19:18 einschweißte. Der Kapitän ließ es sich dann nicht nehmen, zwei anschließende Freiwürfe souverän zu versenken. Kurz Viertelpause waren es Abrams auf der einen, und Konstantin Klein auf anderen Seite, die jeweils per Dreipunktewurf auf 24:23 einstellten.

Das Viertel begann wie das Erste endete und zwar mit einem gelungenen Dreipunktewurf. Diesmal war es der Ur-Gießener Lischka, der diesen versenkte. Der Forward zeigte auch unter dem Brett seine Wertigkeit und kam zum 29:24 (12.) für seine Farben. Während die Rheinländer wieder einen zwischenzeitlichen 4:0-Lauf hinlegten, waren es Landis und der unermüdliche Bryant, die auf 33:28 stellten (14.). Einen Kracher sollte folgen, denn nach Alley-oop-Anspiel vom 46ers-Kapitän dreschte Abrams in seiner unnachahmlichen Art den Ball in die Reuse (35:28, 15.). Gäste-Coach Predrag Krunic reagierte auf diese Aktion und nahm die erste Auszeit für die Bonner. Die Gäste schienen trotz Abrams Zirkushot etwas agiler aus der Auszeit zu kommen und nach Freiwürfen Klein waren die Gäste wieder auf 34:37 (16.) dran. Das Momentum lag bei den Rheinländern, bis Hollins von Downtown traf, sowie Lischka mit Durchsetzungsvermögen das 42:36 (17.) besorgte. Aber das Spiel der Läufe ging weiter, der dynamische Mayo sollte seine Farben wieder auf 40:42 ran bringen, worauf Cheftrainer Freyer reagierte und eine Auszeit beantragte (18.). Seine vermittelten Worte nahm besonders sein Guard Landis auf, der binnen einer Minute fünf Zähler am Stück verwandelte und die Gießener mit 49:43 in Führung brachte (19.). Den Schlusspunkt setzte dann nach starkem Assists von Bryant sein Kollege Lischka per Layup zum Halbzeitstand von 51:43.

Die Gießener, wie auch die Bonner kamen jeweils mit schnellen Punkten aus der Kabine. Hollins war aus der Mitteldistanz und Bartolo per Korbleger erfolgreich (53:45, 21.). In diesem Tempo ging es weiter. Landis traf mit einem weiteren Layup für seine Farben, Zubcic setzte sich beim Aufposten durch. Als dann auch der Baskets-Forward noch Punkte von der Freiwurflinie generierte und sein Kollege Gamble per Dunking auf 53:55 verkürzte, nahm Freyer sein erstes Timeout in dieser zweiten Hälfte (23.). Doch die Bonner blieben weiter aggressiv in dieser Phase, was DiLeo zum 55:55-Ausgleich nutzen konnte (25.). Dies brachte Bryant auf den Plan, in der Defensive zu übernehmen und gleichzeitig in der Offensive geschickt Punkte zu holen (60:57, 27.). Nachdem er aus dem Halbfeld nach Anspiel von Taylor Zähler produzierte, revanchierte sich der Center und so war es Taylor, der erst per Tip-In und dann von jenseits der Dreipunktelinie Punkte markierte (65:57, 27.). Nach diesem 5:0-Run der Mittelhessen, sah sich der Gästecoach Krunic gezwungen, eine Auszeit zu beordern. Klein war es anschließend, der mit einem Dreier diese Maßnahme bekräftigte und zum Viertelende auf 60:65 einstellte.

Die Bonner waren es, die besser ins letzte Viertel starteten und nach einem 6:0-Lauf schlussendlich durch Mayo den Führungswechsel zum 66:65 generierten (32.). In einer aufgeheizten Atmosphäre gaben die Kontrahenten keinen Meter nach und es entwickelte sich ein wahrer Abnutzungskampf, den Bryant mit Fadeaway Jumpshot zum 70:71 für die Gießener anführte (34.). Malcom Hill aus der Halbdistanz, sowie DiLeo per Floatter, zogen einen 4:0-Lauf für die Bonner auf, was zum 75:70 (35.) führte.  Die Gießener ließen aber nicht nach, was Abrams per krachendem Dunking noch einmal Ausdruck verlieh (72:75, 36.). Aber es schlichen sich Fehler ins 46ers-Spiel ein, die zu Ballverlusten und einem Dunking von Djurisic zum 77:72 für die Rheinländer führten (37.).  Nach einem Timeout von Freyer war es Kraushaar per Layup, der den Anschluss machte 74:77. Es ging hin und her, erst Hill mit Dreier, anschließend Bryant mit der direkten Antwort (77:80, 38.). Die Crunchtime war angebrochen und der Wahnsinn nahm seinen Lauf: Dileo mit Korbleger und Hollins mit einem Dreier, der gleich im nächsten Zug einen Korbleger liegen ließ und somit den Sieg für die Bonner einleitete. Am Ende behielten die Telekom Baskets Bonn mit 86:80 die Oberhand.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Wir haben sehr stark gespielt, gerade in der ersten Halbzeit, in der wir emotional voll da waren. Es ist aber auch klar, dass das kein Selbstläufer in der zweiten Halbzeit ist. Sie haben dann schwere Würfe getroffen, uns hingegen fehlte am Ende durch den Ausfall von Dee Davis die Kraft auf der Aufbau-Position. Wenn Bjarne den Ballverlust nicht macht und Austin seinen Wurf trifft, dann gewinnen wir vielleicht das Spiel. Manchmal ist ein Sieg von einzelnen Aktionen abhängig, so wie heute. Dass wir es aber so lange offen halten und tatsächlich gewinnen können, ist schon sehr gut.“

Predrag Krunic (Cheftrainer Telekom Baskets Bonn): „Das war heute ein sehr gutes Basketballspiel mit einer hohen Intensität. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht genug gefightet, haben ohne Emotion gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mehr Emotion gezeigt, besser verteidigt und gereboundet. Außerdem haben wir bessere Entscheidungen in der Offensive getroffen. Danke an unsere Fans, die uns heute bei einem sehr wichtigen Sieg unterstützt haben.“

GIESSEN 46ers – Telekom Baskets Bonn 80:86 (51:43)

Viertelergebnisse: 24:23, 27:20, 14:17, 15:26

GIESSEN 46ers: Bjarne Kraushaar (2 Punkte), Jeril Taylor (8 Punkte, 13 Rebounds), Alen Pjanic, Mahir Agva, Max Landis (14), Leon Okpara, Benjamin Lischka (11), Austin Hollins (9), Jamar Abrams (9), Mauricio Marin, Anthony Okao, John Bryant (27, 8 Rebounds, 6 Assists)

Telekom Baskets Bonn: Ron Curry, Tomislav Zubcic (7), Konstantin Klein (11), Nemanja Djurisic (5), Julian Gamble (9, 10 Rebounds), Julian Jasinski, Anthony DiLeo (18), Martin Breunig (6), Yorman Polas Bartolo (2), Josh Mayo (17), Malcolm Hill (11)

Zuschauer: 3.437

Nächsten Spiele:      Freitag, 20.04.2018, 19.00 Uhr: Mitteldeutscher BC – GIESSEN 46ers

                                    Sonntag, 22.04.2018, 17.30 Uhr: GIESSEN 46ers – BG Göttingen

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