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24.09.2026

Speed und Spektakel

Rund 150 Anhänger der GIESSEN 46ers sind vom öffentlichen Training in der Osthalle restlos begeistert.

82 knallharte Übungsminuten, beste Stimmung auf dem Feld, jede Menge Speed, atemberaubende Flugshows und Würfe, die fast geräuschlos im Netz versanken, statt an den Metallrahmen der Körbe zu klopfen: Rund 150 Anhänger der GIESSEN 46ers, die am Dienstagabend dem öffentlichen Training in der Osthalle beiwohnten, waren zufrieden. Und spendeten Applaus, wann immer ihre Lieblinge einnetzten oder Spektakel andeuteten.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich ein junger Mann im roten Shirt des fünffachen Deutschen Meisters, frisches Personal und altgediente Kräfte wie Capitano Robin Benzing, der extra für die Einheit den Kindergeburtstag seiner Tochter Ainhoa in der Nähe von Koblenz früher verlassen hatte, live in der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA erleben zu können.

Ehe die NINERS Chemnitz (Samstag, 12. September, 18.30 Uhr) in Runde eins des Netto BBL-Pokals und die Artland Dragons (Freitag, 25. September, 20 Uhr) am ersten Spieltag des Unterhauses ihre Visitenkarte an der Lahn abgeben werden, bot sich den Anhängern die Gelegenheit, die Profis vor heimischer Kulisse wenigstens einmal live zu erleben. Schließlich steigen alle Tests inklusive des Turniers am kommenden Wochenende in Salzburg in der Fremde.

Es war eine stramme Einheit, in der „Feldherr“ Branislav Ignjatovic, wie ihn einige Anhänger in Block E belustigt nannten, lautstark dirigierte, intrinsisch motivierte und gestenreich kritisierte. Was den Fans gefiel. Spätestens nach einer Viertelstunde applaudierten sie erstmals herzhaft, als Rookie Alex Williams einen Dreier smart versenkte. Als Wirbelwind Zach Cooks seine Teamkameraden bei einem schnellen Solo von Coast to Coast verlud, Nigel Scantlebury, der wie immer Sohnemann Ace im Schlepptau hatte, Daniel Norl düpierte, Chris Carter mitten ins Gesicht von Till Gloger vollendete, Youngster Elias Genius per Tip-In zur Stelle war und Viktor Kovacevic es per Alley-oop nach Zuspiel von Luis König Figge krachen ließ, war vielen klar, dass es sich lohnen wird, die GIESSEN 46ers durch die neue Spielzeit zu begleiten.

Dass Center Kai Müsse das abendliche Training als Bankangestellter verfolgen musste, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Der 20-Jährige war am Sonntag während der Testspielniederlage bei Phoenix Hagen (91:102) unsanft auf der linken Schulter gelandet, eine Untersuchung bei Mannschaftsärztin Petra Michel-Leutheuser brachte jedoch Entwarnung: Prellung statt Sprengung; in einer paar Tagen steigt der Center wieder ins Training ein.

Ins Training einer Mannschaft, die Luis König Figge bei einer kleinen Talkrunde im Bistro unter der Haupttribüne in vollen Zügen lobte: „Unserem Coach ist es wieder einmal gelungen, tolle Charaktere nach Gießen zu holen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir werden viel Talent am Start haben, werden neue Systeme spielen und viel Geschwindigkeit aufs Parkett bringen.“

Mit Blick auf den Ex-Jenaer Chris Carter, der verriet, dass „Herz, Leidenschaft und eine harte Verteidigung“ die Schlüssel des Erfolges seien, blickte Luis König Figge voraus: „Mit ihm bin ich damals in Chemnitz in die Bundesliga aufgestiegen …“

Es waren Worte, die bei den Fans nach 82 knallharten Übungsminuten runter gingen wie Öl …

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