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07.10.2026

BUNTE BÜHNE BASKETBALL (65)

Zwei Erfolge über ebenso namhafte wie ambitionierte Teams am Doppelspieltag der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA, aber immer noch sieglos am viertletzten Platz des Tableaus? Was im Falle der SBB Börde Baskets Wolmirstedt wie ein Eingabepatzer in ein Tabellensystem anmutet, hat einen ernsten Hintergrund: Denn der Truppe aus Sachsen-Anhalt, die dem 73:61 am Freitag gegen die GIESSEN 46ers ein 89:62 als Gast der BG Göttingen folgen ließ, wurde von der Liga zum Saisonstart 2026/27 ein Vier-Punkte-Abzug aufgebrummt. Hintergrund für die Strafe waren Unstimmigkeiten, die von der Geschäftsführung des Unterhauses und dem Gutachterausschuss im Rahmen eines im Mai 2026 eingeleiteten Nachlizenzierungsverfahrens festgestellt wurden. Die Baskets haben den Punkteabzug ebenso wie die Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro längst akzeptiert. Wie Medien berichteten, sollen Unstimmigkeiten bei der Vergütung von Spielern Grund für die Liga-Sanktionen gewesen sein. 

    Die langjährige Wolmirstedter Geschäftsführerin Cindy Rössel hat inzwischen ihr Amt aufgegeben, Sportdirektor Kevin Magdowski sieht der Saison indes gelassen entgegen: „Am Anfang fühlt sich das ein bisschen komisch an, wenn man die ersten Spiele positiv gestaltet und trotzdem noch am Tabellenende ist. Aber die Saison ist lang. Wir sind eine sehr erfahrene Mannschaft und wissen damit umzugehen. Es ist kein Vorteil, definitiv nicht, aber wir schaffen das.“ Die Börde Baskets, die den Aufstieg in die BBL für 2030 ins Auge gefasst haben, profitieren inzwischen von deutlich verbesserten Trainingsbedingungen. „Wir haben endlich eine neue Trainingshalle in Magdeburg. Das ist herausragend, weil wir aus dieser Schultouren-Konstellation herausgekommen sind. Bisher waren wir immer davon abhängig, wann eine Schule oder ein anderer Verein Training machen wollte. Jetzt haben wir 24 Stunden, ich übertreibe, eher 18 Stunden täglich Zugang. Da eröffnen sich uns neue Möglichkeiten“, so Magdowski. Trotz der schwierigen Ausgangslage mit dem Punktabzug bleibt die Zielsetzung ambitioniert. Magdowski traut seinem Team eine starke Saison zu: „Wir sind guter Dinge, dass der Kader so gut ist, dass wir trotzdem um die Playoff-Plätze kämpfen werden."

      Dass der Sportdirektor unlängst auch von einem „Handlungsbedarf auf den großen Positionen“ sprach, unterstreicht die Tatsache, dass sich Kult-Center John Bryant bei den SBB Börde Baskets fit hält. Nach einer Verletzung an der Achillessehne, die er sich nach seiner Ausmusterung bei den SYNTAINICS MBC noch vor seinem ersten Auftritt für seinen neuen Arbeitgeber Eisbären Bremerhaven zuzog, schuftet der 39 Jahre alte Deutsch-Amerikaner aktuell für sein Comeback. Die Verbindung kam über SBB-Cheftrainer und Ex-46ers-Spielmacher Achmadschah Zazai zustande, der „Big John“ noch aus seiner Zeit als Profi kennt. John Bryant: „Bei den SBB Baskets habe ich optimale Bedingungen, um mich nach meiner Verletzung wieder fit zu machen. Die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam, den Ärzten und den Physiotherapeuten empfinde ich bislang als äußerst gewinnbringend. Ich freue mich auf die kommende Zeit und hoffe, bald wieder auf dem Parkett stehen zu können.“ Dass dies dann auch bei den SBB Börde Baskets aus Wolmirstedt sein wird, pfeifen die Spatzen bereits vom Dach des Doms St. Mauritius. Der Center aus Kalifornien war zweifacher MVP in der BBL. Er gewann mit Bayern München 2014 die deutsche Meisterschaft. Nach erfolgreichen fast fünf Jahren bei den GIESSEN 46ers führte ihn sein Weg nach Weißenfels, wo er 2025 sogar Pokalsieger wurde.

        Beim 89:62-Erfolg am Sonntag bei der BG Göttingen, die unter ihrem neuen Coach Martins Gulbis überhaupt nicht in Schwung kommt und bereits ihre dritte Niederlage zu quittieren hatte, sorgte Akim-Jamal Jonah für ein Double Double aus 14 Punkten und zehn Rebounds. Da auch der aus Crailsheim gekommene Brock Gardner noch neun Abpraller zu fassen bekam, war die Partie praktisch schon zur Halbzeit beim 48:27 für die Gäste entschieden. Die „Veilchen“ trafen nur 15 Prozent (vier von 27) ihrer Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie, so dass Gulbis nach dem Match bei den nur noch 1800 Fans Abbitte leistete: „Ich nehme die komplette Schuld auf mich. Bitte kritisiert nicht die Spieler. Es ist meine Schuld, wie ich meine Mannschaft auf dieses Spiel vorbereitet habe. Es ist schrecklich, dass wir zu Hause so auftreten. In keinem Bereich des Spiels war das heute eine gute Leistung.“

          Von einer Entschuldigung weit entfernt war indes Demond Green, der Cheftrainer der PS Karlsruhe LIONS, die Tabellenführer HAKRO Merlins Crailsheim sensationell deutlich mit 47:91 unterlagen. Was jedoch Gründe hatte, denn der 89:79-Erfolg am Freitag bei Medikamente per Klick Bayreuth war teuer erkauft: Theo Seng und Martel Williams mussten die Partie verletzungsbedingt vorzeitig beenden. Da Maurice Pluskota und Isaiah Hart sowieso ausfielen, fehlten Greene gleich vier Leistungsträger. Diese personelle Lage sollte sich im Spielverlauf deutlich bemerkbar machen, wovon auch das Rebound-Verhältnis von 28:50 sowie nur vier versenkte Distanzwürfe zeugten.

            Bedient von seinen Jungs indes war Hendrik Gruhn, Trainer der Artland Dragons. Nach der 80:92-Niederlage bei den EPG Baskets Koblenz nahm der 32-Jährige kein Blatt vor den Mund: „Ich bin sehr enttäuscht über die Niederlage, aber noch mehr darüber, wie wir uns hier präsentiert haben. Wir haben unseren defensiven Gameplan nicht durchgezogen und eklatante Fehler gemacht“, grantelte der Übungsleiter, der mit dem Dänen Jonathan Klussmann (27 Punkte) zwar den Topscorer des Sonntags in seinen Reihen hatte, dessen Jungs jedoch von der Dreierlinie eher dürftig agierten (25 Prozent), elf Assists weniger als die Männer vom Deutschen Eck produzierten und auch acht Freiwürfe liegen ließen. 

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