Wundertüte ProB-Playoffs – Von Cinderella-Storys und tiefen Favoritenstürzen

Foto: Sven Kuczera Photography

Wundertüte ProB-Playoffs – Von Cinderella-Storys und tiefen Favoritenstürzen

Playoff-Time in der ProB! Durch eine starke Hauptrunde qualifizierten sich die Depant GIESSEN 46ers Rackelos als Tabellenzweiter für die Meisterschaftsrunde. Los geht’s am 10. März (20:00 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Oldenburger Baskets Akademie Weser-Ems/OTB. Die Vorfreude ist groß im Team von Rolf Scholz und Lutz Mandler: Immerhin handelt es sich um die ersten ProB-Playoffs im mittelhessischen Raum seit 2014. Damals scheiterten die Licher BasketBären als Siebter der Hauptrunde im Achtelfinale am SC Rist Wedel. Konnte man in diesem Fall von einem klassischen Favoritensieg sprechen, zeigt die jüngere Historie der dritten Liga, dass die Tabellenplatzierung der Hauptrunde im harten Playoff-Kampf oft nichts zählt.

Ob es an der kurzen Distanz (gespielt wird im Modus Best-of-Three, weshalb die bessere Tagesform Trumpf ist) oder am unbekannten Gegner (in der ersten Runde geht es „über Kreuz“ gegen Teams aus der jeweils anderen Staffel) liegt, kann nur gemutmaßt werden. Fakt ist, dass die ProB-Playoffs ihre eigenen Regeln zu haben scheinen. Favoritenstürze und märchenhafte Playoff-Auftritte vermeintlicher Außenseiter gehören vielleicht nicht zur Regel. Sie bilden allerdings auch nicht die krasse Ausnahme.

Davon kann sogar der Gießener Basketball ein Liedchen singen. Im Frühjahr 2011 sicherten sich die Gießen Pointers am letzten Spieltag die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde. Magere sechs Siege in der Hauptserie reichten: Ein Vierervergleich mit Gotha, Frankfurt und Schwenningen machte es möglich. Im Achtelfinale ging es zunächst gegen den Ersten des Nordens aus Schwelm, der dank zweier Auswärtssiege bezwungen wurde. So kam es in der Runde der letzten Acht zum Mittelhessenderby gegen die Licher BasketBären, die auf Rang vier in die Playoffs gestartet waren. In zwei denkwürdigen Partien entführten die Pointers zunächst den Sieg aus der Dietrich-Bonhoeffer-Halle, bevor fast zweitausend Zuschauer in der Sporthalle Gießen-Ost ein 65:58 der Pointers bewundern durften. Erst im Halbfinale erwies sich Leitershofen als eine Nummer zu groß.

Faustdick erwischte es Rhöndorf, das in der Saison 2012/2013 nur drei Niederlagen hinnehmen musste und mit zehn Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten ins Achtelfinale einzog. Dort warteten die BSW Sixers, die mit nur zehn Siegen als krasser Außenseiter ins Rennen gingen. Bereits im Hinspiel stutzten die Sandersdorfer den Drachen jedoch die Flügel, die einen gebrauchten Tag erwischten und mit 62:84 aus der eigenen Halle gefegt wurden. Im zweiten Spiel bewiesen die Sachsen-Anhalter, dass es sich dabei um keinen Ausrutscher handelte. Ein knapper 77:73-Heimsieg spülte sie in die nächste Runde. Dort markierte ein 2:1 gegen den späteren Meister aus Leverkusen jedoch das Ende der Cinderella-Story.

Für die oberfränkischen Basketballer aus Baunach reichte es ein Jahr später tatsächlich zum Happy End. Ebenfalls nur als Achter für die Playoffs qualifiziert, schlug der heute unter dem Namen Young Pikes antretende Kooperationspartner von Brose Bamberg zunächst Hannover mit 2:1. Im Viertelfinale folgten zwei souveräne Auftritte gegen Stahnsdorf, bevor mit Schwelm das nächste Schwergewicht der Liga wartete. Im ersten Spiel unterlag Baunach, danach gelang mit Siegen von 81:71 und 99:98 jedoch der Durchmarsch ins Finale. Dort verlor man zwar wegen der schlechteren Korbdifferenz. Am sportlichen Aufstieg änderte dies jedoch nichts, weshalb die Franken seither in der ProA auf Korbjagd gehen.

Die Depant GIESSEN 46ers Rackelos gehen entsprechend gewarnt in das Abenteuer Playoffs 2018. Beim Liganovizen überwiegt dabei ohnehin die Freude über eine bereits jetzt äußerst erfolgreiche Spielzeit.

Tickets für das sportliche i-Tüpfelchen oder dem ersten Achtelfinale in der Sporthalle Gießen-Ost gibt es in der 46ers-Geschäftsstelle (Miller hall) oder online im Ticketshop.

Spiele der Depant GIESSEN 46ers Rackelos gegen Oldenburg:

Best-of-three:
Spiel 1: Samstag, 10.03. – 20:00 Uhr / Sporthalle Gießen-Ost
Spiel 2: Samstag, 17.03 – 20:00 Uhr / Auswärtsspiel
(Spiel 3: Dienstag, 20.03 – 20:30 Uhr / Sporthalle Gießen-Ost)

Die Achtelfinalpaarungen im Überblick:

Artland Dragons Quakenbrück – Bayer Giants Leverkusen
Iserlohn Kangaroos – SSV Lokomotive Bernau
Rostock Seawolves – EN BASKETS Schwelm
Depant GIESSEN 46ers Rackelos – BAWE Oldenburg/OTB
Dragons Rhöndorf – Herzöge Wolfenbüttel
FC Schalke 04 – Dresden Titans
VfL SparkassenStars Bochum – FRAPORT SKYLINERS Juniors
scanplus baskets elchingen – Itzehoe Eagles

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