Starker Fight nicht belohnt – GIESSEN 46ers mit 92:99 gegen Telekom Baskets Bonn

Foto: Richard Stephan - der Stadtfotograf

Starker Fight nicht belohnt – GIESSEN 46ers mit 92:99 gegen Telekom Baskets Bonn

Im ersten Heimspiel des neuen Jahres wurde den 3.669 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost ein bis zum Schluss hart umkämpftes Match zwischen den GIESSEN 46ers und den Telekom Baskets Bonn geboten, das die Rheinländer mit 92:99 für sich entschieden. Erneut ohne John Bryant – aber mit einem bärenstarken Topscorer David Bell (29 Punkte) sowie dem ebenfalls herausragenden Larry Gordon (25 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists) kämpften die Spieler von Ingo Freyer erneut bis zum Ertönen der Schlusssirene. Den Bonnern rund um Ra’Shad James, Martin Breunig (je 18 Punkte) und Ex-46er Anthony DiLeo (17 Punkte) gelang es jedoch, die Punkte in ihren Reihen gut zu verteilen und so nahezu durchgängig die Oberhand zu behalten.

Headcoach Ingo Freyer musste erneut auf seinen Kapitän verzichten. John Bryant laborierte noch an seiner Achillessehnenreizung, während Max Montana nach Außenbandriss wieder im Kader war. Im Fokus stand zunächst aber Youngster Bjarne Kraushaar, der sein Debüt in der Starting-Five feierte. Das 19-jährige Gießener Eigengewächs wurde von Larry Gordon, Brandon Thomas, Benjamin Lischka und Mahir Agva zum Tip-Off begleitet.

Das erste Viertel begann zerfahren: Zwei Minuten ließ der erste Korb des Spiels auf sich warten (0:2). Den zweiten Treffer, eine ganze Minute später, versenkte dann Brandon Thomas zum 2:2. Das Match blieb zunächst bei wenigen Körben ausgeglichen, wobei sich im Bonner Team ausgerechnet DiLeo mit starkem Zug zum Brett hervortat. Larry Gordon hieß dessen Pendant auf Seiten der Gastgeber, der mit zwei sehenswerten Körben sein Team zunächst in der Spur hielt, während die Telekom Baskets in dieser Phase aber wacher erschienen und sich dann auch sukzessive mit einem Run auf 7:15 (7.) absetzen konnten. Nach der Auszeit durch Ingo Freyer setzte es direkt ein starkes Teamplay der 46ers, das Bell per Dreier abschloss. Ein technisches Foul gegen Bonn konnte im Anschluss perfekt ausgenutzt werden, sodass binnen zweier Angriffe der Anschluss (14:15) wiederhergestellt wurde. Immer wieder war es aber nun DiLeo, der an alter Wirkungsstätte mit viel Einsatz brillierte und maßgeblich zum 19:23 nach zehn Minuten beitrug.

David Bell läutete die zweiten zehn Minuten per Dreier ein und Brandon Thomas legte aus der Ecke des Courts nach. Das Spiel war wieder ausgeglichen (25:25, 12.) und kippte wenige Momente später erstmals zugunsten der Lahnstädter, weil Thomas und Bell erneut aus der Distanz versenkten (31:27, 13.). Auch Agva gelang nun in der Zone sein erster Treffer per Hook-Shot, bevor Landis aus zentraler Position einnetzte. Die GIESSEN 46ers hatten ihren Rhythmus und die richtige Körpersprache gefunden, sahen sich in den Rheinländern aber einem harten Brocken gegenüber, der nach 16 Minuten und wichtigen Aktionen von Josh Mayo erneut ausglich (36:36, 16.). Gordon per Dreipunktespiel, Landis und Lischka aus der Halbdistanz und Thomas mit dem nächsten Dreier hielten gegen die nun wieder stärker fokussierte Gäste-Offensive um Forward Martin Breunig. Die Baskets gestalteten das Spiel wieder zu ihren Gunsten und ergatterten die Halbzeitführung von 46:50.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten klar die Gäste. Ihr 7-Punkte-Lauf wurde erst von Larry Gordons Abstauber zum 48:57 gestoppt (24.). Beim 50:61 nahm 46ers Headcoach Freyer die Auszeit und konnte so zumindest den weiteren Ausbau der Bonner Führung stoppen: Bell und Gordon scorten zum 58:68 (27.). Agva erkämpfte sich erst ein Dreipunktespiel, David Bell hatte dann von der Dreierlinie erneut beste Sicht, verwandelte seinen fünften Fernschuss im sechsten Versuch und hielt seine Mannschaft gemeinsam mit Larry Gordons Treffsicherheit und Flexibilität im Match (69:72, 29.). Die Mittelhessen zeigten immer wieder ihr Kämpferherz und zwangen nun die Bonner in der letzten Minute des Viertels nochmal zur Auszeit. Deren Coach Predrag Kunic dirigierte seine Spieler zu einem letzten Korb von Martin Breunig. 69:74 zeigte die Anzeigetafel vor den finalen zehn Minuten.

Diese wurden von Agvas Freiwürfen zum 71:74 eröffnet. Die 46ers agierten als Team, dynamisch, wenn auch mit wechselndem Erfolg. Ein Gießener Turnover, der zum 73:80 durch Ra’Shad James führte, setzte die Lahnstädter weiter unter Druck. Auch nach einer erneuten Auszeit kam keine wirkliche Wende (75:82, 34.). Zu viele Fehler schlichen sich ins Angriffsspiel, während James für die Baskets aus der Ferne versenkte und den Vorsprung wieder zweistellig machte (75:85). Der willensstarke Bell verkürzte durch ein Dreipunktespiel, doch nahezu jeder Angriff der Rheinländer endete nun mit dem Ball im Korb (78:90, 36.). Agva hielt erst unter dem Brett dagegen, dann per Dreier nach Kraushaar-Assist (83:92). Larry Gordon punktete nach Offensiv-Rebound und sah wenig später den nächsten Korb nach Layup von Agva (87:92, 38.). Die Zuschauer schöpften nochmal Hoffnung und feuerten ihre 46ers an. David Bell hämmerte dann tatsächlich 90 Sekunden vor dem Ende den Dreier zum 90:92 in die Maschen. Doch die Antwort aus dem Westen kam umgehend in Form eines eigenen Distanztreffers von James zum 90:95, der die Spielentscheidung einleitete. Am Ende konnten die Gießener zwar stolz auf ihre Leistung, nicht aber zufrieden mit dem Ergebnis sein. 92:99 hieß es am Ende, womit die Bonner ihre Niederlagenserie beenden konnten. Die GIESSEN 46ers haben dazu am Samstag im Auswärtsspiel gegen Science City Jena die Möglichkeit, dies nachzuholen.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Wir haben uns im Vergleich zum letzten Spiel in vielen Bereichen verbessert. Wir haben den Ball besser bewegt und auch in der Defense als Mannschaft besser zusammengespielt. Am Ende haben Kleinigkeiten dazu geführt, dass wir so ein Spiel verlieren. Wir haben gekämpft und auch ohne John viele Scorer auf dem Feld, die das kompensieren können. Es ist schade, dass wir von so vielen verschiedenen Kleinigkeiten abhängig sind. Deswegen war Bonn am Ende der glückliche Sieger.“

Predrag Krunic (Telekom Baskets Bonn): „Es war für beide Mannschaften ein sehr wichtiges Spiel, da beide mit einer Niederlagen-Serie zu kämpfen hatten. Ich denke mein Team hat sehr stark gekämpft und eine solide Verteidigung gespielt. Am Ende waren es trotzdem viele Gegenpunkte, da Gießen da schwer zu stoppen war und auch viel getroffen hat. Auf der anderen Seite hatten wir eine sehr gute Ballbewegung in der Offensive und haben dort die richtigen Entscheidungen getroffen.“

GIESSEN 46ers – Telekom Baskets Bonn 92:99 (46:50)

Viertelergebnisse: 19:23, 27:27, 23:24, 23:25

GIESSEN 46ers: Siyani Chambers,  Bjarne Kraushaar, Mahir Agva (17 Punkte), Alen Pjanic, Max Montana, Max Landis (10), Tim Uhlemann, Benjamin Lischka (2), Larry Gordon (23, 8 Rebounds), Brandon Thomas (11), David Bell (29)

Telekom Baskets Bonn: Jarelle Reischel, Olivier Hanlan (9), Bojan Subotic (6), Ra’Shad James (18), Stefan Bircevic (2), Anthony DiLeo (17), Martin Breunig (18), Yorman Polas Bartolo (3), Josh Mayo (11), James Webb III (15)

Zuschauer: 3.669

Nächstes Spiel: Sa., 05.01.2019, 20:30 Uhr: Science City Jena – GIESSEN 46ers

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