„Das Gesamtpaket muss stimmen“

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Die Offseason ist im Basketball eine eher ruhige Zeit, doch dies gilt natürlich nur für den Spielbetrieb und nicht für die Klubverantwortlichen und die Trainer, die mit den Vorbereitungen für die kommende Saison alle Hände voll zu tun haben. Auch Björn Harmsen ist in diesen Tagen vielbeschäftigt. Der neue Cheftrainer der LTi GIESSEN 46ers, der seit kurzem in Gießen wohnt, arbeitet zusammen mit Sportdirektor Vladimir Bogojevic an der Kaderzusammenstellung für die im Oktober beginnende Spielzeit 2011/2012 und bildet sich nebenbei noch weiter. 

In der letzten Woche nahm der 28-Jährige an einer viertägigen Coach Clinic der Euroleague in Barcelona teil. Das Trainerseminar wurde von vier der besten europäischen Basketballlehrer abgehalten – Ettore Messina, Aito Garcia Reneses, Zeljko Obradovic und Xavi Pascual. Gegenüber ltigiessen46ers.de sprach Harmsen über die Wichtigkeit von Fortbildungsmaßnahmen, seine ersten Wochen in Gießen und den aktuellen Stand seiner Arbeit bei den LTi 46ers. Harmsen über…  

…regelmäßige Trainer-Fortbildungsmaßnahmen für Trainer: Halte ich für sehr wichtig. Man sollte als Trainer nicht ausschließlich im eigenen Saft schmoren. Während der Saison habe ich in der Regel nicht die Zeit dafür, also nutze ich den Sommer, um mir neue Anregungen und Gedanken zu verschaffen, neue Entwicklungen in meine Philosophie und in meine Trainingsinhalte einfließen zu lassen oder mich auf solchen Seminaren einfach nur mit anderen Kollegen auszutauschen.

… seine ersten Eindrücke von Gießen: Ich wohne seit ein paar Wochen hier, habe mich schon gut eingelebt. Ich kenne die Wege, war schon in der Innenstadt, weiß wo die Uni ist und wo man etwas Gutes zu essen bekommt. Ich habe noch nicht alles gesehen, war zumeist in der Sporthalle Ost, aber das wird mit der Zeit schon werden.

… Entwicklungen in der Kaderplanung: Mit Robert Oehle haben wir einen jungen talentierten Center verpflichtet. Klar ist mittlerweile auch, dass wir mit Tim Schwartz im Hinblick auf die kommende Saison nicht mehr planen. Abgesehen davon sind unsere Überlegungen weit vorangeschritten, wir haben mehrere Varianten im Kopf. Mathias Perl würden wir gerne weiterhin in unserer Mannschaft sehen. Er passt in unser Konzept, gibt immer alles in der Verteidigung, kommt zudem aus Gießen. Auch Javon Baumann und Dominic Lockhart sollen weiter zu unserem Trainingskader gehören. Für ihre Entwicklung ist es wichtig, dass sie in der nächsten Saison zusätzlich in einem ProB-Team spielen und dort eine bedeutende Rolle einnehmen. Darüber hinaus habe ich während meiner Zeit hier in Gießen noch andere junge Spieler aus der Region kennengelernt, die für unseren Trainingskader interessant sind. Das Wichtigste ist, dass wir bei all unseren Überlegungen und Entscheidungen immer im Auge behalten, dass am Ende das Gesamtpaket stimmt, sportlich wie finanziell.

… Ryan Brooks: Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob Ryan auch in der kommenden Saison für uns spielen wird. Priorität hat für uns momentan die Verpflichtung der deutschen Spieler. Davon abhängig werden wir entscheiden, welche nicht-deutschen Spieler wir unter Vertrag nehmen werden.  

… die Art und Weise der Spielersuche: Wir gehen zum einen natürlich den üblichen Weg, schauen uns eine Menge Videos von interessanten Spielern an und reden dann mit den Spielern und deren Agenten. Wir legen aber auch Wert darauf, die Kandidaten persönlich in Augenschein zu nehmen, sie auf dem Basketballfeld bei der Arbeit zu sehen und sie auch abseits des Feldes noch näher kennenzulernen. Zu Beginn dieser Woche haben wir ein dreitägiges Trainingscamp mit einigen für uns interessanten Spielern veranstaltet, aus dem wir wichtige Schlüsse ziehen konnten.

… die Kadergröße für die Spielzeit 2011/2012: Unsere Absicht ist, unseren Kader so tief wie möglich zu besetzen. Idealerweise haben wir bei Abschluss unserer Personalplanungen neun, besser: zehn Spieler in der Mannschaft, von denen jeder die Qualität besitzt, in den Spielen viele Minuten zum Einsatz kommen zu können. Das ist wichtig, um zum einen die Intensität in den Spielen permanent hoch halten zu können, zum anderen aber auch, um eine gute Trainingssituation zu schaffen.

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