Starkes Comeback in Halbzeit zwei – GIESSEN 46ers besiegen Basketball Löwen Braunschweig mit 84:79

Foto: Richard Stephan - der Stadtfotograf

Starkes Comeback in Halbzeit zwei – GIESSEN 46ers besiegen Basketball Löwen Braunschweig mit 84:79

Einer spielerischen Steigerung der Spieler von Ingo Freyer in der zweiten Halbzeit ist es zu verdanken, dass die GIESSEN 46ers im Auftakt zur Rückrunde der easyCredit BBL einen 84:79-Sieg über die Basketball Löwen Braunschweig einfahren konnten. Die 3.172 Zuschauer in der Sporthalle Gießen-Ost sahen dabei eine Charakterleistung der Mannschaft, aus der erneut Kapitän John Bryant mit einem Double-Double aus 19 Punkten und 13 Rebounds herausragte. Gleich vier weitere 46er punkteten zweistellig, den Topscorer der Partie stellten mit Scott Eathertons 30 Punkten und 11 Rebounds aber die Gäste.

Ungewohnte Spielzeit in der Sporthalle Gießen-Ost: Am Mittwochabend empfingen die GIESSEN 46ers am vorgezogenen 22. Spieltag die Tabellennachbarn der Basketball Löwen aus Braunschweig und eröffneten somit die Rückrunde der easyCredit BBL. Für die 46ers, die auf den langzeitverletzten Max Landis sowie den wegen einer Oberschenkelzerrung ausfallenden Bjarne Kraushaar verzichten mussten, galt es, nach zwei Niederlagen zum Jahreswechsel zurück in die Erfolgsspur zu gelangen und die Konkurrenten aus Niedersachsen weiter hinter sich zu lassen.

Der Top-Rebounder der Liga, John Bryant, führte Mahir Agva, Jeril Taylor, Jahenns Manigat und Mauricio Marin als Starting-Five aufs Parkett. Der Tip-Off und die ersten Punkte gingen jedoch direkt an die Gäste. Gleich zwei Dreier landeten im Ziel, bevor „Big John“ zunächst vorne am Brett abstaubte und dann hinten den Block setzte (2:6, 2.). Die temporeiche Anfangsphase hatte einen weiteren Distanztreffer der Löwen sowie erneut Bryants Qualitäten unterm Brett zu bieten. Dabei zog sich das Gästeteam mit einem variablen Angriffsspiel deutlich besser aus der Affäre. Beim Stand von 4:13 (4.) sahen die Fans gleich zwei In-and-outs ihrer 46ers in Folge. Erst Benjamin Lischka konnte kurz nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Wurf gleich drei Zähler einheimsen. Auf beiden Seiten funktionierte nun die Defensive, erfolgreiche Angriffe blieben lange die Ausnahme. Bei noch 90 Sekunden auf der Uhr war es dann aber erneut Lischka, der das Gießener Punktekonto langsam ansteigen ließ. Weil Braunschweig zum Ende des Viertels nochmal zulegen konnte, war es umso wichtiger, dass 46ers-Guard Darwin Davis mit fünf Punkten aus zwei Würfen das Hintertreffen zum Ende des ersten Viertels im einstelligen Bereich halten konnte (15:24).

Mahir Agva eröffnete die zweiten zehn Minuten aus der Nahdistanz (17:24, 11.). Vor allem der Braunschweiger BBL-ALLSTAR, Center Scott Eatherton, hielt sein Team aber weiterhin auf Erfolgskurs – neun Punkte in Folge standen in dieser Phase des Spiels gegen zwei Bryant-Zähler auf Gießener Seite. Die Gäste konnten sich auf 19:35 absetzen (14.), weil den 46ers in der Offensive einfach zu wenig gelang. Immer wieder war es John Bryant, der das Spiel der Freyer-Truppe am Leben hielt (23:37, 15.). In der 18. Minute konnte auch Mauricio Marin Punkte auf seinen Namen gutschreiben (25:40). Von einer Aufholjagd konnte jedoch noch keine Rede sein, im Gegenteil. In einem sich eher schleppenden Viertel, erschienen weitere Punkte von Jamar Abrams und Davis zunächst eher als Schadensbegrenzung (32:46, 19.). Doch Davis blieb beharrlich und holte gemeinsam mit Bryant in den letzten Sekunden vor der Halbzeit durch starke Einsätze noch wichtige Zähler.  Eine zwischenzeitige 18-Punkte-Führung der Gäste konnte dadurch auf einen Halbzeitstand von 36:46 gestellt werden. Um das Spiel jedoch endgültig zu drehen, sollte es einer deutlichen und anhaltenden Leistungssteigerung benötigen.

Unter den Anfeuerungsrufen der 46ers-Anhänger knüpfte Dee Davis zu Beginn der zweiten Hälfte an seinen Lauf an: Wie auch Austin Hollins traf er aus der Distanz und verkürzte mit Bryants Wurf aus der Zone auf 44:51 (24.). Beide Mannschaften fokussierten sich nun stärker aufs Offensivspiel. Abrams und erneut Hollins setzten den Run der Gießener fort. Bei einem Rückstand von nur noch fünf Punkten (49:54, 25.) war Gäste-Coach Frank Menz gezwungen, die Auszeit zu nehmen. Symbolisch für die Schwächephase der Braunschweiger war dann der missglückte Slamdunk des bis dahin tadellosen Eatherton, der im anschließenden Fastbreak die nächsten Gießener Zähler durch Davis zur Folge hatte. Manigat holte sich mit all seinem Elan das Dreipunktspiel zum 54:56 (27.). Die Mittelhessen waren zurück im Match, holten sich durch den Antreiber wenig später sogar erst den Ausgleich und einen Angriff später mit Marins Dreier die erste Gießener Führung im Spiel (61:58, 29.). Die Fans honorierten die Leistung der Mannschaft mit Standing Ovations. Angetrieben von der Atmosphäre setzte es jetzt den nächsten Distanztreffer, diesmal von Abrams (64:58, 29.). Durch eine gewaltige Verbesserung sowohl in der Offensive, wie auch in der Defensive gingen die GIESSEN 46ers mit 64:60 ins Schlussviertel.

Mit einem Highlight setzte Marin die 46ers-Serie erfolgreicher Angriffe in den letzten zehn Minuten fort: Sein Crossover-Dribbling schloss er sehenswert für drei Punkte ab. Während Bryant sich sein Double-Double aus Punkten und Rebounds sicherte, kam wieder etwas Ruhe ins Spiel (67:64, 33.). Ingo Freyer sammelte seine Spieler nochmal um sich, dirigierte die Taktik für die entscheidende Phase des Spiels. Sein Kapitän tat sich dabei wiederholt als Turm in der Defense hervor und hatte seine großen Gegenspieler zumeist gut im Griff. Lischka war es dann, der in der 34. Minute von der Linie die nächsten Punkte holte (69:64). Doch es blieb spannend. Die Löwen blieben in Schlagdistanz (71:70, 35.), nutzten die seltenen Patzer der Gastgeber aber nicht konsequent genug aus. Hollins Halbdistanzwurf führte zur Auszeit der Gäste (73:70, 36.), die es in den nachfolgenden Angriffen schafften, durch Eatherton und Lansdowne wieder auszugleichen (75:75, 37). 46ers-Forward Lischka holte im direkten Gegenzug aber per Korbleger und And-One wieder den Gießener Vorteil. Weil auch Manigat zielsicher von der Freiwurflinie blieb, sicherten die 46ers die Führung (80:79) in die Schlussminute. Die Fans hielt nun nichts mehr auf den Sitzen. 17 Sekunden vor dem Ende avancierte dann der Gießener Benjamin Lischka zum Matchwinner, indem er zum wiederholten Male zum Layup zog und den Ball trotz Fouls in den Maschen unterbringen konnte. Das Spiel endete nach einer enorm starken kämpferischen und spielerischen  Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit einem 84:79-Sieg für die GIESSEN 46ers, die damit den erhofften Sieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten einfahren konnten und mit neuem Selbstbewusstsein in die Rückrunde gehen können.

Ingo Freyer (Cheftrainer GIESSEN 46ers): „Ich muss ganz klar sagen, dass wir in der ersten Halbzeit eigentlich gut verteidigt haben, aber Braunschweig war heute einfach sehr gut drauf. Wenn dazu dann noch ein Eatherton in absoluter Weltklasseform ist, dann wird es sehr schwer. Was aber für meine Mannschaft spricht, ist, dass wir uns nach der Halbzeit daran erinnert haben, was unsere Stärken sind. So sind wir dann peu à peu zurückgekommen und haben am Ende gewonnen.“

Frank Menz (Cheftrainer Basketball Löwen Braunschweig): „Wir haben heute eine gute Leistung gezeigt, trotzdem geht der Glückwunsch erneut an Ingo. Wir hätten es heute wieder verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen, sind am Ende aber an unserer Unerfahrenheit gescheitert. Wir haben in der zweiten Halbzeit viele Fehler gemacht, waren nicht so tough, wie wir sein müssen, um am Ende zu gewinnen. Aus einem Spiel wie diesem lernen wir als Mannschaft. Wir waren sehr gut vorbereitet, haben John Bryant besser im Griff gehabt und selber ein paar schwere Würfe getroffen. Trotzdem hat es am Ende leider nicht gereicht.“

GIESSEN 46ers – Basketball Löwen Braunschweig 84:79 (36:46)

Viertelergebnisse: 15:24, 21:22, 28:14, 20:19

GIESSEN 46ers: Jeril Taylor, Mahir Agva (2 Punkte), Dee Davis (15), Benjamin Lischka (13), Austin Hollins (8), Jamar Abrams (7), Jahenns Manigat (10, 6 Assists), Mauricio Marin (10), John Bryant (19; 13 Rebounds)

Basketball Löwen Braunschweig: Dennis Nawrocki, DeAndre Lansdowne (19 Punkte), Zygimanatas Janavicius (6), Thomas Klepeisz (11), Tom Alte, Nemanja Jaramaz, Tim Schwartz, Anthony Morse (2), Bazoumana Koné (5), Scott Eatherton (30), Lars Lagerpusch (6)

Zuschauer: 3.172

Nächstes Spiel:        Samstag, 20.01.2018, 18.00 Uhr: FRAPORT SKYLINERS – GIESSEN 46ers

Letzte News