
24.09.2026
Mit der Saisoneröffnung im „Lebenshof“ von Heyligenstaedt geben die GIESSEN 46ers vor 160 Gästen den Startschuss zur neuen ProA-Saison.
Inmitten erst kürzlich geschaffener floraler Pracht ließen die GIESSEN 46ers am Montagabend ihre Träume sprießen. Geschäftsführer Guido Heerstraß sprach von „großer Vorfreude auf die neue Runde. Das Team ist gut aufgelegt, alle machen Lust auf mehr.“ Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic bekannte, jeden Tag „ein Kribbeln im Bauch“ zu spüren. Kapitän Robin Benzing beschrieb die „beeindruckende Teamchemie.“ Und Neuzugang Chris Carter fasste jenes Erfolgsrezept zusammen, das ihm in seiner Karriere vier Aufstiege mit vier verschiedenen Teams beschert hatte: „Auf den Coach hören und an die Ziele glauben, dann wird es auch etwas mit dem Sprung nach oben.“
Die Saisoneröffnung des Basketball-Zweitligisten im sogenannten „Lebenshof“ von Heyligenstaedt, den die Eigner Bettina Leidner und Dr. Wolfgang Lust den rund 160 Gästen präsentierten, versprühte Leichtigkeit, Lockerheit, ja ein Gemeinschaftsgefühl, das sich rasch von Mannschaft und Staff auf die Sponsoren sowie diejenigen, die es gut meinen mit dem Altmeister, übertrug. Salate, Nudeln mit Bolognese-, Käse- oder Tomatensauce, Nachtisch und Grauburgunder mundeten. Das geschmackvolle Ambiente im Frühstücksraum des Hotels und im erst kürzlich fertiggestellten Außengelände mit seinen hübschen Grünflächen lud zu Gesprächen ein. Und verleitete auch den einen oder anderen bei der Fragerunde von Moderator Simon Schornstein, sein Innerstes nach außen zu kehren.
Beispielsweise Rolf Scholz: Der Vorstand der ROTH Energie Basketball Akademie GIESSEN 46ers, kurz BBA, erneuerte seinen Wunsch nach besseren Trainingsmöglichkeiten: „Eine sinnvolle Verzahnung von Schule und Leistungssport ist auf Dauer nur möglich, wenn es vernünftige Trainingsstätten gibt.“ Der 45-Jährige erzählte, dass die BBA inzwischen 15 Teams umfasse, es 20 Kita- und Schul-AGs gebe und sogar drei hauptamtliche Übungsleiter angestellt seien. „Mit diesem Projekt müssen wir uns in Gießen nicht kleiner machen als wir sind.“
Beispielsweise „Frenki“ Ignjatovic: Der 46ers-Trainer, der in seine fünfte Spielzeit an der Lahn geht, blickte auf die 70:77-Pokalniederlage gegen die NINERS Chemnitz zurück („Ich habe mit vielen zufriedenen Leuten gesprochen. Unter dem Strich wäre es mir lieber gewesen, sie wären letzte Saison nach dem Halbfinale gegen Kirchheim glücklich gewesen“), gewährte einen Einblick in die intensive Vorbereitung („Bei uns ist es wie in jedem anderen Betrieb auch: Leute arbeiten oft zehn Stunden, es kommt aber nichts dabei heraus, andere haben in nur zwei Stunden viel mehr erreicht. Wichtig ist nicht die Zahl der Einheiten, sondern ihre Qualität“) und gab seinen Youngstern Elias Genius und Luca Nickel mit auf den Weg: „Habt viel Spaß im Training, vergesst aber auch euer normales Leben nicht.“ Über ihre Haarfrisur wolle er mit ihnen nochmal ein ernstes Wörtchen reden. „Aber vielleicht bin ich auch zu alt für solche Sachen.“
Beispielsweise Luis König Figge, der ebenso wie Branislav Ignjatovic seit Beginn der ProA-Reise dabei ist: „Vor vier Jahren habe ich nach den schönen Ecken in Gießen gesucht. Heute weiß ich, wo sie sich befinden.“ Und der 29-Jährige legte noch einen drauf: „Gießen ist bunt, Gießen ist jung, Gießen ist lebensfroh. Die vielen schlauen Studenten beleben die Stadt. Das mögen meine Frau und ich sehr.“
Beispielsweise Chris Carter, der verriet, drei seiner vier Aufstiege mit 46ers-Mitstreitern erlebt zu haben. Jenen mit Luis König Figge bei den NINERS Chemnitz, jenen mit Till Gloger bei den Rostock Seawolves und jenen mit Zack Cooks bei Science City Jena. „Als ich hörte, dass wir alle zusammen in Gießen spielen können, habe ich sofort zugesagt.“
Beispielsweise Elias Genius, der sich mit seinen erst 17 Jahren ähnlich routiniert äußerte wie Luca Nickel: „Wir beide wissen, wie privilegiert wir sind. Deshalb ist es unsere Pflicht, nicht nur Schule mit Leistungssport zu vereinen, sondern in beiden Bereichen auch richtig Gas zu geben.“
Und beispielsweise natürlich auch Capitano Robin Benzing, der abermals bekannte, nach seiner Karriere gerne dem Basketball erhalten bleiben zu wollen. Bis es so weit sei, genieße er seine Rolle im Team: „Früher stand ich mächtig unter Druck, heute bin ich viel entspannter.“ Er stelle sein Ego zurück, müsse nicht immer werfen und sei bemüht, die jungen Mitspieler vorzulassen.
Die Saisoneröffnung der GIESSEN 46ers im „Lebenshof“ von Heyligenstaedt machte, wie es Geschäftsführer Guido Heerstraß auch schon bei seinen einführenden Worten betonte, Lust auf mehr. In jedem Fall schon mal Lust auf den ersten ProA-Auftritt am Freitag kommender Woche (20 Uhr) gegen die Artland Dragons.