
23.10.2026
Die GIESSEN 46ers haben auf den verletzungsbedingten Ausfall ihres Neuzugangs Chris Carter (Knieprobleme) reagiert und US-Pointguard Tyler Jay Peterson unter Vertrag genommen.
„Er bringt eine gewisse Winner-Mentalität mit zu uns“, erhofft sich Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic, dessen Team nach nur zwei Siegen aus den ersten fünf Partien in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA einen eher schleppenden Start in die Saison 2026/27 hingelegt hat, einen Schub vom 28-Jährigen. „Tyler ist ein aggressiver Verteidiger, der seine Nebenleute bestens in Szene zu setzen weiß. Ich hatte ein langes Telefonat mit und einen starken Eindruck von ihm. Er wird uns weiterhelfen.“
Der 1,93 Meter große Regisseur stammt aus Lino Lakes, einer 22.000 Einwohner zählenden Kleinstadt nördlich von Minneapolis, der Hauptstadt von Minnesota. Der mittlere Westen der Vereinigten Staaten an der Grenze zu Kanada ist bekannt für seine atemberaubenden Landschaften und seine über 10.000 Seen.
Als Absolvent der University of South Dakota trug Peterson bis 2020 das Trikot der dortigen Coyotes in der NCAA, einer von drei Hochschul-Ligen der USA. Seit sechs Jahren ist der Familienvater, der mit Frau und Tochter Lucy nach Mittelhessen kommt, im europäischen Basketball unterwegs. Zunächst in Griechenlands Zweiter Liga für Amyntas Dafnis, dann in den ersten Ligen in Schweden (Södertälje BBK), Großbritannien (London Lions), Litauen (KK Nevezis) und Ungarn (Falco Szombathely).
Für beide letztgenannten Clubs teilte er sich die Saison 2025/26. In den 15 Partien für Nevezis brachte er es auf im Schnitt zehn Punkte und drei Assists, für die Magyaren waren es in den abschließenden sechs Hauptrundenpartien im Durchschnitt sechs Zähler bei ebenfalls drei Assists. Hinzu kamen in den elf Playoff-Matches sechs Punkte in durchschnittlich allerdings nur elf Minuten auf dem Court. Außerdem war Tyler Peterson für die Ungarn im Europe Cup aktiv, wo er in vier Begegnungen im Schnitt sieben Zähler und vier Assists bei 20 Minuten Einsatzzeit zum Gelingen beisteuerte.
„Gießen ist ein Verein, der mir vertraut ist. Ich hatte einige Freunde, die in der ProA gespielt haben. Daher habe ich sie intensiv verfolgt und mir besonders in den Playoffs die Höhepunkte angeschaut. Ich freue mich, dass mir die Chance gegeben wurde, mich den 46ers anschließen zu können“, so Tyler Peterson kurz vor seinem Abflug nach Deutschland.
Den Medizincheck bei Teamärztin Petra Michel-Leutheuser und Dr. Ulrich Faber hat der 28-Jährige inzwischen absolviert, am Wochenende wird er zwei, drei Trainingseinheiten mit seinen neuen Kollegen absolvieren können, eher er am Montag im Mannschaftsbus zum Auswärtsspiel bei den EPG Baskets Koblenz (19.30 Uhr) sitzen wird. Vorausgesetzt, Spielberechtigung und Visum sind bis dahin eingetroffen.
„Er war in Ungarn Meister. Er hat in Litauen Eindruck hinterlassen. Und er war im Sommer in der Pre-Season mit Panathinaikos Athen, das von meinem Freund Zeljko Obradovic betreut wird, unterwegs. Zum erweiterten Kreis dieses herausragenden EuroLeague-Teams zu gehören, bedeutet eine ganze Menge“, kann es „Frenki“ Ignjatovic kaum erwarten, dass Tyler Jay Peterson endlich bei den GIESSEN 46ers seine Duftmarke hinterlässt.