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20.08.2026

Bewegung hinter den Kulissen

Die GIESSEN 46ers starten in die ProA-Spielzeit 2026/27 mit neuem Physiotherapeuten, neuem Athletiktrainer und neuem Teammanager.

2 – 4 – 6 – 7: Was nach einem waghalsigen Einstieg in einen Tippschein eines Mittwochs- oder Samstags-Lottos klingt, hat einen realen Hintergrund: Zwei Jungs aus der eigenen Akademie, vier (externe) Neuzugänge, sechs Verbliebene und sieben Abgänge haben bei den GIESSEN 46ers die Aktivitäten der letzten Wochen bestimmt. Und aufgezeigt, dass das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel vergangener Jahre, eigentlich sogar vergangener Jahrzehnte, das die Anhänger an der Lahn teilweise zur Weißglut brachte, der Vergangenheit angehört.

Doch Vorsicht: Während die Fluktuation auf dem Parkett recht überschaubar blieb, hat sich hinter den Kulissen einiges verändert. Ronny Delius ist als leitender Physiotherapeut und Mentaltrainer in das Nachwuchs-Leistungszentrum des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 gewechselt. Teammanager Jan Heppner hat sich BBL-Vertreter VET-CONCEPT Gladiators Trier angeschlossen. Und Athletiktrainerin Kim Schlüter ist aus privaten Gründen nach Köln gezogen.

Was, um es mit der Berliner Liedermacherin Ina Deter zu sagen, für den Altmeister bedeutet: „Neue Männer braucht das Land“. Die wir, ehe sie beim Gießener Stadtfest am Samstag, 15. August (15 Uhr), am Kirchenplatz erstmals den Anhängern präsentiert werden, im Folgenden gerne schon einmal vorstellen wollen …

Johannes Dersch (Physiotherapeut):

Der 36-Jährige, der in Großen-Linden eine eigene Praxis für Physiotherapie und Functional Training betreibt, ist in der mittelhessischen Sportszene kein Unbekannter. Für die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg und die Regionalliga-Basketballer der ROTH Energie Gießen Pointers ist er schon länger tätig. Kein Wunder also, dass 46ers-Geschäftsführer Guido Heerstraß Kontakt zu Dersch aufnahm und diesen in einigen Telefonaten davon überzeugte, in der ProA einzusteigen. „Mir ist es bewusst, was es heißt, im Profisport tätig zu sein“, weiß der Familienvater um die künftige zeitliche Belastung. Deshalb war es ihm wichtig, seine Mitarbeiterinnen Laura Zimmermann und Maren Dabelow mit ins Boot zu holen. „Das nimmt den Druck raus. Außerdem kann in einem Pool jeder seine eigenen Stärken besser einbringen.“ Johannes Dersch ist ein Gießener Junge. Aufgewachsen in Klein-Linden bekam der Ostschüler erstmals Anfang der 2000er-Jahre Kontakt zum Gießener Basketball bei einem Summer-Camp mit Ex-46ers-Coach Joe Whelton. „Seit dieser Zeit hat mich der Sport unter den Körben nicht mehr losgelassen.“ Sein Examen absolvierte Dersch 2014, danach arbeitete er in der Praxis von Dirk Lösel. Seit drei Jahren ist der 36-Jährige selbstständig und betreibt eine Praxis mit insgesamt zwölf Angestellten.

„Unser Ziel ist ganz klar, dass das Team möglichst verletzungsfrei bleibt. Mit einer optimalen Betreuung wollen wir so unseren Teil zum Erfolg beitragen.“

Pascal Elser (Teammanager):

Der 27-Jährige bezeichnet sich selbst im positiven Sinne als „sportverrückt”. Es ist eine Eigenschaft, die den gebürtigen Ludwigsburger in den vergangenen Jahren weit herumkommen ließ. Zunächst ab 2018 als Praktikant beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, für den er in die Bereiche Management, Nachwuchsleistungszentrum, Fanshop, Marketing und Spieltagorganisation hineinschnuppern sowie sich als Turnierkoordinator der Nachwuchsmannschaften beweisen durfte. Weiter ging es ab 2021 in einem Dualen Studium bei den Bundesliga-Handballerinnen der SG BBM Bietigheim, für die er als Geschäftsstellenleiter insbesondere in den Bereichen Organisation, Teammanagement, Ticketing, Buchhaltung sowie Spieltagorganisation (in der Bundesliga als auch in der Champions League) tätig war. Während seiner Zeit bei den SG-Frauen feierte der Club drei deutsche Meisterschaften, zwei DHB-Pokalsiege sowie 2022 den Gewinn der EHF European League. Darüber hinaus schrieb die SG BBM 2024 mit dem Einzug ins Finale der EHF Champions League als erstes deutsches Frauenteam in der Geschichte des Wettbewerbs Vereins-Historie. Ehe das Team zur Saison 2024/25 in die inzwischen insolvente HB Ludwigsburg überging, übernahm Elser zusätzlich Aufgaben im Transferwesen sowie als Ansprechpartner der nationalen und internationalen Ligen. Hospitationen bei den Football-Profis der Paris Musketeers sowie beim dänischen Spitzenclub Odense Håndbold rundeten Pascal Elsers Vita vor seinem Engagement bei den 46ers ab.

„Ich freue mich riesig, endlich wieder Teil eines Teams zu sein. Ich werde mich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen und hoffentlich meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich sein werden”, lässt der Schwabe kurz vor dem Trainingsstart wissen.

Konstantin Zimmer (Athletiktrainer):

Zusammen mit seiner Freundin Henrike, einer Medizinstudentin, wohnt der gebürtige Hannoveraner, der auch vier Jahre in Bern gelebt hat, in Niederweimar vor den Toren Marburgs. Den Weg in den Gießener Asterweg, in dem er seit Anfang 2026 in der Praxis von Nationalmannschafts-Physio Lukas Lai beschäftigt ist, legt er mit der Bahn und mit dem Fahrrad zurück. „Oftmals schneller, als wenn ich mich durch Gießen mit dem Auto bewegen müsste.“ Nach seinem Abitur in Marburg, einer dreijährigen Physiotherapie-Ausbildung in Freiburg und einem Bachelor in Sport und Bewegung arbeitete Konstantin Zimmer im Marburger Gesundheitszentrum „Reha-Fit“. Auf Lukas Lai wurde der 27-Jährige im Internet aufmerksam. „Wir haben ein wenig hin- und hergeschrieben. Und als eine Stelle frei wurde, hat er mich eingestellt.“ Zum Basketball hatte Zimmer noch keinen großen Bezug, „Ballsport generell ist aber mein Ding.“ Wenn die Vorbereitungszeit in einer Woche beginnt, dann möchte er mit einem guten Athletiktraining die Leistungsfähigkeit der Profis, von denen er bis auf Chris Carter noch keinen kennengelernt hat, verbessern. Denn:

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, durch einen Mix aus Ausdauer- und Krafttraining zu erreichen, dass die Jungs möglichst frei von Verletzungen bleiben.“