
20.08.2026
Einst erstickte er die Aufstiegs-Hoffnungen der GIESSEN 46ers im Keim, nun soll er ihnen neue Nahrung verleihen. Mit 30 Punkten, einer 57-prozentigen Quote von Downtown und acht von neun Treffern von der Freiwurflinie beendete Zach Cooks an jenem 22. Mai des vergangenen Jahres, damals noch im Trikot von Science City Jena, bei der 95:97-Heimniederlage die Saison des Altmeisters, der das Halbfinale nach 1:0-Führung gegen die Thüringer doch noch mit 1:3 verloren geben musste. Tragisch für die Lahnstädter: Zwei Sekunden vor der Overtime glückte ihm einst der entscheidende Treffer, der die 46ers-Anhänger in ein Tal der Tränen stürzte.
Ab dem 15. August wird der 27-Jährige nun als Nachfolger solch angesehener Pointguards wie Jordan Barnes, Duane Wilson oder Simon Krajcovic in der Osthalle den Takt vorgeben.
„Als sich die Chance ergab, ihn verpflichten zu können, haben wir natürlich nicht lange überlegt und sofort zugegriffen“, erklärt Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic die Verpflichtung des 1,80 Meter großen Leaders aus Lawrenceville/Georgia, der jedoch auf keine einfache Saison zurückblickt. Im Sommer vergangenen Jahres verließ Zachery Deshon Cooks, so sein vollständiger Name, BBL-Aufsteiger Jena, um mit den Telekom Baskets Bonn noch höhere Ziele zu erreichen. Verletzungsbedingt (Sprunggelenk) verpasste er am Hardtberg jedoch die komplette Vorbereitung und den Saisonstart. Erst im Laufe der Runde fand er seinen Rhythmus, ehe ihn eine weitere Verletzung erneut zurückwarf. Erst im Playoff-Halbfinale gegen Bayern München kehrte Cooks ins Team zurück.
„Für die kommende Saison haben wir uns dazu entschieden, auf dem Spielermarkt nach einem anderen Profil zu suchen, um unsere Entwicklung als Team weiter voranzutreiben“, begründete Bonns Sportdirektor Savo Milovic die Trennung vom Regisseur, der in der ehemaligen Bundeshauptstadt eigentlich noch einen Vertrag bis Sommer 2027 besaß. Insgesamt 28-mal lief Cooks für die Baskets auf und markierte dabei durchschnittlich knapp sieben Punkte. Seine beste Partie zeigte der US-Amerikaner beim 92:80-Erfolg bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Science City Jena, als er mit 20 Punkten aufdrehte. In seinem letzten Auftritt für die Baskets erzielte er im Playoff-Halbfinale gegen den FC Bayern München zehn Zähler.
Seine Profi-Laufbahn begann Zach Cooks 2022 beim UBSC Graz, wo er mit 23 Punkten und mehr als zwei Steals sofort zum Topscorer und besten Balldieb der ersten österreichischen Liga avancierte. Ein Jahr später führte er das Team aus der Landeshauptstadt der Steiermark mit durchschnittlich 22 Zählern, fünf Assists, vier Rebounds und drei Steals ins Finale der Superliga.
Nach einem kurzen Gastspiel in der Dominikanischen Republik folgte dann im Spätsommer 2024 der Wechsel zum Zweitligisten aus Jena. Auch in der ProA zählte der 27-Jährige mit 16 Punkten pro Match schnell zu den gefährlichsten Korbjägern der Liga und traf starke 55 Prozent seiner Zweier- und 37 Prozent seiner Dreierversuche. Dabei zeichnete sich der Gießener Neuzugang nicht nur durch seinen schnellen Antritt und seine Scoring-Fähigkeiten aus, sondern er stellte auch mit drei Assists und einem Steal pro Partie seine Übersicht und seine Defensivqualitäten unter Beweis. Zudem überzeugte er mit nur einem Turnover in rund 27 Minuten Einsatzzeit als sicherer Ballhandler. Aufgrund seiner starken Leistungen wurde er im Dezember 2024 zum ProA-Profi des Monats gewählt.
„Zum einen hatte ich sehr angenehme Gespräche mit Zach Cooks selbst, zum anderen habe ich mich lange mit dem Bonner Coach Marko Stankovic unterhalten. Er hat sehr gut über Cooks gesprochen und mir berichtet, dass er ohne seine Verletzungen sicher zu einem Top-BBL-Profi gereift wäre“, ist Branislav Ignjatovic glücklich, dass sich der Go-to-Guy zu einer Unterschrift bei den 46ers entschieden hat. „Auch unser Neuzugang Chris Carter, mit dem Zach seit der gemeinsamen Zeit in Jena befreundet ist, hat ihn sehr gelobt“, berichtet der Gießener Übungsleiter weiter und lobt den Spielmacher als „defensivstark und bissig in der Verteidigung.“ Der Mann aus Georgia, ohne Zweifel der Königstransfer der GIESSEN 46ers, habe einen „unfassbaren Drive zum Korb“ und einen „richtig guten Schuss.“ Ignjatovic:
„An ihm werden wir viel Freunde haben.“
Es sind lobende Worte, die Zachery Deshon Cooks gerne erwidert:
„Ich bin unglaublich dankbar und freue mich riesig über die Möglichkeit, für Gießen zu spielen. Ich weiß, dass die 46ers-Fans und die Stadt den Basketball lieben und den Verein großartig unterstützen. Ich möchte unbedingt zu weiteren Siegen und Erfolgen beitragen und kann es kaum erwarten, meine Teamkollegen, Trainer und Anhänger kennenzulernen. Hoffentlich geht die Saison bald los!“
Eine, für die die GIESSEN 46ers nach den Verpflichtungen von Zach Cooks (Telekom Baskets Bonn), Chris Carter (Science City Jena), Nigel Scantlebury (KK Zlatorog Lasko/Slowenien), den beiden ohnehin für die kommende Runde mit einem Arbeitspapier ausgestatteten Kai Müsse und Till Gloger sowie den Vertragsverlängerungen von Kapitän Robin Benzing, Viktor Kovacevic, Luis König Figge und Daniel Norl gerüstet scheinen.