(Foto: Sven Kuczera)

Schuss vor den Bug – Rackelo-Schiff kentert in Coburg

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Nichts zu beschönigen gab es beim 78:101 (34:58) der Depant GIESSEN 46ers Rackelos in Coburg. Beim BBC liefen die Mittelhessen am neunten Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB-Süd ab der ersten Minute einem Rückstand hinterher. Vor allem defensiv zeigten sich die Rackelos von ihrer schlechtesten Seite. Das 46ers-Farmteam rutschte damit auf den achten Tabellenplatz ab.

Die Gießener waren ohne Doppellizenz- und Jugendspieler Sebastian Brach angereist. Tim Uhlemann hatte unter der Woche aufgrund von Fußproblemen vom Trainingsbetrieb ausgesetzt und kam am Sonntagabend nur auf acht Minuten Einsatzzeit. Leon Okpara zog sich zu Beginn des dritten Viertels eine Platzwunde am Kopf zu und konnte nicht mehr mitwirken. Auf Seiten des BBC fehlte unterdessen Anthony Bauer, der um Vertragsauflösung gebeten hatte.

Coburg erwischte den deutlich besseren Start und konnte mit einem 6:0-Lauf in der Anfangsminute eine frühe Führung etablieren. Auf der Gegenseite hielt zwar Johannes Lischka mit zwei getroffenen Freiwürfen dagegen. Danach war es aber Sven Lorber, der zwei Dreier von jenseits des Perimeters durch die Reuse flutschen ließ und auf 12:2 stellte (3.). Zehn Punkte markierte der Shooting Guard allein in der Anfangsphase. Das Gießener Trainergespann aus Rolf Scholz und Lutz Mandler bat sofort zur Auszeit. Fehler prägten aber weiterhin das Geschehen auf dem Feld. Ein Dreier von Wyatt Lohaus in der vierten Minute bedeutete den ersten Feldkorb der Gäste. Auf der Gegenseite ließ Princeton Onwas aber sofort den nächsten Dreier los. Christopher Wolf verwandelte wenig später per Dunk und brachte Coburg bereits mit 19:5 in Front. Einen von Tim Köpple und Filip Krämer angeführten 6:2-Run schüttelten die Franken ab wie eine Kuh lästiges Geschmeiß: Daniel Urbano per Dunk, Nico Wenzl von Downtown und erneut Urbano nach zwei Offensivrebounds mit der Schlusssirene zementierten ein 31:13 aus Sicht der Gastgeber.

Zwei schnelle Layups durch Wolf ließen zu Beginn des zweiten Viertels Schlimmes befürchten. In der Folgezeit zogen sich die Rackelos aber an ihrem eigenen Schopf aus der Misere und agierten immerhin auf Augenhöhe. Mehrere Steals führten zu vergleichsweise einfachen Punkten, etwa als Köpple nach einem Ballgewinn das Spieltempo forcierte und vorne Lischka zum 19:36-Anschluss bediente (14.). Wann immer die Mittelhessen aber einen Fuß in die Tür zu bekommen schienen, hatte der BBC die richtige Antwort parat. Johannes Krug netzte trocken zum 39:19 aus der Distanz, Wolf unterbrach mit zwei Dreiern den Run der Rackelos zum 25:47 (16.). Nach einer weiteren Gießener Auszeit ließ es Oluwashore Adedeji per Alley-oop-Dunk krachen. Lischka wurde seiner Kapitänsrolle in der Folgezeit zwar vollends gerecht und schulterte mit sechs Punkten in Serie viel Verantwortung. Coburg ließ sich davon aber nicht beeindrucken und lötete von außen munter weiter, etwa durch Krug, der auf 54:32 stellte (19.). In der Minute vor dem Pausentee ließen die Mittelhessen reihenweise Chancen ungenutzt, während Fahrlässigkeiten in der Abwehr dem Gastgeber zwei Abschlüsse in den letzten 20 Sekunden gewährten. Folgerichtig ging es mit einem 34:58-Rückstand in die Kabine der HUK-Coburg arena.

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste offensiv auf Augenhöhe, bekamen die Angriffswucht des BBC aber weiterhin nicht in den Griff. Vor allem Julian Pesava, der nach einer ausgerenkten Schulter vor einigen Wochen etwas aus dem Tritt gekommen war, wusste durch seine Präzision aus der Distanz zu überzeugen. Ein Dreier des Australiers zwang Coburgs Coach Ulf Schabacker zur Auszeit (44:65, 25.). Es schloss sich ein wilder 9:6-Lauf der Franken an, innerhalb dessen zwei weitere Dreier von Pesava wirkungslos verpufften. Mit einem Dreipunktespiel schloss schließlich Krug das dritte Viertel zum 79:56 aus Coburger Sicht.

Nach einem weiteren 7:0-Lauf gleich zu Beginn des Schlussabschnitts war die Messe für die Rackelos endgültig gelesen. Beide Seiten rotierten tief durch: Youngster Moriz Bär durfte sich auf Coburger Seite somit genauso in die Scorerliste eintragen wie Felix Schweizer, der per Layup das 66:92 erzielte (37.). Ein Dreier von David Amaize gefolgt von Freiwurfpunkten Hannes Osterwalders blieben Ergebniskosmetik (75:97, 39.). Den „Hunderter voll“ machte schließlich Timo Dippold von der Freiwurflinie. Die letzten Punkte gehörten allerdings Amaize und Köpple, die an der Freiwurflinie den Endstand von 78:101 festschrieben.

Weiter geht es für die Depant GIESSEN 46ers Rackelos am kommenden Sonntag mit einem Gastspiel bei den Baunach Young Pikes.

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Wir haben eine indiskutable Abwehrleistung gezeigt. Körperlich und mental waren wir nicht bereit. Die verletzungsbedingten Ausfälle von Tim Uhlemann und Leon Okpara sowie die gute Trefferquote der Coburger von außen allein sind kein Grund für diese Vorstellung. Um auswärts zu gewinnen, müssen wir uns steigern.“

BBC Coburg – Depant GIESSEN 46ers Rackelos 101:78 (58:34)

Viertelergebnisse: 31:13, 27:21, 21:22, 22:22

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Tim Köpple (11 Punkte), David Amaize (7), Filip Krämer (2), Tim Uhlemann (2), Leon Okpara, Johannes Lischka (24), Julian Pesava (11), Felix Schweizer (2), Wyatt Lohaus (17), Hannes Osterwalder (2).

BBC Coburg: Sven Lorber (17), Constantin Ebert (2), Timo Dippold (4), Nico Wenzl (9), Johannes Krug (12), Daniel Urbano (9), Christopher Wolf (19), Oluwashore Adenekan (10), Moritz Bär (4), Princeton Onwas (15).

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