
24.09.2026
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit gastieren die 46ers am Freitag bei Science City Jena und am Sonntag bei den Frankfurt Skyliners.
Nach fünf Wochen Vorbereitung, bislang zwei Erfolgen in vier Vorbereitungsspielen, dem Finaleinzug beim international besetzten Turnier in Salzburg sowie einer starken Darbietung beim 70:77-Pokal-Aus gegen den Erstligisten NINERS Chemnitz wollen sich die GIESSEN 46ers am Wochenende bei einem Doppel-Test ihren letzten Schliff für den Start in die Saison 2026/27 in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA gegen die Artland Dragons (Freitag, 25. September, 20 Uhr) holen.
„Ich möchte noch die eine oder andere Formation ausprobieren, vor allem aber möchte ich, dass wir uns in einigen Quoten verbessern“, legt Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic größten Wert darauf, die Rebound-Statistik gegenüber dem Match gegen die Sachsen zu verbessern, die Trefferquote von jenseits der Dreierlinie (35 Prozent) zu erhöhen und die Zahl der Turnovers (stattliche 19) deutlich zu senken. „Wir bekommen es am Wochenende mit zwei BBL-Clubs zu tun, die wahrscheinlich nicht um die Deutsche Meisterschaft mitspielen werden. Insofern sollte es unser Ziel sein, nicht nur dagegenzuhalten, sondern auch die von mir angesprochenen Werte zu verbessern“, so der 59-Jährige.
Sein Assistent Nikola Stanic war vergangen Sonntag zusammen mit Powerforward Viktor Kovacevic Beobachter des Pokal-Erstrunden-Duells zwischen den Frankfurt Skyliners und Science City Jena, das die Männer aus der Bankenmetropole souverän mit 94:63 zu ihren Gunsten entschieden. Da die 46ers an diesem Freitag (17.30 Uhr) in Jena und keine 43 Stunden später (Sonntag, 13 Uhr) in Frankfurt antreten, lag es nahe, die beiden abschließenden Testspiel-Konkurrenten nochmals persönlich unter die Lupe zu nehmen. Beide Duelle steigen in den Trainingshallen der BBL-Clubs, beide sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit geplant.
Am Freitag in Jena wartet auf die Mannschaft um Kapitän Robin Benzing, die frei von Verletzungen nach Thüringen reisen wird, ein Team, das nicht nur mit einem neuen Coach (Bremerhavens Steven Esterkamp für Björn-Harmsen-Nachfolger Mike Taylor) aufwartet, sondern das nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison auch personell kräftig durcheinandergewirbelt wurde. Ein US-Sextett um Leader Joe Wieskamp (Alba Berlin) verließ die Optikstädter, dafür bekamen sie jede Menge Youngster-Power: Mit Pierre Brooks II. (Ruvo di Puglia/Italien), Swingman Terrence Edwards (Avtodor Saratov/Russland) und Isiah Moses (Perth/Australien) stehen den vielen Abgängen drei Top-Scorer gegenüber. Darüber hinaus brachte Steven Esterkamp von der Nordsee Raphael Falkenthal und Jemarl Baker jr. mit nach Jena.
Und am Sonntag trifft Gießen am Main nicht nur auf den alten Rivalen, sondern auch auf eine Truppe, die sich in der kommenden Saison einer Doppelbelastung aus BBL und EuroCup (mit Reisen nach England, Rumänien, Italien, der Türkei, Teneriffa und Litauen) gegenübersieht. „Das wird nicht einfach für die Mannschaft meines Kollegen Klaus Perwas“, glaubt „Frenki“ Ignjatovic, der beobachtet hat, dass die Skyliners einen Transfercoup landen konnten.
Denn Neuzugang Ryan Arcidiacono spielte von 2016 bis 2023 sieben Jahre lang in der NBA. Für die Chicago Bulls, die New York Knicks und die Portland Trailblazers absolvierte der 1,90 Meter große Guard insgesamt 257 Partien. Zuletzt stand Arcidiacono in Costa Rica bei Osos de Manatí unter Vertrag. Außerdem schlossen sich der Chemnitzer Powerforward Roman Bedime und der sechs Jahre für Ulm spielende österreichische Internationale Tommy Klepeisz den Mainstädtern an.
„Nach diesen beiden Härtetest werden wir endgültig sehen, wo wir stehen“, hofft Branislav Ignjatovic. Einen äußerst positiven Vorgeschmack bekamen 2318 Fans (nach 2600 in Heidelberg der zweitbeste Zuspruch der ersten Pokalrunde) vergangenen Samstag gegen Chemnitz schon mal geliefert.