(Foto: MARCO KESSLER | MEDIASHOTS)

Galaabend statt Halloween – GIESSEN 46ers entpuppen sich als Zaubererschreck durch 100:56-Sieg bei den Crailsheim Merlins

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Die GIESSEN 46ers fahren ihren zweiten Saisonsieg ein und besiegen am Samstagabend die Crailsheim Merlins deutlich mit 100:56. Trotz einer weiterhin dezimierten Personaldecke führten die Mittelhessen schon zur Halbzeit deutlich mit 55:33 und verzauberten auch nach dem Seitenwechsel den Gegner, der zu keiner Phase des Spiels eine echte Chance hatte. Topscorer wurde einmal mehr der nicht zu stoppende Suleiman Braimoh (25 Punkte), außerdem punkteten Braydon Hobbs (17), Achmadschah Zazai (12), Ekene Ibekwe (11) und Cameron Wells (10) zweifach.

Ohne die verletzten Maurice Pluskota (Stressfraktur im Unterschenkel), Eric James Palm (Fingerbruch) und Anthony „TJ“ DiLeo (Mittelfußfraktur) gingen die 46ers in die Partie. Dafür startete mit Ekene Ibekwe der Spieler, dessen Einsatz nach seiner Nasen-OP noch fraglich war.

Gießen ließ von Beginn an den Ball sehr gut laufen und startete somit ordentlich in die Partie (12:7, 3.). 46ers-Topscorer Suleiman Braimoh hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Zähler auf dem eigenen Konto. Crailsheim reagierte mit einer frühen Auszeit (4.), doch die Merlins hatten auch in der Folge Probleme mit der galligen Verteidigung der Mittelhessen. Einen Dreier von Callahan beantwortete Braydon Hobbs postwendend (17:10, 6.). Besonders angetrieben von Merlins-Topscorer Adam Chubb, der zunehmend erfolgreicher am Korb sein Unwesen trieb, letztendlich aber blass blieb, verkürzte Crailsheim den Rückstand, ehe Shy Ely von außen die erste und einzige Führung der Gastgeber herstellte (18:17, 8.). Mit einem 7:0-Lauf reagierten die 46ers schnell und holten sich die Führung zurück (24:18, 10.). Zum Ende des Viertels konnten die Gäste weitere Zähler machen und gingen somit mit einem 29:20 in die Viertelpause.

Mehr Ballgewinne als Ballverluste sowie eine sehr ordentliche Trefferquote: Auch die Statistik bescheinigte den 46ers ein gutes erstes Viertel. Dies galt es auch in den zweiten Abschnitt mitzunehmen. Gießen behauptete die Führung und stellte durch vier Zähler in Folge von Benjamin Lischka auf 33:23 (13.). Die eine oder andere Unachtsamkeit in der Verteidigung konnten die Mittelhessen durch eine starke offensive Ausbeute kaschieren. So traf der bestens aufgelegte Achmadschah Zazai von außen zum 40:28 (16.). Braimoh legte mit starkem Zug zum Korb nach (42:28, 16.). Merlins-Coach Ingo Enskat konnte mit seiner Mannschaft nicht zufrieden sein und beantragte eine Auszeit, die Fans skandierten „Wir wollen euch kämpfen sehen“. Gießen verteidigte den Vorsprung aber weiter und baute diesen sukzessive weiter aus (49:31, 19.). Mit einem Alley-Oop-Anspiel von Tadda auf Braimoh stellte der Nigerianer gar auf 20 Zähler Vorsprung (51:31, 19.). Zur Halbzeit führten die 46ers deutlich und verdient mit 55:33.

Trotz komfortabler Führung war natürlich noch ein langer Weg zu gehen, um die Punkte aus Crailsheim zu entführen. Es galt also die Konzentration weiter oben zu halten. Und das taten die 46ers, auch wenn immer mal wieder das nötige Glück des Tüchtigen im Spiel war. Dennoch schraubte die Wucherer-Truppe den Vorsprung nach einem Braimoh-Dreier auf 67:39 in die Höhe (25.). Der Motor lief rund und plötzlich war der Vorsprung gar auf 30 Zähler angewachsen (71:41, 27.). Ethan Wragge und Karsten Tadda erhöhten von außen auf 77:43 (28.). Die 46ers ließen die Merlins wie Zauberlehrlinge aussehen und beendeten das Viertel beim Stand von 79:46.

Die Partie war natürlich schon vor Beginn des letzten Abschnitts entschieden, dennoch ließ Gießen kaum locker. Mit Steal Nummer 12 eroberte sich Cameron Wells hinten lässig den Ball und verwandelte vorne zum 81:46 (32.). Der US-Amerikaner war es auch, der knapp sechs Minuten vor Schluss den Vorsprung an der Freiwurflinie auf 40 Punkte schraubte (91:51, 35.). Nachdem Björn Schoo zum 98:54 einnetzte, hatte jeder Gießener Spieler Punkte auf dem Konto (38.). Ein weiterer Beleg für eine geschlossene Teamleistung. Der Center-Routinier war es auch, der die 100-Punkte-Marke knackte und somit die letzten 46ers-Zähler der Partie erzielte.

Denis Wucherer (Trainer GIESSEN 46ers): „Wir sind sehr froh, dass wir endlich den ersten Auswärtssieg eintüten konnten, in Würzburg und in Hagen waren wir nah dran. Schön, dass es jetzt geklappt hat. Unser Gameplan ist heute aufgegangen. Wir wussten, wenn Crailsheim ins Spiel kommt, dass sie dann sehr gefährlich sein können. In der Offensive und Defensive haben wir heute gut funktioniert. Karsten Tadda hat in der Verteidigung den Ton angegeben und die Guards haben viel richtig gemacht. Der Sieg geht heute so in Ordnung.“

Ingo Enskat (Trainer Crailsheim Merlins): „Es geht mir nicht darum, dass wir zwei Spiele in Serie verloren haben, sondern wie wir diese verloren haben. 26 Ballverluste, das geht nicht. Nach dem Spiel in Tübingen war die Mannschaft sicherlich verunsichert, das Selbstvertrauen hat gefehlt. Nur wenn ich Profi bin, muss ich eben raus gehen und muss trotzdem meinen Job machen. Uns hat heute jegliche Intensität gefehlt, die uns eigentlich auszeichnen sollte, die wir in der Vorbereitung und in den ersten Spielen gezeigt haben. Da sind wir meilenweit weg. Wir müssen die Mischung aus Intensität und Struktur finden und die Fehler abstellen.“

Crailsheim Merlins – GIESSEN 46ers 56:100 (33:55)

Viertelergebnisse: 20:29, 13:26, 13:24, 10:21

GIESSEN 46ers: Achmadschah Zazai (12 Punkte), Braydon Hobbs (17), Yorman Polas Bartolo (6), Benjamin Lischka (4), Suleiman Braimoh (25), Karsten Tadda (8), Cameron Wells (10), Ekene Ibekwe (11), Ethan Wragge (3), Björn Schoo (4)

Crailsheim Merlins: Brandon Johnson (7 Punkte), Jordan Callahan (7), Andre Calvin (11), Konrad Wysocki, Brandon Robinson (7), Adam Chubb (8), Tim Schwartz, Michael Jost (2), Shyron Ely (13), Patrick Flomo (4)

Nächstes Spiel: Samstag, 07.11.2015, 20:30 Uhr: GIESSEN 46ers – Eisbären Bremerhaven

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