(Foto: MARCO KESSLER | MEDIASHOTS)

Verteidigung als Knackpunkt – Dezimierte GIESSEN 46ers reisen am Sonntag zu den Telekom Baskets Bonn

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Kaum ist das Weihnachtsfest vorbei, schon geht es für die GIESSEN 46ers zur nächsten Bescherung. Diese findet am morgigen Sonntag (17 Uhr) bei den Telekom Baskets Bonn statt. In der Partie des 15. Spieltages der Beko Basketball Bundesliga stehen sich dabei zwei Tabellennachbarn auf den Rängen 11 und 12 gegenüber. Das Team von Cheftrainer Denis Wucherer, das derzeit auf der Suche nach dem Rhythmus in der Offensive ist und in Bonn vielleicht auf gleich vier Spieler verzichten muss, will besonders durch eine starke Defensive den Gegner weiterhin hinter sich halten.

Das Spiel wird live auf www.telekombasketball.de übertragen.

An Besinnlichkeit und ruhige Tage in der Weihnachtszeit ist im deutschen Bundesliga-Basketball kaum zu denken. So standen die 46ers auch an jedem Feiertag in der Trainingshalle, um sich auf die Partie in Bonn, das dritte von fünf Spielen in 13 Tagen, vorzubereiten. Doch es hätte eine einfachere Vorbereitung sein können.

Denn da ist zum einen der Gegner, der sich kurz vor Weihnachten von Trainer Mathias Fischer, der in der Saison 2012/13 auch an der Gießener Seitenlinie stand, trennte. Carsten Pohl, Sportlicher Leiter des Telekom Baskets-Nachwuchsprogramms, heißt der neue Verantwortliche, der nach wettbewerbsübergreifenden 14 Niederlagen in Serie mit dem 109:96-Erfolg in Tübingen ein erstes Ausrufezeichen setzen konnte.

„Ein Trainerwechsel setzt, zumindest kurzfristig, immer neue Kräfte frei. Das ist statistisch bewiesen“, wundert sich 46ers-Coach Wucherer wenig über den Bonner-Sieg. „Spieler haben somit keine Entschuldigungen mehr, außerdem ändert sich teilweise auch die Rollenverteilung, man muss sich bei dem neuen Coach beweisen. Carsten Pohl ist einer, der gern auf junge Spieler setzt, das hat er schon im Spiel gegen Tübingen gezeigt. Sie haben sehr schnell und mit viel Energie gespielt, auch durchaus mit Spaß und Leidenschaft. Dies alles war zuletzt abhandengekommen. Bonn ist im Aufwind.“

Da ist zum anderen aber eben auch die eigene Situation. Nach dem wichtigen 74:69-Arbeitssieg gegen den Mitteldeutschen BC am vergangenen Dienstag drohen Eric James Palm und Ethan Wragge am Sonntag auszufallen. Es wären die Ausfälle drei und vier nach TJ DiLeo und Maurice Pluskota.

„Die Trainingseinheiten an Weihnachten waren ein bisschen zäh. Dadurch, dass die Rotation morgen eventuell deutlich kürzer ist, müssen wir mal gucken, was da noch gehen wird. Es ist unser drittes Spiel in sieben Tagen, dazu sind wir momentan personell arg gebeutelt. Wir reisen morgen mit der Hoffnung nach Bonn, dass wir genug Energie haben werden, um gegen die Baskets zu bestehen.“

Trotz des Sieges gegen den MBC war erneut sichtbar, dass die 46ers offensiv momentan nicht mehr die Form von vor ein paar Wochen ist. Daher wird die Defensive eine große Rolle spielen. „Wir wollen Bonn den Spaß am Spiel nehmen, sie kontrollieren und ihnen ihr schnelles Spiel wegnehmen. Wenn man sie ins Setplay zwingt, hat man Chancen.“

Topscorer der Baskets ist Power Forward Aaron White (14.6 Punkte), ein guter Bekannter und Freund von 46ers-Centerspieler Gabriel Olaseni. Dazu kommen Rotnei Clarke (PG, 10.4) und Jimmy McKinney (SG, 9.6) als weitere Korbjäger. Dreh- und Angelpunkt ist jedoch Aufbauspieler Eugene Lawrence (8.3, 6.9 Assists). Zweitbester Korbschütze Tadas Klimavicius (C, 11.7) fällt hingegen verletzungsbedingt aus.

„Trotz der Verletzung von Klimavicius finde ich Bonn weiterhin sehr gut besetzt. Sie haben viele gute Amerikaner auf den kleinen Positionen, sind immer noch tief besetzt und absolut gefährlich. Da steckt eine Menge Qualität drin“, so Wucherer.

Doch wichtig wird es vor allem sein, wie die Mannschaft des 42-Jährigen agiert. „Wir haben zuletzt dosiert trainiert, in der Hoffnung, dass wir morgen genug im Tank haben werden, um so zu verteidigen, wie wir das brauchen. Das wird eine Menge Aufwand bedeuten, wir müssen in der Verteidigung hart arbeiten. Wenn die Abwehr nicht steht, ist es schwer in Bonn zu gewinnen. Besonders da wir derzeit offensiv nicht in dem Rhythmus sind, um sie über unsere Offensive zu schlagen.“

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