Verletzungsmisere unterm Bayer-Kreuz

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Nach den ersten Spielen der Saison haben sicherlich nicht allzu viele Basketballfans damit gerechnet, dass die Bayer Giants Leverkusen am 23. Spieltag auf dem 13. Tabellenplatz stehen und vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang haben. Der Start des Aufsteigers in die ProA war mehr als holprig, am Rhein blieb man jedoch ruhig und vertraute vor allem auf einen: Trainerfuchs Achim Kuczmann. Doch auch der erfahrene Mann an der Seitenlinie konnte das bisher größte Problem der Giants nicht vermindern: Die Verletzungsmisere.

Schon vor Wochen war 46ers-Cheftrainer Denis Wucherer davon überzeugt, dass mit den „Riesen vom Rhein“ noch zu rechnen sein wird. „Achim ist ein sehr erfahrener Coach. Er wird der Mannschaft helfen, mit der Zeit in die Liga zu finden.“ Recht hatte der 40-Jährige, der selber lange Jahre mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust auflief und mit Trainerfuchs Kuczmann zusammenarbeite.

Dennoch: Schon am ersten Spieltag hatten die Leverkusener keine Chance, als es eine 57:79-Niederlage in Gießen gab. Es folgten sechs weitere Niederlagen, ehe im Heimspiel gegen die strauchelnden Cuxhavener mit 85:73 der erste Sieg eingefahren werden konnte. Es folgten allerdings vier weitere Niederlagen, so dass nach dem zwölften Spieltag lediglich ein Sieg zu Buche stand.

Der folgende Aufschwung ist neben Kuczmann noch mit einem weiteren Namen verbunden: John Eggleston. Der US-Amerikaner, der schon in der ProB zu den absoluten Leistungsträgern gehörte, war lange verletzt und konnte erst Ende November ins Spielgeschehen eingreifen. Seitdem ist der 25-jährige Power Forward mit 15.1 Punkten und 8.9 Rebounds einer der Erfolgsgaranten. Mit Topscorer Tony Watson (16.0 Punkte, 6.6 Assists) und Marc Sonnen (13.5 Punkte) steht zudem ein Aufbauduo auf dem Leverkusener Parkett, das es dem Gegner mit seiner variablen Spielweise nicht einfach macht.

Die deutsche Fahne halten besonders Ben Spöler (15.3 Punkte, 10.0 Rebounds), Götz Twiehoff (11.6 Punkte, 6.6 Rebounds) und Matthias Goddek (10.1 Punkte) hoch. Allerdings verletzte sich Spöler unmittelbar vor der Rückkehr von John Eggleston mit einem Riss der Bizepssehne in der Schulter und fällt für den Rest der Saison aus. Für ihn verpflichteten die Riesen Jacob Koch, der verletzungsbedingt aber bislang lediglich auf zwei Einsätze kommt. Die sprichwörtliche Seuche auf den großen Positionen scheint also in Leverkusen in dieser Saison ihr Unwesen zu treiben.

Trotzdem haben die Giants in den letzten Wochen vermehrt die Kurve bekommen und sich somit Stück für Stück von den Abstiegsrängen entfernen können. Der Vorsprung ist zwar nicht allzu komfortabel, doch ein Aufwärtstrend ist zu verzeichnen.

Nach vier Siegen um die Jahreswende herum mussten die Leverkusener zuletzt allerdings wieder vier Niederlagen aus fünf Spielen hinnehmen. Am vergangenen Wochenende gab es somit gleich zwei verlorene Partien. Gegen Ligaprimus BG Göttingen gab es im Heimspiel bei der 64:89-Niederlage nichts zu holen für die Kuczmann-Truppe und auch in Ehingen zog man beim 73:83 den Kürzeren.

Leverkusen braucht also dringend weitere Punkte, um nicht doch wieder auf einem der letzten beiden Plätze zu landen. Besonders, wenn man bedenkt, dass der Vorsprung zwar gerade vier Punkte beträgt, der Tabellenfünfzehnte Cuxhaven BasCats jedoch ein Spiel (nämlich die Partie in Gießen) weniger hat als die Giants.

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