
24.09.2026
46ers-Athletiktrainer Lukas Lai war wieder einmal zwei Wochen lang mit der deutschen Basketball-Nationalmannschaft unterwegs.
„Mittendrin statt nur dabei“. Getreu des 90er-Jahre-Werbeslogans von Sport1, formerly known as Deutsches Sport-Fernsehen (DSF), hat sich Lukas Lai wieder einmal im Kreise der Basketball-Nationalmannschaft bewegt.
Erst ein 115:82 im Supercup in Hamburg gegen Tschechien, dann im Finale ein 96:87-Erfolg gegen Kroatien. Und schließlich in Runde zwei der European Qualifiers für den World Cup 2027 in Katar ein 99:83-Sieg in Köln gegen die Niederlande sowie ein knapper 96:94-Erfolg nach Verlängerung in Danzig gegen Gastgeber Polen, mit dem die Mannschaft von Bundestrainer Alex Mumbru einen Riesenschritt in Richtung der Titelkämpfe im kommenden Jahr am Persischen Golf gemacht hat: Zwei Wochen im Kreise der Männer mit dem Bundesadler auf der Brust haben dem Athletiktrainer der GIESSEN 46ers nicht nur sportlich, „sondern vor allem auch menschlich“, wie er gerne betont, richtig gutgetan.
Weil er die Stars der Szene hautnah erlebt hat. Und weil Erinnerungen, nicht nur beim 41-Jährigen, aufkamen. Schließlich verbrachte NBA-Champ Isaiah Hartenstein eine Woche bei der Nationalmannschaft. Leicht angeschlagen und deshalb ohne Einsatz. Aber mit viel Lust, mal wieder in den Deutschland-Klamotten herumzulaufen. Stets bestens versorgt durch seinen Privat-Physio der Oklahoma City Thunder. Und begleitet von Papa und Manager Flo Hartenstein, der zwischen 2001 und 2009 zur Kultfigur der GIESSEN 46ers geworden ist.
„Wir haben uns viel unterhalten, er verfolgt die Geschehnisse in Gießen ganz genau. Und er hat sich nach Männern wie Tim Uhlemann und Dominic Turudic erkundigt“, berichtet Lukas Lai, der zwischenzeitlich schmunzeln musste, als Hartenstein Senior auch nach Tizian Scheld und dessen sportlicher Laufbahn fragte. „Er ist in die Fliesen-Branche eingestiegen und leitet das Familienunternehmen in Gießen“, wusste der Fitness-Coach zu erzählen. Es gibt halt auch noch Jungs, für die es nicht nur Basketball gibt. Was im Kosmos von Florian und Isaiah Hartenstein eher ungewöhnlich ist.
Die emotionale Verabschiedung von Welt- und Europameister Johannes Voigtmann (Bayern München), der nach 128 Einsätzen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte, bekam Lukas Lai, viel beschäftigt hinter den Kulissen, kaum mit. Dafür legte er aber Hand an an der leicht lädierten Hüfte von Dennis Schröder (Charlotte Hornets), war dabei, als Oscar da Silva (Bayern München) mit vier Stichen genäht werden musste, und hatte viel Kontakt zum in Stralsund aufgewachsenen und vor wenigen Monaten mit den New Yorek Knicks den NBA-Thron besteigenden Ariel Hukporti (Philadelphia 76ers), den er schon in der Jugend-Nationalmannschaft unter seinen Fittichen (beziehungsweise in seinen Fingern …) hatte.
Stressige 14 Tage für Lukas Lai? Mitnichten. „Es war schön zu erleben, dass Bundestrainer Alex Mumbru auch außerhalb der Mannschaft auf großen Zusammenhalt setzt. Wir waren mit dem Staff das eine oder andere Mal essen, das war sehr schön. Außerdem habe ich jede Gelegenheit genutzt, um von den Hotels aus joggen zu gehen.“
Seit Montag ist Lukas Lai wieder in Mittelhessen, seit Dienstag wieder in seiner Praxis. Mit dem Flugzeug erst von Danzig nach Frankfurt, dann mit der Bahn an die Lahn. Und Alex Mumbru? In der Nacht zu Montag gleich ab in die Emilia-Romagna, wo der fünffache Vater den italienischen Euroligisten Virtus Bologna coacht. Am Nachmittag wartete das Team auf den 47-jährigen Spanier. Auf Lukas Lai wartete erst einmal „nur“ seine Familie. Und natürlich viel Arbeit in seiner eigenen Praxis im Gießener Asterweg.