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30.10.2026

„Gießen fühlt sich an wie Södertälje“

Es fühlt sich irgendwie gut, irgendwie richtig an für Tyler Peterson. Erst zwölf Punkte und fünf Assists beim 83:68-Sieg in Koblenz. Dann viel Lob des Coaches und der Mitspieler. Und schließlich landen Ehefrau Gabby und Töchterchen Lucy (sieben Monate) von Minneapolis aus kommend fünf Tage nach ihm wohlbehalten in Frankfurt. Es ist angerichtet für den neuen Guard der GIESSEN 46ers, die am siebten Spieltag der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA die Tigers Tübingen (Samstag, 19 Uhr) in der Osthalle empfangen.

Deine Frau und deine Tochter Lucy sind Dienstag in Gießen angekommen. Wie kurz war die erste Nacht für dich?

Tyler Peterson (lacht): Es gab für unsere Kleine ein paar Schlafumstellungen. Wir haben sie am Dienstag erst gegen 23.30 Uhr ins Bett bringen können. Sie ist einige Male aufgewacht, aber insgesamt hat sie es besser gemacht, als wir erwartet hatten.

Wie wichtig ist es, deine Familie um dich zu haben?

Tyler Peterson: Sie ist natürlich das Allerwichtigste für mich. Ich habe immer gewollt, dass meine kleine Familie mich begleitet, egal wo ich auch spiele.‍

Was wirst du ihnen als erstes von Gießen zeigen?

Tyler Peterson: Direkt nach diesem Gespräch werden wir in der Innenstadt einen Kaffee trinken gehen, einen kleinen Spaziergang machen und uns wahrscheinlich auf Lucys nächstes Nickerchen vorbereiten.

Hast du bis Mitte letzter Woche überhaupt schon mal von einer Stadt namens Gießen gehört?

Tyler Peterson: Ich war mit dem Club vertraut, weil ich wusste, wann sie in der BBL gespielt haben. Außerdem kannte ich Austin Hollins, der mal in Gießen aktiv war. Als ich zum Medizincheck ging, hing in der Praxis unserer Ärztin ein Foto an der Wand mit ihm im Team. Und auch eines mit Max Landis, der in derselben Conference gespielt hat wie ich. Er hat dort seinen Abschluss gemacht, bevor ich nach South Dakota kam. ​

Deine Premiere in Koblenz war beeindruckend? Wie zufrieden warst du mit dir und mit dem Team?

Tyler Peterson: Ich hatte das Gefühl, dass ich genau das getan habe, was ich von mir erwarte und was der Trainer von mir erwartet. Natürlich brauche auch ich eine Eingewöhnungsphase, damit ich alle Spielzüge draufhabe und sich auch die Jungs an mich gewöhnen können. Im vierten Viertel war ich müde, ich bin aber froh, dass ich durchgehalten habe. Lucy jedenfalls war stolz auf ihren Papa …‍

Was hast du schon sehen können? Was funktioniert in deinem neuen Team gut, was nicht gut?

Tyler Peterson: Wir haben viele Spieler, die viele verschiedene Sachen machen können. Einen Big Man zu haben, der auf einem Niveau wie Robin Benzing schießen kann, ist großartig. Und dann haben wir andere Guards, die aus dem Dribbling heraus kreieren. Das wahrscheinlich Wichtigste, worauf wir uns aber konzentrieren müssen, ist die Defense. Da gibt es kleinere Punkte, die zu korrigieren sind, aber wir sind auf einem guten Weg, auch ein richtig starkes Team zu werden. Das habe ich in den ersten Einheiten sofort gesehen.

Was können die Fans in den kommenden Monaten von dir erwarten? 

Tyler Peterson: Meine Rolle ist es, jemand zu sein, der das Spiel managt, der ein Leader ist und der als starker Defender seinen Teil zum Erfolg beiträgt.

Es schien, als hättest du deine Rolle im Team ziemlich schnell gefunden. Es wirkte, als hättest du für die 46ers schon ein oder zwei Jahre gespielt …

Tyler Peterson: Es waren definitiv die bisher verrücktesten Tage für mich vor einem Match. Ich bin zwar schon mitten in einer Saison Teams beigetreten, aber da hatte ich immer mindestens eine Woche Zeit, um mich einzugewöhnen. In Gießen waren es gefühlt vier Termine an einem Tag und gleich eine gewisse Erwartungshaltung. Das alles kann ich aber alles aushalten, ich habe schon in vielen verschiedenen Ligen gespielt. Die Jungs haben mir sehr geholfen, es war eine gute Woche.

Du hast in Koblenz keine Dreier genommen. Ist das Teil deines Spiels?

Tyler Peterson: Nein, nein, natürlich nehme ich auch Dreier! Ich war nur ein wenig überrascht, dass ich das ganze Spiel über hart verteidigt oder sogar gedoppelt wurde. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Du hast betont, dass du in den letzten Jahren oft die Clubs gewechselt hast: Ungarn, Litauen, Großbritannien, Schweden und Griechenland. Wie ist es, so regelmäßig den Ort zu wechseln und so viele Länder zu sehen? Würdest du es bevorzugen, etwas länger an einem Ort zu bleiben, oder ist das okay für dich? 

​Tyler Peterson: Meine Frau und ich reisen beide sehr gerne, daher war es cool, herumzukommen. Wir haben schon sehr viel gesehen. Verrückt war letztes Jahr mein Wechsel nach Ungarn, denn meine Frau war in der 34. Woche schwanger. Tatsache ist: Wir würden definitiv gerne mal für eine ganze Saison an einem Ort bleiben, um beim Team zu sein und richtig anzukommen. ​

Du hast in Ungarn den Titel gewonnen …

​Tyler Peterson: Ja, wir wurden Meister und haben es unter die letzten Vier im Europe Cup geschafft. Das war das zweitbeste Ergebnis ist, das jemals ein ungarisches Team in einem internationalen Wettbewerb erreicht hat. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht. 

Was war für dich die größte Überraschung, als du in Deutschland angekommen bist?‍

​Tyler Peterson: Gießen fühlt sich genauso an wie der Ort, in dem ich in Schweden gelebt habe. Als ich ankam, habe ich meiner Frau sofort geschrieben und ihr berichtet, alles fühle sich an wie in Södertälje. Natur, Landschaft, alles ähnlich. Nur wahrscheinlich habt ihr weniger Schnee hier in Deutschland …

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