Spieltag

29.10.2026

Bunte Bühne Basketball (68)

Große Ehre für Maurice Stuckey, den langjährigen Kapitän der HAKRO Merlins Crailsheim: Ein Graffiti-Künstler aus dem benachbarten Schwäbisch Hall hat den 36-jährigen Guard, der seit 2019 das Trikot der Hohenloher trug, überlebensgroß in der Bahnhofstraße der 35.000 Einwohner zählenden Gemeinde verewigt. Stuckey, der 429 BBL-Partien für Crailsheim, Bamberg, Würzburg und Oldenburg bestritt, hatte seine lange Karriere im Sommer beendet.

    Bleiben wir bei den „Zauberern“, die dieser Tage auch noch zwei Personalien ihres aktuellen Spielerkaders zu vermelden hatten. Zum einen verlängerten sie den Vertrag mit dem ursprünglich als Trainingsspieler nach Crailsheim gewechselte Deutsch-Serben Marko Dordevic bis zum Saisonende. Bisher kam der Forward in der ProA auf fünf Kurzeinsätze. Nötig wurde diese Maßnahme, weil sich Kapitän Gianni Otto eine Fraktur am Mittelhandknochen des Zeigefingers zugezogen hat. Die Verletzung wird konservativ behandelt und erfordert eine vierwöchige Ruhigstellung mit einer Schiene. Anschließend wollen die behandelnden Ärzte den Heilungsverlauf erneut bewerten.

      Gut verlaufen ist der Heilungsprozess bei John Bryant, der sich Anfang des Jahres im Training als Neuzugang der Eisbären Bremerhaven einen Achillessehnenabriss zugezogen hatte, bevor er überhaupt seine Premiere für die Nordlichter bestreiten konnte. Nun haben die ambitionierten SBB Börde Baskets aus Wolmirstedt, bei denen sich der 39-Jährige seit Wochen als Trainingsspieler auf sein Comeback vorbereiten durfte, die Verpflichtung des Centers bekanntgegeben. Schon am Samstag beim 76:73-Erfolg als Gast der VfL SparkassenStars Bochum wirkte Big John mit, er stand allerdings nur drei Minuten auf dem Parkett, ohne Akzente setzen zu können. Online erklärte Kevin Magdowski, Sportdirektor der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt, die Verpflichtung des Routiniers aus Kalifornien: „Neben seinen Fähigkeiten auf dem Parkett ist John Bryant auch noch ein überragender Mensch. Dass wir solch einen renommierten Mann unter Vertrag nehmen konnten, ist für unsere gesamte Organisation eine riesengroße Auszeichnung.“ 

        Zwischen 2017 und 2020 sowie in der Saison 2021/22 stand John Bryant auch bei den GIESSEN 46ers unter Vertrag, ehe ihn Coach Pete Strobl kurz vor dem Abstieg aus dem Oberhaus aussortierte. Der Kalifornier ging zum Mitteldeutschen BC und wurde hernach in Weißenfels Pokalsieger.

          Sehr erfolgreich ist auch Adrian Breitlauch, den es im Sommer von den Eisbären Bremerhaven nach Afrika gezogen hatte. Der 33-Jährige darf sich inzwischen Meister in Botswana nennen. Mit den Dolphins aus der Hauptstadt Gaborone holte er den Titel ohne eine einzige Niederlage. In der Finalserie (Best-of-three-Modus) bezwang sein Team die Mannschaft von Delta Spirit souverän mit 92:62 und 77:64. Für Breitlauch, der seit Jahren Entwicklungsprojekte anschiebt und der an der Seite eines Freundes eine Schule für über 800 Kinder bauen konnte, war es nicht die letzte Station seiner Afrikareise. Nach Aufenthalten in Ruanda und Botswana ist er inzwischen auf der Insel Madagaskar gelandet. Dort verstärkte er den BC Boeny, einen Erstligisten aus Mahajanga. Die viertgrößte Stadt des Inselstaats hat rund 140.000 Einwohner. Mit dem BC Boeny qualifizierte sich Breitlauch bei den National Finals, die in der Hauptstadt Antananarivo ausgetragen wurden, für die Playoffs. Im Viertelfinale gelang dem Team des Bremerhaveners ein 72:60-Sieg gegen MBC Atsinanana. Der Titelverteidiger und spätere Meister COSPN Analamanga erwies sich im Halbfinale dann als eine Nummer zu groß und zog durch einen 73:61-Erfolg ins Finale ein. „Trotz der Niederlage war es ein besonderes Erlebnis. Ich bin dankbar dafür“, sagt Breitlauch mit Blick auf den mit 7000 Zuschauern ausverkauften Palais des Sports et la Culture Mahamasina. Bis Februar bleibt Adrian Breitlauch noch in Afrika. Die Eisbären müssen also noch ein paar Monate auf ihren langjährigen Kapitän verzichten.

            Wie sehr Breitlauch seinen Eisbären fehlt, zeigte deren 68:80-Niederlage als Gast der HAKRO Merlins Crailsheim. Zur Pause noch mit drei Punkten in Führung liegend, reichten am Ende magere 32 Zähler in Halbzeit zwei nicht, um die „Zauberer“ zu entzaubern. Da auch das Rebound-Verhältnis von 45:30 klar an die Hohenloher ging und auch nur vier versenkte Dreier auf der Bremerhavener Habenseite standen, unkten nicht wenige, dass die 650 Kilometer lange Anreise ihre Spuren hinterlassen hatte.

              Noch einmal zurück zu den SBB Börde Baskets, bei denen Kapitän Martin Bogdanov in Bochum den Vogel abschoss. Mit seinen 28 Punkten (davon sechs versenkte Dreier), sieben Assists und acht Rebounds war er quasi an mehr als jeder zweiten gelungenen Aktion der Truppe des ehemaligen Gießener Spielmachers Cha Cha Zazai beteiligt. Da auch Ex-Rackelo Sebastian Brach bei seinen 13 Zählern einhundertprozentig lieferte und Brock Gardner seinen neun Punkten noch acht eingesammelte Abpraller hinzufügte, setzte Wolmirstedt seine Aufholjagd nach dem Vier-Punkte-Abzug der Liga fort.

                Und dann sind da noch die Paderborn Baskets, die beim 83:71 in der Arena im rund 50 Kilometer entfernten Lemgo den Höhenflug der OrangeAcademy stoppten. Warum? Weil Emmanuel Ugbo (zehn Punkte, zehn Assists) und Leonard Kröger (13 Punkte, zwölf Assists) mit je einem Double-Double glänzten. Und weil Ulm, das vor dem letzten Viertel noch mit 66:61 führte, am Ende nur noch fünf Zähler zustande bekam.