„Offensive“ steht auf dem Lehrplan

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Es war die schwächste Offensivleistung der Saison, die die GIESSEN 46ers am vergangenen Samstag gegen die MLP Academics Heidelberg anboten. 60 erzielte Punkte, 36 % Wurfquote, 26 % von der Dreierlinie sprechen eine deutliche Sprache. Die Mittelhessen fanden am gegnerischen Korb zu selten den eigenen Rhythmus und mussten eine sicherlich vermeidbare Niederlage einstecken. Und das obwohl die Defensive einmal mehr sehr gut stand und einer Mannschaft, die sonst im Schnitt 90 Punkte erzielt, nur 66 Zähler zugestand. Trotzdem zuviel, um die beiden Punkte auf dem Gießener Punktekonto gutschreiben zu können.

Der Trainingsschwerpunkt für das Team für Cheftrainer Denis Wucherer in dieser Woche ist somit also klar umrissen. „Die Verteidigung war wieder sehr ordentlich, aber auch wir müssen wöchentlich daran arbeiten, dass wir das Niveau in der Defensive halten, das uns die Chance ermöglicht, gegen gute Teams zu gewinnen“, so der 40-Jährige. „Aber klar, das Heidelberg-Spiel hat Schwächen offenbart an denen wir arbeiten müssen. Für uns geht es darum, in den letzten fünf Minuten keine falschen Entscheidungen zu treffen. Heidelberg hat in dieser Phase die Plays gemacht, die entscheidend waren. Wir hingegen haben dreimal den Ball weggeworfen und unsere Würfe nicht getroffen. Darum liegt das Hauptaugenmerk darauf, dass wir es zukünftig schaffen, auch spät im Spiel bessere Entscheidungen zu treffen, um in den entscheidenden Momenten die richtigen Aktionen zu zeigen.“

Die personelle Situation ist dabei auch zu Wochenbeginn mit vielen Fragezeichen versehen: „Es sieht momentan so aus, als könnte Myles [Hesson] die Woche vernünftig trainieren. Im Spiel war das bedingt durch seine Zeh- und Sprunggelenksprobleme nicht rund. Rickey [Young] hatte die ganze letzte Woche über massive Rückenprobleme. In seinen Spielminuten hat er uns nichts geben können, weil er ein Spieler ist, der über seine Athletik und seinen Einsatz kommt und uns nur dann hilft, wenn er wirklich fit ist. Aber auch da scheint es Besserung gegeben zu haben. Rob [Chubb] hat sich aber den Rücken verdreht und musste später im Training aussetzen. Hoffentlich kriegen wir das relativ schnell in den Griff.“

Trotz der Niederlage stehen die 46ers in der Tabelle weiterhin gut da und belegen den sechsten Rang. Am Sonntag führt die Reise dann nach Paderborn zum aktuell Zwölftplatzierten der Tabelle. Paderborn gewann die letzten beiden Heimspiele und scheint zumindest vor den eigenen Fans in Tritt gekommen zu sein. Ein Ausrufezeichen setzten sie am Samstagabend mit dem 99:80-Erfolg gegen Kirchheim.

Es wird nicht das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams sein. Anfang September verloren die Mittelhessen in der Sporthalle Gießen-Ost gegen eine Mannschaft, die von einem furios aufspielendem Will Barnes geführt wurde, der 20 Punkte zum 76:70-Erfolg seiner Mannschaft beitrug und wichtige Würfe traf. Auch im Saisonverlauf ist der 25-jährige Shooting Guard mit 18.7 Punkten Topscorer seines Teams. „Besonders wenn es eng wird ist er ein Spieler, der am Ende den Ball in der Hand haben will und versuchen wird, das Spiel für seine Mannschaft zu gewinnen.“

Doch nicht nur auf Barnes müssen die 46ers aufpassen: „Sie haben noch andere Waffen wie z.B. einen Ricky Taylor, der jetzt immer besser in den Tritt kommt. Von der Bank kommt mit Nicholas Thompson auch noch ein cleverer Spieler. Sie können Basketball spielen und scheinen sich gefunden zu haben.“

Finden möchte Denis Wucherer in seinen eigenen Reihen auch noch den entscheidenden Spieler für die engen Spielsituationen am Ende. „Wir müssen schauen, dass auch wir einen oder zwei Spieler haben, die in der entscheidenden Phase in einem engen Spiel die Verantwortung übernehmen. Das hat uns gefehlt gegen Heidelberg. Aber auch das ist ein Lernprozess und ich hoffe, dass wir das bei der nächsten Gelgenheiten besser machen werden.“

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