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24.09.2026

Jetzt geht es erst so richtig los

Von David Heinemann

„Das“, sagt Frenki Ignjatovic bei der Pressekonferenz am Dienstagnachmittag gewohnt stoisch, „ist ein Spiel wie jedes andere auch.“ Und meint damit das Heimspiel seiner Gießen 46ers am Freitagabend (20 Uhr) gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück. Keine besondere Kiste für den rot-weißen Headcoach. Dabei handelt es sich nicht nur um Spieltag eins der 2. Basketball-Bundesliga, sondern gleichzeitig auch um die offizielle ProA-Saisoneröffnung.

Der Rahmen für viele Schmetterlinge im Bauch, ganz viel Kribbeln und Aufregung ist also eigentlich gegeben – natürlich auch ein stückweit bei Ignjatovic ebenfalls. Die Vorfreude, dass es endlich wieder losgeht, sei beim 59-Jährigen ebenfalls groß, ebenso bei seinen Spielern. Nun gilt es aber, diese Vorfreude auf das Osthallen-Parkett zu übertragen. Denn alle, die es mit dem fünffachen deutschen Meister halten, träumen von ganz anderen Sphären als der ProA. Diese Euphorie, auch angetrieben durch den vielversprechenden Pokalauftritt gegen die Niners Chemnitz vor zwei Wochen (70:77), muss da erst einmal unter Kontrolle gebracht werden.

„Bei einem Traditionsstandort wie Gießen“, weiß Frenki Ignjatovic, „wird die BBL immer ein Thema sein.“ Das ist nach Ansicht des Trainers auch gut so. „Aber jetzt schon eine Prognose für die gesamte Saison abgeben, ist Quatsch. Man kann erst nach vier oder fünf Spielen abschätzen, was im Kader steckt.“ Zu viele Variablen – sportliche wie infrastrukturelle – spielen mit. So litt Neuzugang Nigel Scantlebury zuletzt unter ein paar Blessuren und Daniel Norl fiel erkrankt für die abschließenden Tests in Jena (74:77) und in Frankfurt (89:113) aus. „Das ist nicht optimal, aber ich erwarte beide noch in dieser Woche im Training zurück“, so der 46ers-Zampano bei der PK am Dienstag, der anfügt: „Im Großen und Ganzen bin ich mit der Vorbereitung und der Trainingsleistung zufrieden. Ich merke, dass die Chemie im Team stimmt. Nun will ich gerne die Drucksituation in einem Ligaspiel sehen.“ Der Pokalfight sei zwar gut gewesen, jedoch kein Maßstab. Ignjatovic: „Am Freitag geht es erst richtig los.“

Denn mit den Artland Dragons kommt ein Team an die Lahn, das die vergangene Hauptrunde auf Rang fünf abgeschlossen hatte. Endstation war damals aber bereits in der ersten Playoff-Runde (0:3 gegen Bremerhaven). Nun hat die Mannschaft aus dem Landkreis Osnabrück ihren Kader einmal auf links gedreht. „Vor allem vor deren deutschen Spielern müssen wir gewarnt sein“, so Ignjatovic. Etwa vor Grant Teichmann, der die Liga aus seinen Stationen Paderborn, Düsseldorf und Dresden aus dem Effeff kennt. Oder Ralph Hounnou, der zuletzt beim Bundesligisten aus Oldenburg auf dem Parkett stand. Und dann wäre da noch der kürzlich verpflichtete Naz Bohannon (Ignjatovic: „Ein Transfercoup“): Der 27-jährige US-Power Forward kam aus Jena, war zuvor in Vechta und in Hagen aktiv. „Wir müssen aufpassen, dass sich Artland nicht in einen Rausch spielt. Die können gut schießen, insbesondere von außen“, hebt Ignjatovic den mahnenden Zeigefinger. „Am Ende interessiert mich aber, was wir machen. Wir wollen zeigen, was wir können. Der erste Sieg ist immer der schwierigste. Wenn du das erste Spiel verlierst, stehst du beim zweiten automatisch schon unter Druck. In diese Spirale wollen wir erst gar nicht rein.“ Schon gar nicht in der Osthalle.

Und da fällt dem 46ers-Trainer dann doch noch etwas ein, was die Partie besonders macht: „Erstmals, seit ich hier bin, starten wir zu Hause. Davor hatten wir immer Auswärtsspiele.“ Zudem bietet dieses erste Heimspiel einen weiteren besonderen Rahmen: Vor Spielbeginn wird die kürzlich verstorbene Klublegende Ernie Butler mit einer Choreo geehrt.

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