GIESSEN 46ers springen nach ungefährdetem Heimsieg gegen Paderborn auf zweiten Tabellenplatz

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Es war fast ein perfekter Samstagabend für die GIESSEN 46ers. Vor 2.652 Zuschauern in der Sporthalle Gießen-Ost besiegten die Gastgeber im letzten Hauptrunden-Heimspiel der Saison den Gegner aus Paderborn mit 78:65 und springen, begünstigt durch die Niederlage der Nürnberger in Würzburg, wieder auf den zweiten Tabellenplatz der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Alle elf 46ers-Spieler konnten dabei punkten, Yorman Polas Bartolo wurde mit 18 Zählern Topscorer. Coach Denis Wucherer zeigte sich nach dem Spielende aufgrund einer schwachen zweiten Hälfte trotzdem nicht vollends zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft.

Die Mittelhessen mussten an diesem Abend auf Besnik Bekteshi verzichten, dessen Patellasehne sich wieder bemerkbar machte. So konnte Wucherer elf Spieler aufbieten. Unter ihnen auch der 16-jährige Nachwuchsakteur Niklas Bilski, der nicht nur einen Freiwurf verwandeln konnte, sondern später auch der obligatorischen HUMBA mit den Fans nach dem Spiel seine Stimme verlieh.

Yorman Polas Bartolo war es an diesem Abend, der mit einem krachenden Dunking die ersten Zähler der Mittelhessen erzielte (2:3, 2.). Es dauerte bis zur vierten Spielminute, bis die 46ers erstmals in Führung gingen (6:5, 4.). Diese sollten sie auch nicht mehr hergeben. Der Gegner aus Paderborn zeigte sich zwar von Beginn an hochmotiviert, musste sich allerdings einer gewohnt aggressiven Gießener Verteidigung erwehren, die bei nahezu jedem Ballbesitz der finke baskets die Finger in der Nähe des Spielgerätes hatte und den Gästen das Leben schwer machte. Die 46ers suchten offensiv in diesem ersten Viertel nur selten den Abschluss aus der Distanz und legten stattdessen den Fokus auf das Insidespiel, gegen das sich Paderborn häufig nur mit Fouls zu behelfen wusste. So stellte Eric James Palm mit zwei Freiwürfen auf 13:7 (8.). Der US-Amerikaner war es auch, der die letzten Zähler der ersten zehn Spielminuten, diesmal per Dreier, erzielte (16:10, 10.).

Dass es an diesem Abend wohl kein Offensiv-Spektakel geben würde, war früh absehbar. Paderborn, das schwächste Angriffsteam der Liga, hatte Mühe, sich gute Wurfchancen zu erarbeiten. Trotzdem verkürzten die Gäste auf 14:16 (12.). Durch einen 5:0-Lauf stellte Gießen aber wieder einen kleinen Abstand her (21:14, 13.). Aaron Hawley, der zunächst nicht seinen glücklichsten Tag erwischte, von Coach Wucherer aber viel Vertrauen bekam und doch noch acht Zähler im zweiten Viertel erzielte, stellte mit einem Dreier erstmals eine zweistellige Führung her (28:17, 15.). Der 46ers-Express kam nun immer besser in Fahrt, spielte sich geduldig und mit gutem Passspiel aussichtsreiches Chancen heraus und nutzte diese. Gießen zog so zur Halbzeit auf 43:28 vor.

Zu diesem Zeitpunkt war die 67:76-Niederlage der Nürnberger in Würzburg bereits besiegelt, Gießen musste lediglich die Punkte einfahren, um wieder auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. Vielleicht ließ das die 46ers-Spieler mit der Zeit einen Gang zurückschalten. Dabei lief es zunächst nach dem Seitenwechsel prächtig (51:32, 24.). Paderborn versuchte es in der Folge mit einer Zonenverteidigung und schien damit nicht schlecht beraten zu sein. Außerdem lief vorne der Ball ein Stück besser. (41:54, 27.). Gießen ließ in diesen Momenten vor allem die Treffsicherheit aus der Distanz vermissen. Hawley setzte den Distanzwurf nur auf den Ring, doch Polas griff sich den Rebound und schloss zum 56:41 ab (28.). Wenig später ergatterte sich der Kleinste, Achmadschah Zazai, den Ball am eigenen Korb, dribbelte nach vorne, legte auf Polas ab, der zum 61:41 traf (30.). Gießen war wieder deutlich in Front und ging mit einer komfortablen Führung in das letzte Viertel (61:43).

Die Partie schien vorentschieden, zu wenig durchschlagskräftig präsentierte sich der ostwestfälische Abstiegskandidat an diesem Abend. Dennoch war 46ers-Coach Wucherer an der Seitenlinie nur selten mit einer erfreuten Miene zu sehen, manche Details sowie der später als „Schongang“ bezeichnete Modus schmeckten dem 41-Jährigen nicht. Aaron Hawley erhöhte auf 68:45 (33.), in den folgenden Spielminuten gelang es den baskets aber noch 20 Zähler und somit zumindest ordentliche Ergebniskosmetik zu betreiben. Letztlich hatten die Gäste jedoch nicht den Hauch einer Chance. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende kam dann gar der bereits erwähnte Niklas Bilski auf das Feld und versenkte einen Freiwurf zum 75:58 (39.). Am Ende gewannen die 46ers mit 78:65 und reisen am kommenden Wochenende zum Hauptrunden-Finale nach Baunach.

Denis Wucherer (Trainer GIESSEN 46ers): „Prinzipiell sind wir froh, dass wir auch das letzte Heimspiel erfolgreich gestaltet haben. In der ersten Halbzeit war das sehr ordentlich, aber klar ist auch, dass es dann keinen Grund gibt, die zweite Halbzeit im Schongang zu bestreiten. Das reicht einfach nicht. Wenn du mit einer solchen Intensität nächste Woche in Baunach oder dann in den Playoffs zu Werke gehst, ist die Saison schnell vorbei.“

Uli Naechster (Trainer finke baskets): „Wir haben im ersten Viertel zu viele einfache Fehler gemacht und Turnover ohne Not produziert. Auch in der Verteidigung haben wir nicht die nötige Aggressivität aufs Feld gebracht. Ich muss Gießen ein Kompliment machen, sowohl für den Sieg heute als auch das Auftreten in der ganzen Saison. Das ist eine sympathische Mannschaft. Für uns gibt es nächste Woche ein echtes Endspiel gegen Cuxhaven.“

GIESSEN 46ers – finke baskets 78:65 (43:28)

Viertelergebnisse: 16:10, 27:18, 18:15, 17:22

GIESSEN 46ers: Andre Marhold (7 Punkte), Niklas Bilski (1), Achmadschah Zazai (5, 9 Assists, 4 Steals), Yorman Polas Bartolo (18, 8 Rebounds), Anthony DiLeo (2), Eric James Palm (7), Benjamin Lischka (9), Jonathan Malu (4), Aaron Hawley (11), Cameron Wells (2), Björn Schoo (12)

finke baskets: Reginald Willhite (10 Punkte), Ty Nurse (4), Luis Figge (2), Lars Kamp (2), Thomas Bropleh (8), Morgan Grim (20), Paul Albrecht (7), Eike Kerfs, Ivan Buntic (2), Frederik Henningsen (10)

Zuschauer: 2.652

Nächstes Spiel: Samstag, 28.03.2015, 19:30 Uhr: Bike-Cafe Messingschlager Baunach – GIESSEN 46ers

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