85:99-Auswärtsniederlage in Vechta – JobStairs GIESSEN 46ers rennen von Beginn an Rückstand hinter her

Foto: Christian Becker

85:99-Auswärtsniederlage in Vechta – JobStairs GIESSEN 46ers rennen von Beginn an Rückstand hinter her

Zum Auftakt des MagentaSport BBL Pokal-Qualifikationsturniers in der Gruppe B mussten die JobStairs GIESSEN 46ers gegen Gastgeber RASTA Vechta eine 85:99-Niederlage hinnehmen. Bereits zur Halbzeit sollte sich eine schwache Zweierquote (47%) und fehlende Reboundüberlegenheit (13:22) bemerkbar machen. In der zweiten Halbzeit zeigten die Gießener zwar ein anders Gesicht, doch ein konstanter Spielfluss sollte dabei nicht entstehen. Während bei den Mittelhessen Brandon Thomas mit 19 Punkten den Topscorer darstellte, war es auf der Gegenseite das Duo Jean Salumu und Philipp Herkenhoff, die sich mit jeweils 20 Zählern auszeichneten. Für die 46ers geht es am kommenden Samstag im Hessenderby gegen die FRAPORT SKYLINERS weiter.  


Die JobStairs GIESSEN 46ers gingen mit Andrew Rowsey, Liam O´Reilly, Neu-Kapitän Brandon Thomas, Johannes Richter und Scottie James JR in die Begegnung. Die Hausherren sollten mit Stefan Peno, Josh Young, Jordan Barnett, Philipp Herkenhoff und Dennis Clifford in das Qualifikationsturnier starten.

Die einheimischen Akteure fanden mit dem dreifachen Herkenhoff von außen und innen gut in die Begegnung und starteten so mit einem 7:0-Run (3.). Nach drei frühen Turnovers fand über einen Fastbreak der Gießener dann Richter mit einem Lay-up den Weg in die Reuse (2:7, 4.). Während sich der Youngster der Vechtaner weiterhin gezielt warum schoss, waren die Mittelhessen mit einem Dreipunktespiel von O´Reilly und einem Shoot von der Mitteldistanz von Rowsey präsent (7:10, 5.). Das Duo übernahm die überschaubare Scoringlast – Rowsey bediente O´Reilly, der von Downtown zuschlug (10:14, 6.). Die Defense der Gießener fand noch nicht den gewissen Zugriff zum Spiel, doch Offensivaktionen von Richter und Thomas hielten ihre Farben in der Partie (16:21, 8.). Die Schlusssequenzen gehörten aber wieder den Gastgebern, die mit dem gutaufgelegten Jean Salumu (8 Punkte) ein 25:18 erarbeiteten.

Wie im ersten Viertel sollte auch das zweite Viertel mit Herkenhoff-Punkten beginnen, die jedoch O´Reilly postwendend von jenseits des Perimeters konterte. Salumu wiederum fand in dieser Phase weiterhin seine Trümpfe (35:21, 12.). Der zweistellige Rückstand musste in einer Auszeit debattiert werden. Aus dieser fanden die Gäste ihr Kämpferherz: Ein In-and-Out von Ferdinand Zylka sicherte sich James JR, der auf Thomas passte und dieser ließ es von der Dreierlinie klingeln (24:37, 14.). Doch dem Kampf folgte nicht der Spielfluss. Den fanden nur die Niedersachsen, die im Pick-n-Roll unter anderem Clifford fanden – und so musste ein Timeout von Ingo Freyer her (43:24, 15.), um Ordnung zu etablieren. RASTA-Spielmacher Peno hielt von dieser Ordnung zunächst nichts und verhielt sich kaltschnäuzig aus der mit Mid-Range. Aber Gegenpart Rowsey war dieser sehr angetan und verbuchte zwei Dreier in Folge für sein Team (30:47, 16.). Es folgte eine Auszeit der Gastgeber, die beide im Anschluss mit Offensiv-Aktionen von jenseits des Perimeters nutzen sollten – wobei Hamilton und Rowsey nicht am 41:56-46ers-Rückstand zur Halbzeitpause rütteln konnten.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte das Drehbuch vorgesehen, dass Herkenhoff mit seinen Punkten 15,16 und 17 das Viertel eröffnet (59:41, 21.). Es sollte in den weiteren Szenen ein munteres Hin und Her folgen, wobei Vechta unter dem Korb mehr Durchsetzungsvermögen bewies (63:45, 24.). Erst ein Tip-in von Bowman ließ die Korbanlage mal bei den Gießenern erschauern. Zwei Thomas-Dreier ließen den Fluss der Vechtaner aber nicht verebben, sodass Salumu eine Passstafette zum 68:53 (25.) nutzte. Die Mittelhessen mühten sich weiter auf dem Parkett und fingen an Ballgewinne zu generieren. Mit Zylka, Thomas und Richter polierte man auch die überschaubare Zweierquote (48%) auf, wobei ein Anschluss weiterhin beim 59:76 (28.) verwehrt blieb.

Der letzte Akt war diesmal nicht Herkenhoff, sondern Thomas gewidmet, der aus der Ecke versenkte. Aber der Youngster aus Vechta wollte sich die Hauptrolle nicht nehmen lassen und ließ einen direkten Gegenschlag folgen (79:62, 31.). Die JobStairs GIESSEN 46ers ließen aber diesmal keinen Lauf der Hausherren zu, verhielten sich in der Defense strukturiert und verbuchten Zähler von Zylka und Richter am anderen Ende des Courts (69:81, 34.). Während Barnett einen Alley-Oop einstreute, konzentrierte sich O´Reilly ebenfalls auf den Innenfight, was Rowsey wiederum von außen inspirierte und zu einem 74:84 (35.) führte. In dieser guten Gießener Phase musste Richter nach seinem fünften Foul den Platz auf der Bank einnehmen. Im Umkehrschluss war Vechta wieder unter dem Brett präsenter, was Will Vorhees zu seinem Vorteil nutze (88:74, 36.). In der Crunchtime vermochten die JobStairs GIESSEN 46ers den Rückstand nicht mehr in den einstelligen Bereich zu zwingen, sodass der MagentaSport BBL Pokal-Auftakt mit 85:99 an RASTA Vechta ging.

Ingo Freyer (Cheftrainer JobStairs GIESSEN 46ers): „Das Spiel ist mit dem verlegten Dunking von uns und den kassierten Dreiern von Herkenhoff schon schlecht losgegangen. Wir haben die 1. Halbzeit völlig verschlafen. Es waren so Momente, wo RASTA einfach getroffen hat und das Momentum auf seiner Seite hatte. Aber das war nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend war, dass wir in der 1. Halbzeit so hätten spielen müssen wie in der zweiten. Da haben wir mit viel mehr Einsatz, Engagement gespielt. Da müssen einige von uns erst noch in dieser Liga ankommen und sehen, wie hart hier dann doch gespielt wird. Das Rebound-Verhalten zum Beispiel war katastrophal. Die 2. Halbzeit hat mir auf jeden Fall sehr viel besser gefallen. Da müssen wir nächste Woche drauf aufbauen und das nächste Spiel gewinnen.“

Thomas Päch (Cheftrainer RASTA Vechta): „Generell bin ich mit der heute gezeigten Leistung zufrieden. Man sieht noch, dass wir in der Anfangsphase sind. Aber gerade in der 1. Halbzeit haben wir eine sehr fokussierte und sehr disziplinierte Mannschaft gesehen. Das hat Lust auf mehr gemacht. In der Pre-Season hat Philipp viele freie Würfe nicht getroffen und heute trifft er sie von Beginn an. Das gibt Selbstvertrauen und es freut mich, dass er nach seiner Verletzung so zurückgekommen ist und offensiv was zeigen konnte. 18 Ballverluste sind natürlich zu viele, vor allem, weil da Fahrlässigkeit im Spiel war. Da müssen wir definitiv besser werden. Den Unterschied hat heute gemacht, dass unsere Zwei-Punkte-Quote extrem hoch war und wir gut 60 Punkte in der Zone machen konnten. Gelingt das, ist es für den Gegner sehr schwierig. Jean hat hier heute seine Qualitäten gezeigt und es ist sehr gut, dass er jetzt dabei ist. In der Vorbereitung haben wir jemanden wie ihn mit seiner Geschwindigkeit vermisst. Und Will ist jemand, der es generell gewohnt ist, viele Punkte zu machen. Das ist bei uns zwar nicht seine Hauptaufgabe. Aber es ist definitiv etwas, was er schon in der Pre-Season gemacht hat und wir werden das bestimmt noch ein paar Mal erleben in dieser Saison.“

RASTA Vechta – JobStairs GIESSEN 46ers 99:85 (56:41)

Viertelergebnisse: 25:18, 31:23, 20:18, 23:26 

RASTA Vechta: Stefan Peno (5 Punkte), Malte Stenzel, Tim Hasbargen (2), Josh Young (4), Jean Salumu (20), Philipp Herkenhoff (20), Jannes Hundt (2), Jordan Barnett (17), Björn Rohwer, Robin Christen (3), Will Vorhees (18), Dennis Clifford (8)

JobStairs GIESSEN 46ers: Isaac Hamilton (5), Liam O´Reilly (16), Bjarne Kraushaar (3), Tim Köpple, Tim Uhlemann, Johannes Richter (12), Brandon Bowman (9), Ferdinand Zylka (7), Andrew Rowsey (14), Scottie James JR, Brandon Thomas (19)

Zuschauer: / 

Nächstes Spiel: Sa., 24.10.2020, 15.00 Uhr: FRAPORT SKYLINERS – JobStairs GIESSEN 46ers (Austragungsort: RASTA Dome, Vechta)

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