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24.09.2026

BUNTE BÜHNE BASKETBALL (64)

Die ProA sorgt für Schlagzeilen: Neue Trainer in Göttingen, Nürnberg, Tübingen und bei der Orange Academy … / Teil 2.

Ein Absteiger – die MLP Academics Heidelberg. Zwei Aufsteiger – die ETB Miners aus Essen und die OrangeAcademy aus Ulm. Zwei neue Namen; Kreisbau Kirchheim Knights statt Bozic Estriche Knights Kirchheim und Medikamente per Klick Bayreuth statt BBC Bayreuth. Zwei Trainer-Verlängerungen: Demond Green bei den PS Karlsruhe LIONS und Carlo Finetti in Heidelberg. Und beachtliche acht neue Übungsleiter, also frischer Wind auf den Bänken bei 44 Prozent aller Vereine: Nun behaupte noch einer, in der ProA sei nichts los ...

Rechtzeitig vor dem Start in die Saison 2026/27 der BARMER 2. Basketball-Bundesliga haben die 18 Unterhaus-Clubs ihre Planungen größtenteils abgeschlossen. Zumindest jene, die nicht das dunkende Personal auf dem Parkett betreffen. Wir vermitteln in zwei Teilen - streng nach Alphabet - einen Überblick über die Aktivitäten auf den Trainerbänken …

Und fahren fort mit der BG Göttingen, die sich relativ schnell nach dem 1:3-Viertelfinal-Aus gegen die später auch im Halbfinale über die GIESSEN 46ers triumphierenden Bozic Estriche Knights Kirchheim von Coach Fabian Strauß – wie immer „in gegenseitigem Einvernehmen“ – getrennt hat. „Das Minimalziel, die Hauptrunde mindestens als Vierter abzuschließen, wurde erreicht. Das zweite Ziel, mindestens ins Playoff-Halbfinale einzuziehen, haben wir aber verfehlt. Das ist nicht allein die Schuld des Trainerteams. Zur Wahrheit gehört auch, dass wir solch eine Seuchensaison mit vielen gleichzeitig verletzten Spielern noch nie erlebt haben. Dennoch hat die Mannschaft ihr Potenzial zu oft nicht ausgeschöpft“, begründete BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen die Trennung. Nun soll der Lette Martins Gulbis die „Veilchen“ zurück ins Oberhaus führen. Gulbis ist mit 35 Jahren ein ebenso junger Trainer, wie es Strauß (33) war. Zuletzt war er Chefcoach bei VEF Riga in der lettischen Hauptstadt und Trainer der dortigen Frauen-Nationalmannschaft. Als Aktiver war der 1,97-Meter-Mann auf der Spielmacher-Position zu Hause. So auch 2011, als er beim zehnfachen lettischen Meister aus gesundheitlichen Gründen aufhörte. Danach wurde Gulbis zum jüngsten Coach in der Geschichte der „Latvian Basketball League“.

Auch die Nürnberg Falcons versuchen ihr Glück mit einem neuen Übungsleiter, der in Wirklichkeit aber gar so kein Neuer ist. Denn Tim Black gehört seit drei Jahren dem Trainerteam der Franken an. Der 45-Jährige löst Ralph Junge, der sich damit wieder um seine eigentliche Aufgabe als Geschäftsführer kümmern kann, ab. Black kennt die Strukturen, die Philosophie und das Umfeld des Nürnberger Basketballs bestens. „Tim hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und sich diese Chance absolut verdient“, erklärt Ralph Junge. „Nun kann ich mich endlich wieder intensiver auf die Weiterentwicklung des Standorts und die organisatorischen Themen konzentrieren.“ Auch Tim Black blickt mit viel Freude auf seine neue Aufgabe: „Es ist mir eine große Ehre, diesen Job zu übernehmen. Diesen Verein und diese Stadt verstehe ich als einen Ort mit fruchtbarem Boden, tiefen Wurzeln und echtem Potenzial. Meine Aufgabe wird es sein, diesen Garten zu pflegen und ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Spieler gemeinsam wachsen, sich im Wettbewerb behaupten und Erfolge feiern können.“ Black spielte mehrere Jahre erfolgreich in Deutschland Basketball und stieg 2007 mit Paderborn in die Bundesliga auf. Dort war er 2007/08 Topscorer. Nach seiner Zeit in Deutschland wechselte er in die Belgische Bundesliga und spielte dort bis 2013, bevor er ein Jahr später in Italien seine Profi-Karriere beendete. In den USA war er danach mehrere Jahre an verschiedenen Hochschulen aktiv. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau und den fünf Kindern kehrte Black 2024 an den Valznerweiher zurück und arbeitete seither im Player Development, Jugend-Programm und als ProA-Co-Trainer der Nürnberg Falcons. 

Auch in der OrangeAcademy, dem Farmteam von Ex-Meister ratiopharm Ulm, gab es (zwangsweise) ein Stühlerücken. Denn Aufstiegstrainer Florian Flabb verließ den Club in Richtung HAKRO Merlins Crailsheim, so dass sich die Akademie zum Handeln gezwungen sah. Und mit dem Franzosen Mehdy Mary einen in Deutschland relativ unbekannten Coach verpflichtete: Mary ist 46 Jahre alt, verheiratet, er hat zwei Kinder. Geschäftsführer Thomas Stoll jedenfalls freut sich, einen erfahrenen Coach für den wilden Ritt durch die ProA gewonnen zu haben: „Wir sind der krasse Außenseiter und wollen mit einer Gruppe 18-Jähriger die ambitionierten Teams herausfordern. Wir sind das gallische Dorf im Feld der Aufstiegsaspiranten, Traditionsclubs und Millionenetats. Den Kapitän für unsere Kaperfahrt mit blutjunger Besatzung haben wir mit Mehdy Mary jetzt an Bord.“ Schon nach wenigen Jahren als Profi in Frankreich und Spanien entschied sich Mehdy für den Trainerjob. Zuerst bei Jugendteams, sehr schnell dann aber auch im Profibereich. In den Jahren im schweizerischen Fribourg baute er deren Akademie auf. Danach war er drei Jahre als Cheftrainer der U21 des französischen Topclubs ASVEL Villeurbanne angestellt. Von dort ging es weiter zum Nachwuchsteam von Limoges. Parallel war er auch immer wieder als Co-Trainer in die französischen Jugend-Nationalmannschaften eingebunden. 2018 (U18) und 2019 (U19) holte er jeweils Bronze – einmal bei der EM und einmal bei der WM. NBA-Erfahrung sammelte der Franzose zweimal bei den Utah Jazz. 2018 und 2021 nahm er sowohl am Trainingscamp als auch an der Summer League als Trainer teil. Im Profibereich arbeitete er ein Jahr als Headcoach in Neuchâtel. Von 2019 bis 2021 coachte er als Cheftrainer das Team des französischen Erstligisten Limoges, mit dem er in der Saison 2019/20 im EuroCup und in der Saison 2020/21 in der Champions League antrat. Von 2023 bis 2025 war Mehdy Mary Headcoach der tunesischen Herren.

Ein Weltenbummler ist auch Felix Banobre, der künftig die Tigers Tübingen betreuen wird. Der 55-Jährige erhielt bei den Schwaben einen Zweijahresvertrag. Der Spanier mit britischer Staatsangehörigkeit ist kein Unbekannter im deutschen Basketball-Unterhaus. Bis Ende März 2026 war er beim Ligakonkurrenten VfL SparkassenStars Bochum tätig. Nach fast sieben Jahren trennten sich die Wege von Banobre und den Westdeutschen. Bis dahin war der B-Lizenz-Inhaber nach Chris Harris (Phoenix Hagen) der dienst-älteste Trainer der ProA. Aufgrund des Besitzes der spanischen A-Lizenz kann Banobre, der auf Henrik Sonko beziehungsweise Eric Detlev folgt, nicht die höchste deutsche Lizenz erlangen. 1990 startete der Spanier seine Trainertätigkeit in der Jugend beim damaligen Erstligisten Clesa Ferrol. In der Spielzeit 1993/94 war Banobre erstmals bei den Aktiven als Co-Trainer in Ferrol tätig. Bis 2013 coachte der neue Tübinger Headcoach zahlreiche Jugendclubs auf der iberischen Halbinsel; unter anderem von 2000 bis 2005 beim Zweitligisten CB Breogán. 2015 startete Banobre dann seine Karriere in Deutschland, zunächst für eine Spielzeit beim Regionalligisten BC Erfurt. Es folgten drei Jahren beim ProB-Ligisten Rist Wedel, in der Spielzeit 2017/18 betreute er zudem das NBBL-Team der Veolia Towers Hamburg, die Piraten Hamburg. Nach einer kurzen Pause folgten dann die sieben Jahre in Bochum. „Der Club hat großes Potenzial. Gemeinsam wollen wir eine neue Identität schaffen. Diese Herausforderung hat mich begeistert und motiviert. Für mich ist Zusammenhalt sehr wichtig. Trainer, Spieler, die Mitarbeiter, die Fans und die Partner – alle müssen noch enger auftreten. Dann können wir in der   neuen Saison eine gute Rolle spielen.“

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