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04.11.2026

BUNTE BÜHNE BASKETBALL (69)

Bei den EPG Baskets Koblenz hängt der Haussegen ein wenig schief. Von vielen als Playoff-Kandidat gehandelt, haben die Männer vom Deutschen Eck als Gast der BG Göttingen am Wochenende in der BAREMER 2. Basketball-Bundesliga ProA ihre dritte Niederlage in Folge einstecken müssen. Das 86:107 in Süd-Niedersachsen fiel deutlich aus, obwohl Neuzugang Frankie Collins, der eine Woche zuvor bei der 68:83-Niederlage gegen die GIESSEN 46ers erst seinen Einstand gegeben hatte, mit 21 Punkten und sieben Rebounds zu den auffälligsten Akteuren des Abends in der Sparkassen-Arena gezählt hatte. Sechs „Veilchen“ punkteten jedoch zweistellig, der bosnische Center Omar Pajic (23, sieben Rebounds) avancierte zum Topscorer einer Göttinger Mannschaft, die mit 15 Treffern von jenseits der 6,75-Meter-Marke bei 31 Versuchen) ein deutliches Zeichen bezüglich des Spielstils ihres neuen Übungsleiters Martins Gulbis gesetzt hatte.

    Dass der gerade erst verpflichtete Floor General der EPG Baskets Koblenz, Frankie Collins, nach zwei Partien schon wieder Geschichte ist, überraschte zu Wochenbeginn. Er sei „nicht mit der bestehenden Mannschaft und dem Trainerstab kompatibel“, machten die Verantwortlichen auf ihrer Homepage etwas kryptisch klar, warum sie von ihrer 14-tägigen Try-Out-Phase Gebrauch machten. Sport-Vorstand Thomas Klein und Cheftrainer Stephan Dohrn wurden da schon etwas deutlicher: „Unser Spiel ist auf den Begriff Team ausgelegt. Wir müssen uns trotz aller Verletzungsproblematik als Team wieder finden. Hierzu muss das Puzzlestück einfach passen. Ein überragender Einzelspieler macht das Puzzlestück nicht passgenau“, begründete Klein die Trennung. Und Dohrn ergänzte: „Mir als Trainer ist es wichtig, das zu erhalten, was unsere Mannschaft sich aufgebaut hat: eine gute Teamchemie, eine gute Kommunikation und ein guter Zusammenhalt. Frankie hat in diese Gruppe nicht reingepasst.“ Rumms, das saß …

      Länger verzichten müssen die Männer aus der drittgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz auf ihren Big Man Jannis Sonnefeld, der in der Partie gegen die GIESSEN 46ers mit großen Schmerzen zusammengebrochen war und in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Diagnose: Der 24-Jährige erlitt eine vollständige Ausrenkung der Kniescheibe (Patellaluxation). Nach einer eingehenden medizinischen Bewertung haben sich die Club-Verantwortlichen in Abstimmung mit Medizinteam des Gelenkzentrums Mittelrhein (GZMR) für eine konservative Behandlung ohne Operation entschieden. Sonnefeld wird ein Rehabilitationsprogramm absolvieren, in dem sein Heilungsverlauf regelmäßig kontrolliert wird. Erste sportartspezifische Funktionstests sind nach etwa zehn Wochen geplant. Ob der Powerforward in dieser Saison noch einmal ins EPG-Team zurückkehren kann, steht noch in den Sternen.

        Bis März 2025 saß der Niederländer Marco van den Berg noch auf der Bank unterhalb der Festung Ehrenbreitstein, ehe er entlassen wurde. Nach eineinhalb Jahren Pause hat der Ehemann der ehemaligen SPD-Bundesministerin und heutigen Europaabgeordneten Katarina Barley wieder einen Job gefunden, nämlich in der ProB bei den Ahorn Camp Baskets, den Fans mit der Gnade der frühen Geburt besser bekannt als BIS Baskets Speyer. Dort war Carl Mbassa nach 13 Jahren auf der Bank zurückgetreten, weil Speyer bei fünf Niederlagen aus den ersten fünf Matches mies in die Saison in der Süd-Gruppe der 3. Liga gestartet war. Eine kurzfristige Besserung erreichte auch Buchautor Marco van den Berg nicht. Bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München setzte es für Speyer eine 73:83-Niederlage, so dass die Truppe von der Domkirche St. Maria und St. Stephan, der größten noch komplett erhaltenen romanischen Kirche der Welt, weiter das Tabellenende ziert.

          Von diesem weit entfernt befinden sich in der ProA die RheinStars Köln, die die enge Partie bei Aufsteiger OrangeAcademy mit 84:81 für sich entschieden. Der erst 17-jährige Center Juom Maker Bol Meen, ein Spanier mit südsudanesischen Wurzeln, glänzte bei der Ulmer Kaderschmiede zwar mit einem Double-Double aus 19 Punkten und elf Rebounds, den Vogel schoss für die Rheinländer jedoch Cedric Russell ab, der vor zwei Wochen schon den GIESSEN 46ers übel zugesetzt hatte. Der US-Guard traf sieben Dreier und brachte es am Ende auf 24 Zähler. Da auch James Patterson und Björn Rohwer je 20 Punkte markierten und zusammen 15 Abpraller einsammelten, haben sich die Männer aus der rheinischen Karnevalshochburg inzwischen auf Rang vier nach vorne gearbeitet.

            Damit dies auch so bleibt, hat Köln noch einmal personell nachgebessert. Mit der Verpflichtung von Osasere Best Othako haben die RheinStars auf den längeren Ausfall von Nat Diallo reagiert. Der in Mülheim an der Ruhr geborene Center kommt von den Fellbach Flashers aus der Südgruppe der ProB.  Mit seiner Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen schließt sich für den 216 Zentimeter großen und 25 Jahre alten Othako ein Kreis. Aus der Jugend der ART Giants Düsseldorf wechselte er 2019 erst in den Norden (Bremerhaven, Cuxhaven), dann Richtung Osten (Jena, Weimar, Dresden) und Anfang der Saison zu den Fellbach Flashers in den Süden. Nun absolvierte er bei der OrangeAcademy seine ersten knapp zehn Minuten für die RheinStars und pflückte immerhin drei Rebounds aus dem Ulmer Abendhimmel. „Best spielt athletisch und aggressiv. Wir hoffen, dass er uns mit seiner Power und Beweglichkeit auf den großen Positionen helfen und seine spielerische Qualität bei uns weiterentwickeln wird“, wird Geschäftsführer Stephan Baeck auf der vereinseigenen Homepage zitiert.

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